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Ljubomir Vranjes erzielte in 108 Spielen 169 Tore für die SG Flensburg-Handewitt © imago

Vranjes ist nach dem Sieg gegen Ciudad stolz auf sein Team. Im Interview spricht er über das Verletzungspech und die Ziele.

Von Isabel Meixner

München - Die Flensburger sind baden gegangen.

Nicht in der Champions League, dort zog die SG nach einem überraschenden 25:23-Sieg gegen Ciudad Real ins Achtelfinale ein, sondern am nächsten Tag.

Erholung stand auf dem Programm, und statt zu trainieren, schickte Trainer Ljubomir Vranjes seine Mannen vor dem Auswärtsspiel gegen St. Petersburg (Do., ab 16 Uhr LIVESCORES) ins Schwimmbad.

"Einige Jungs waren angeschlagen oder müde, da sind wir Schwimmen gegangen und haben ein bisschen Regeneration und Pflege eingelegt."

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr die News im TV auf SPORT1)

Im SPORT1-Interview spricht Ljubomir Vranjes, der das Team im November von Per Carlen übernommen hatte, über den Coup gegen Ciudad Real, die Überbelastung der Spieler und die Saisonziele der SG Flensburg-Handewitt.

SPORT1: Herr Vranjes, Sie sind nach dem Überraschungssieg gegen Ciudad Real sicherlich stolz auf Ihre Mannschaft, oder?

Ljubomir Vranjes: Wir sind im Vergleich zu Ciudad Real eine kleine Mannschaft: Wir haben weder den Kader noch die finanziellen Möglichkeiten. Wenn man überlegt, wie viele verletzte Spieler wir mit Michael Knudsen, Thomas Mogensen, Oscar Carlen und Viktor Szilagyi haben und wir trotzdem zu Hause gegen Ciudad Real gewinnen, dann weiß man, dass am Sonntag etwas Besonderes passiert ist. Das ist Geschichte. Der Kleine hat gegen den Großen gewonnen, und das macht mich unglaublich stolz.

SPORT1: Wie hat es Ihre Mannschaft geschafft, trotz der zahlreichen Verletzten gegen Real Ciudad zu gewinnen?

Vranjes: Meine Einstellung ist, dass wir gegen jeden Gegner gewinnen können. Ich habe meiner Mannschaft gesagt, dass sie alles geben und konzentriert spielen soll. Außerdem hatten wir in der Campushalle das Publikum im Rücken, das uns nach vorne gebracht hat.

SPORT1: Was war der Schlüssel zum Sieg?

Vranjes: Wir haben uns sehr gut vorbereitet. Mir standen ja nur wenige Spieler zur Verfügung, und jeder hat eine Rolle bekommen und sie optimal ausgeführt. Gegen Spielende waren wir sehr müde, aber mit viel Wille und unseren Fans hat es mit dem Sieg geklappt.

SPORT1: Haben Sie den Sieg gefeiert?

Vranjes: Wir haben in der Kabine schon ein Bier getrunken, das gehört dazu. Das machen wir auch, wenn wir in der Bundesliga gewinnen. Richtig feiern wir erst, wenn wir etwas gewonnen haben und nicht nur ein Spiel gegen Ciudad Real.

SPORT1: Einige Spieler sind von der Weltmeisterschaft in Schweden verletzt zurückgekehrt. Was ziehen Sie für Konsequenzen aus dieser Misere?

Vranjes: Die Belastung der Spieler ist übertrieben. Da muss man etwas tun. Das Problem ist, dass die Spieler kaputt gehen. Das zu ändern ist Aufgabe der Spieler: Sie können der Nationalmannschaft absagen oder irgendetwas ändern, aber ich glaube nicht, dass die IHF oder EHF etwas ändern.

SPORT1: Was sind die Ziele für die Champions League? (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen)

Vranjes: Es ist schwierig, Ziele zu definieren, weil wir so viele verletzte Spieler haben. Ich habe zwei Torhüter und acht Feldspieler. Wenn sich noch jemand verletzt, wird es eng. Wir konzentrieren uns deshalb nur auf das nächste Spiel gegen St. Petersburg und anschließend auf Berlin.

SPORT1: Wie stark schätzen Sie St. Petersburg ein?

Vranjes: St. Petersburg hat gegen Real sehr gut gespielt und wir hatten bei unserem Heimspiel in der ersten Halbzeit einige Probleme gegen sie. Wir fahren mit viel Respekt nach Russland, aber unser Ziel ist, dort zu gewinnen.

SPORT1: Was kann die Mannschaft in der aktuellen Bundesliga-Saison noch erreichen?

Vranjes: Bis jetzt bin ich sehr zufrieden mit der Saison. Ich denke, wir sollten in der Tabelle nach oben schauen und nicht nach unten. Aber auch hier möchte ich kein konkretes Ziel nennen. Wir müssen schauen, was wir für einen Kader haben.

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