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Bogdan Wenta trainierte in der Bundesliga Flensburg und Magdeburg © imago

Bogdan Wenta kehrt mit THW-Gegner Kielce nach Deutschland zurück. Die Löwen wollen gegen Chambery ihren Traumstart vergolden.

Von Andreas Kloo

München - Die Ziele bei Kiels polnischem Champions-League-Gegner KS Vive Kielce sind groß. "Wir wollen in der Zukunft zu einem der führenden Clubs in Europa werden", erklärt Trainer Bogdan Wenta die Vereinsstrategie.

Sponsor VIVE, eine Textil-Recycling-Firma sorgt für das nötige Kleingeld, um dieses Ziel zu erreichen. Vor der Saison hat der Klub bereits kräftig investiert.

Für die halblinke Position kam Michael Jurecki aus Lübbecke. Auf der Rechtsaußenposition verstärkte sich Kielce mit dem kroatischen Nationalspieler Mirza Dzomba. Der 33-Jährige gewann 2006 bereits mit Ciudad Real die Champions League.

Zwei Auftakt-Pleiten im Gepäck

Doch trotz dieser namhaften Neuzugänge ist der polnische Meister noch ein gutes Stück von Europas Spitze entfernt. In der Champions-League-Gruppe A liegt Kielce nach zwei Niederlagen in den beiden Auftaktpartien am Tabellenende. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Entsprechend groß ist der Druck, in Kiel (So., ab 17.15 Uhr LIVESCORES) etwas Zählbares zu erreichen.

Zumindest ein Unentschieden wollen die Polen schaffen: "Jeder Punktgewinn wird für uns am Ende Gold wert sein", sagt Dzomba mit Blick auf die Todesgruppe A,

Weitere Deutschland-Kenner

Zwei weitere alte Bekannte aus der Toyota HBL sollen beim Unternehmen Punkgewinn mithelfen.

Am Kreis bietet Kielce den früheren Nordhorner Kreisläufer Rastko Stojkovic auf, auf der halbrechten Seite den Ex-Löwen Mariusz Jurasik.

Der Star ist bei den Polen dennoch der Trainer.

Heißsporn an der Seitenlinie

Bogdan Wenta ist in Deutschland beileibe kein Unbekannter. Neben der polnischen Staatsbürgerschaft besitzt er auch die Deutsche. 50 Länderspiele absolvierte er für die deutsche Nationalmannschaft, in der Bundesliga war er als Spieler für Nettelstedt und Flensburg aktiv.

Und als polnischer Nationalcoach lieferte sich Heißsporn Wenta in den letzten Jahren in den Partien gegen Deutschland mehrfach lautstarke Duelle mit Bundestrainer Heiner Brand an der Seitenlinie.

"Wird kein Spaziergang"

Ob er sich auch mit Kiels Trainer Alfred Gislason anlegt, bleibt abzuwarten. Beim Heide-Cup vor der Saison lief alles ruhig ab. Die Partie im August war eine klare Angelegenheit.

Kiel überrollte Kielce mit 40:24.

Dennoch nimmt Gislason die Partie nicht auf die leichte Schulter:

"Kielce ist die polnische Spitzenmannschaft, die sich jetzt auch noch sehr gut verstärkt hat. Das wird kein Spaziergang."

Die personelle Lage beim THW hat sich etwas gebessert. Momir Ilic gab nach seinem Bänderriss im Sprunggelenk gegen Göppingen sein Comeback. Neuzugang Jerome Fernandez fügt sich immer besser ein. Gegen Frisch Auf gelangen ihm vier Treffer.

Löwen wollen Traumstart vergolden

Während Kiels Gegner am Ende der Tabelle in Gruppe A steht, thronen die Rhein-Neckar Löwen mit einer weißen Weste auf Rang eins.

Gegen Chambery Savoie (So., ab 18.45 Uhr LIVESCORES) wollen die Badener nun nachlegen.

"Mit weiteren zwei Punkten könnten wir unseren guten Start in die Champions League vergolden", träumt Trainer Gudmundur Gudmundsson bereits vom nächsten Sieg.

Tkaczyk warnt vor aggressiver Deckung

Grzegorz Tkaczyk warnt jedoch vor den Franzosen: "Das ist ein schwerer Gegner für uns, jede Mannschaft in unserer Gruppe ist stark. Chambery ist ein sehr unangenehmes Team, das meist mit einer aggressiven 3-2-1-Deckung agiert, die typisch französisch ist. Wir müssen auf der Hut sein, um uns dadurch nicht verunsichern zu lassen."

Den Franzosen gelang mit dem 27:26-Erfolg gegen Kielce bereits eine kleine Überraschung.

Außerdem weckt Chambery bei den Löwen unliebsame Erinnerungen. Vor einem Jahr verspielte das Team eine klare Führung und musste sich am Ende mit einem 31:31 zufrieden geben.

"Das soll uns nicht noch mal passieren", stellt Torhüter Slawomir Szmal klar.

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