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Wiedersehen noch in der Schwebe: Magnus Jernemyr (l.) und Kiels Dominik Klein © getty

Der Lotsenstreik gefährdet den THW-Hit in Barcelona, doch es "gelten eigene Gesetze". Der Druck liegt auf den Katalanen.

Von Barnabas Szoecs

Das Duell der europäischen Rivalen FC Barcelona und THW Kiel hängt noch in der Luft. Und das sogar wortwörtlich.

Denn die Neuauflage des letztjährigen Champions-League-Finales am Sonntag (ab 17.15 Uhr LIVESCORES) droht wegen eines Streiks der spanischen Fluglotsen zu platzen.

Seit Freitag sind die Flughäfen von Madrid, Barcelona, Mallorca, Menorca, Ibiza und auf den Kanarischen Inseln geschlossen.

"Es sieht ganz schlecht aus", meinte THW-Geschäftsführerin Sabine Holdorf-Schust gegenüber den "Kieler Nachrichten".

Von Frankreich mit dem Bus?

Doch aufgrund des großen Medieninteresses - das Spiel soll in 20 Länder übertragen werden - will die Europäische Handball-Föderation die Partie des 7. Spieltags im Palau Blaugrana unbedingt durchführen. "Für dieses Spiel gelten offenbar eigene Gesetze", bemerkt Holdorf-Schust.

Viel Hoffnung auf die rechtzeitige Anreise des 20-köpfigen Kieler Teams sowie der tschechischen Schiedsrichter Vaclav Horacek und Jiri Novotny besteht aber nicht.

Die wohl letzte Hoffnung ist ein Charterflieger, der den THW nach Frankreich jetten soll. Von dort ginge es in einer strapaziösen Busfahrt gen Katalonien.

Blau-Rot unter Druck

Die Begegnung zwischen dem Spanischen Meister BM Ciudad Real und St. Petersburg HC, ebenfalls für Sonntagabend angesetzt, wurde bereits wegen dem Streik abgesagt.

Sportlich steht der FC Barcelona vor dem 17. Aufeinandertreffen der beiden Traditionsvereine unter Druck. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Bereits zwei Niederlagen musste das Team von Xavi Pascual in der Gruppe A der Champions League hinnehmen, zudem gab es zuletzt ein enttäuschendes Remis gegen den polnischen Meister KS Vive Kielce.

Barca denkt noch immer an den Mai

Für den ungefährdeten Einzug ins Achtelfinale würde den Spaniern - momentan Tabellendritter hinter Kiel und den Rhein-Neckar Löwen - ein Sieg enorm weiterhelfen.

Zudem lechzen die Katalanen für das verlorene Finale in der Königsklasse nach Wiedergutmachung, wie Barcas Linksaußen Juanin Garcia bestätigt: "Natürlich haben wir Revanchegelüste in uns, denn dieses Spiel werden wir wohl nie vergessen."

Das Wichtigste für den ungeschlagenen Tabellenführer der spanischen Liga Asobal ist jedoch der Verbleib in der Champions League, trotz der langjährigen Rivalität.

Ohne Andersson, Narcisse, Ahlm und Arrhennius

Die Norddeutschen könnten etwas entspannter auf das Tableau der Gruppe A schauen.

Mit vier Siegen und zwei Remis (eins davon im Hinspiel) rangiert der Titelverteidiger an der Spitze, noch ohne eine Niederlage. Allerdings plagen den Kieler Trainer Alfred Gislason enorme Verletzungssorgen.

Sollte die Partie zwischen den Norddeutschen und den Katalanen letztlich stattfinden, müsste der Titelverteidiger auf Kim Andersson, Daniel Narcisse sowie Marcus Ahlm verzichten. Und Ahlms am Mittwoch verpflichteter Ersatz, Robert Arrhennius, ist in der Champions League nicht spielberechtigt.

Hexenschuss plagt Jicha

Zudem bangt Gislason um Rückraumer Filip Jicha, den ein Hexenschuss plagt. "Hoffentlich bekommen unsere Ärzte Filip wieder auf die Beine", sagte Gislason.

Unabhängig davon wollen die Kieler nach der verkorksten Generalprobe in der Toyota HBL gegen die Löwen nicht am Boden bleiben: "Wir haben eine Mannschaft, die gleich wieder aufs Feld gehen und die letzte Niederlage wettmachen will", bestätigt Keeper Thierry Omeyer.

Immerhin: Der Palau Blaugrana, hat seinen Schrecken verloren, nachdem die Kieler 2008 erstmals in Barcas Heimstätte gewannen und dies im vorigen Jahr wiederholten.

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