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Martin Schwalb ist seit 2005 Trainer des HSV Hamburg © getty

Der HSV Hamburg steht in der Champions League nach der zweiten Niederlage im dritten Spiel schon mit dem Rücken zur Wand.

Von Stefan Missy

München - Stark angefangen - und dann umso stärker nachgelassen.

Beim HSV Hamburg herrscht nach der bitteren 30:32-Niederlage in der Champions League bei KIF Kolding am Sonntag Katerstimmung.

"Das war eine katastrophale Leistung", wettert Klubchef Andreas Rudolph in der "Hamburger Morgenpost" und fasst zusammen:

"Abgesehen von den ersten 15 Minuten hat gar nichts funktioniert."

Die Kritik trifft den Nagel auf den Kopf: Nachdem die Hanseaten den Dänen zu Spielbeginn souverän den Schneid abgekauft hatten, schlich sich nach und nach der Schlendrian ein.

"Uns hat die Einstellung gefehlt", gab Nationalspieler Michael Kraus erstaunlich offen zu.

Gruppensieg fast schon futsch

Während vorne die Trefferquote massiv nachließ, weil der Ex-Magdeburger Ole Erevik im Tor der Hausherren einen exzellenten Tag erwischt hatte, kam die Abwehr hinten immer mehr ins Schwanken.

Das Ergebnis dieser negativen Entwicklung war die zweite Niederlage im dritten Spiel, womit der Gruppensieg schon in weite Ferne gerückt, aus eigener Kraft jedenfalls nicht mehr zu erreichen ist - ein klassischer Fehlstart?

Mitnichten, meint Trainer Martin Schwalb. "Es gibt überhaupt keinen Grund unruhig zu werden", sagte der 47-Jährige, der dennoch dringend die Trendwende schaffen muss.

"Jetzt brauchen wir Siege", brachte sein Vorgesetzter Rudolph die brisante Lage auf den Punkt. Am Besten würde man damit bereits am Donnerstag beginnen, wenn der schwedische Meister IK Sävehof (ab 20 UhrLIVESCORES) in der Hansestadt antritt.

Kiel kämpft Kielce nieder

Zur Vorbereitung auf dieses wichtige Spiel könnten sich die Hamburger derweil den THW Kiel als Musterbeispiel in Sachen Siegeswillen und Mannschaftsgeist nehmen.

Denn der Titelverteidiger hatte am 3. Spieltag(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen) mit KS Kielce zwar seine liebe Not, zwang den achtmaligen polnischen Meister im Schlussspurt aber mit 33:29 knapp in die Knie.

"Unsere Deckung stand nicht gut, wir haben vor allem den Kreis nicht in den Griff bekommen. Vorne haben wir viele klare Chancen verworfen", analysierte Coach Alfred Gislason, der an der Seitenlinie mitfieberte und seine Jungs während des gesamten Spiels mit Instruktionen versorgte.

"Wir haben in den kommenden Wochen noch viel Arbeit vor uns", meinte der Isländer wohl auch schon mit Blick auf das schwere Derby in der Bundesliga am Mittwoch bei der SG Flensburg-Handewitt (ab 20.45 Uhr LIVE im TV bei SPORT1).

Löwen an der Spitze

Das Tagesgeschäft ruft, der Arbeitssieg in der "Königsklasse" ist abgehakt. Zumal der Sprung an die Tabellenspitze der Gruppe A für die "Zebras" sowieso nur eine Momentaufnahme war - und zwar eine sehr kurze.

Schließlich legten die Rhein-Neckar Löwen nur wenige Stunden später nach und verdrängten den Rivalen mit einem deutlichen 37:22-Erfolg gegen Chambery Savoie HB - dem dritten Sieg im dritten Spiel - wieder von der Spitze.

Dabei waren die Badener dem französischen Vize-Meister in nahezu allen Belangen überlegen - von der Balleroberung über den Spielaufbau bis zur Chancenverwertung. "Wir waren heute von der 1. bis zur 60. Minute die bessere Mannschaft", sagte Bjarte Myrhol, mit sieben Treffern bester Werfer seines Teams.

Hoch siegen, tief stapeln

Das sah sein Trainer Gudmundur Gudmundsson im Gespräch mit dem "Mannheimer Morgen" ähnlich: "Wir haben 60 Minuten lang unser Niveau gehalten, ich bin zufrieden".

Gleiches gilt für die Fans, die das Team mit stehenden Ovationen verabschiedeten. Ausruhen will man sich auf diesem Gala-Auftritt allerdings nicht. "Es gibt auch für diesen Sieg nur zwei Punkte", mahnte Olafur Stefansson.

Die Konkurrenz dürfte allerdings gewarnt sein.

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