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Olafur Stefansson (r.) entwischt dem Kieler Marcus Ahlm © imago

Der Sensations-Coup: Überraschend wechselt Islands Superstar Olafur Stefansson vom Top-Klub Ciudad Real in die 3. dänische Liga.

Von Kristof Reitemeyer

München - Man stelle sich vor, Fußball-Topstar Michael Ballack wechselt vom reichen englischen Top-Klub FC Chelsea zum deutschen Drittligisten SV Sandhausen. Das wäre das Diskussionsthema unter den Fußball-Fans.

Sowas geschieht jetzt im Handball. Hauptakteur ist Olafur Stefansson. Der einstiger Welthandballer spielt derzeit noch für den spanischen Super-Klub Ciudad Real. Doch nicht mehr lange: Der isländische Rückraumspieler, einer der besten der Welt, läuft ab der kommenden Saison für den dänischen Drittligisten Albertslund-Glostrup Handbolt aufs Spielfeld.

Das ist der Coup. Unfassbar! Was muss da für ein Geld im Spiel sein! Der 35-jährige Stefansson gewann bereits dreimal die Champions League, unter anderem mit dem SC Magdeburg. Er spielt seit sechs Jahren bei Ciudad Real, gehört dort auch zu den Topverdienern.

Europäische Titeljagd

Stefansson wechselte 1996 aus Island zunächst zum Zweitligisten HSG Wuppertal. Nach dem direkten Aufstieg und einer hervorragenden Saison, ging er zum SC Magdeburg und wurde dort Deutscher Meister und Champions-League-Sieger.

Ab 2003 spielt er in Spanien, wo er 2006 und 2008 die Champions League gewinnen konnte und drei Mal Spanischer Meister wurde.

Neue Herausforderung

Bei dem dänischen Drittligisten erhält er einen Vertrag bis 2012. Seinem Manager zu Folge sucht der Weltklassespieler neue Herausforderungen.

"Olafur wollte zum Ende seiner Karriere seinen Lebensmittelpunkt ändern", wird Manager Gütschow von "handball-world.com" zitiert, "er will noch einmal am Erfolg eines neuen Großprojektes teilhaben."

"Eine große Sache"

Das bestätigte Stefansson selber: "Ich möchte nach vielen Erfolgen in Ciudad noch einmal bei einem Neuaufbau einer großen Sache dabei sein, so wie damals in Wuppertal, Magdeburg und Ciudad Real."

Dem ambitionierten, dänischen Klub Albertslund-Glostrup Handbolt werden von Experten große Ambitionen zugesprochen. Angeblich sind schon Planungen für die erste Liga und internationale Wettbewerbe getroffen.

Mit diesem Transfer-Coup ist auch wohl der erste Schritt getan, um den direkten Durchmarsch bis in Dänemarks Top-Liga zu ermöglichen.

Der Klub bezieht große finanzielle Unterstützung durch Sponsoren und überträgt das "Modell Hoffenheim" aus dem deutschen Fußball in den internationalen Handball.

"Optimale Variante"

Dass sich der Transfer von Stefansson allerdings nur auf finanzielle Argumente zurückführen lässt, schließt Manager Gütschow aus:

"Es war eine schwierige Entscheidung. Ciudad war bereit, den Vertrag ebenfalls langfristig zu verlängern. Aber wer seine überragende Persönlichkeit und seinen Ehrgeiz kennt, weiß, dass für Olafur der Wechsel nach Dänemark nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht, sondern auch sportlich die optimale Variante darstellt."

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