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Andy Schmid (M.) bleibt beim Spiel der Rhein-Neckar Löwen beim THW Kiel torlos © imago

Trotz des Sieges über die Löwen herrscht in Kiel keine Zufriedenheit. Lob erhält der Torwart. Der HSV feiert seinen Rückkehrer.

Von Marcus Giebel

München - Wirklich zufrieden war beim THW Kiel nach dem vierten Sieg im fünften Champions-League-Spiel niemand.

Denn trotz deutlicher Führung mussten die "Zebras" beim 30:27 (17:9) gegen die Rhein-Neckar Löwen noch um den Erfolg bangen.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Ich kann es nicht erklären, warum wir so viele Fehler gemacht haben", war Filip Jicha nach dem Schlusspfiff ratlos.

Der Tscheche sprach angesichts des Einbruchs beim 25:26 in Hamburg fünf Tage zuvor von einem "Zehn-Minuten-Fluch": "Beim HSV hat es bitter geendet, diesmal konnten wir uns noch retten."

Gislason bemängelt technische Fehler

Letztlich bewahrten auch Jichas neun Tore den Titelverteidiger vor einem bösen Erwachen und dem Verlust der Tabellenführung in der Gruppe A.

Deshalb ging auch Trainer Alfred Gislason mit seinen Spielern hart ins Gericht: "Nach der Pause haben wir sieben technische Fehler gemacht - das ist ungewöhnlich viel."

Er sah aber auch das fast perfekte Spiel des THW in der ersten Hälfte und sprach seinem Team daher "ein Riesenkompliment" aus.

Fernandez: "50 Minuten sehr gut"

Da wollte Jerome Fernandez nicht nachstehen und betonte mit Blick auf die kommenden Aufgaben gegen den SC Magdeburg am Mittwoch in der Toyota HBL und zwei Tage später im Rückspiel gegen die Löwen:

"Wir haben 50 Minuten sehr guten Handball geboten. Dieses Gefühl müssen wir mitnehmen in die nächsten Partien."

In Mannheim soll auch Christian Zeitz sein Comeback nach einem Außenbandriss geben.

Löwen erfreut "richtig gute Aufholjagd"

Dann wird Kiel auf ein anderes Löwen-Rudel treffen. Zumindest wenn es nach Manager Thorsten Storm geht: "Hoffentlich haben unsere Spieler jetzt erkannt, dass sie Kiel schlagen können, wenn sie von Beginn an Gas geben."

Denn immerhin hatten die Gäste im hohen Norden einen kleinen Erfolg verbucht. "Wir haben Charakter gezeigt und die zweite Halbzeit mit 18:13 gewonnen", betonte Löwen-Coach Gudmundur Gundmundsson.

Aufgrund des starken zweiten Abschnitts lobte der Isländer seine Mannschaft, denn "wir haben besser gekämpft und viel aggressiver gespielt. Das war eine richtig gute Aufholjagd."

Zu viel Angst vor Omeyer

Dennoch war den Verantwortlichen nicht entgangen, warum die 10250 Zuschauer lange einen Klassenunterschied zwischen "Zebras" und Löwen ausmachten.

"Wir hatten viel zu viel Angst vor Torwart Thierry Omeyer", bemängelte Storm, für den der Franzose der beste Torwart der Welt ist.

Zudem kam aus dem Rückraum lange Zeit zu wenig - nur drei Würfe der Fernwurfspezialisten fanden vor der Pause ihr Ziel.

Fritz überzeugt

Immerhin überzeugte der im Laufe der ersten Hälfte für Slawomir Szmal ins Tor gerückte Henning Fritz und verhinderte einen noch größeren Rückstand. Und mit 7:3 Punkten liegen die Badener weiter auf Platz zwei der Gruppe.

Dennoch müssen sich die Löwen in der Woche der Wahrheit steigern - am Mittwoch folgt das Ligaspiel beim HSV Handball (ab 20.15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1).

Hens hat Spaß bei Comeback

Die Hansestädter gehen mit dem Rückenwind des 35:23 (17:11) über Tatran Presov in das Spiel. Mit drei Siegen und zwei Niederlagen liegen sie auf Rang zwei der Gruppe B.

Vor allem Pascal Hens dürfte vor Selbstvertrauen nur so strotzen. Der 30-Jährige brillierte bei seiner Rückkehr nach einem Muskelfaserriss gegen den slowakischen Meister wie zu besten Zeiten und war mit sechs Treffern erfolgreichster Hamburger.

"Das hat Spaß gemacht", freute sich "Pommes", der im ersten Durchgang von Martin Schwalb noch geschont wurde.

Schwalb atmet nach Spiel auf

Denn der Trainer weiß, was er an seinem Rückraumspieler hat: "Er hat ein sehr, sehr gutes Spiel gemacht. Am besten war aber, als er mir nach dem Spiel gesagt hat, dass er keinerlei Schmerzen hat."

Michael Kraus war von der Leistung seines Teamkollegen wenig überrascht: "Er gibt dem Team Sicherheit und über seine Shooter-Qualitäten brauchen wir ja gar nicht zu sprechen."

So ist nach der einseitigen Partie die Zuversicht groß, die Tabellenführung in der Liga auszubauen und einen Verfolger auf Distanz zu halten.

"Wir wissen, dass wir momentan gut drauf sind. Wir gehen daher mit großem Selbstvertrauen in dieses Spiel", sendete Hens vor der Löwen-Partie schon mal eine Warnung nach Mannheim.

Vranjes mit blitzsauberer Bilanz

Das erfolgreiche Wochenende aus deutscher Sicht komplettierte die SG Flensburg-Handewitt.

Das 32:29 (19:15) gegen HC Zagreb war der dritte Sieg im dritten Spiel, seit Ljubomir Vranjes zum Cheftrainer befördert wurde.

Durch den vierten Erfolg in der fünften Champions-League-Partie festigten die Schleswig-Holsteiner den zweiten Rang in Gruppe D hinter Ciudad Real.

Vranjes war mit der Leistung seines Teams "sehr zufrieden, auch wenn wir noch einige Dinge zu verbessern haben."

Dazu besteht schon am Sonntag Gelegenheit, wenn die SG zum Rückspiel in der kroatischen Hauptstadt aufläuft.

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