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Unter dem neuen Trainer Alfred Gislason ist der THW Kiel weiterhin ungeschlagen © imago

Der THW Kiel spielt Barcelona an die Wand - und feiert seinen neuen Coach Alfred Gislason und seine fast unheimliche Siegesserie.

Kiel - Als seine Spieler ausgelassen den Einzug in die Champions-League-Hauptrunde feierten, genoss Alfred Gislason den Triumph im Stillen.

Äußerlich kaum gerührt nahm der Isländer den glanzvollen 33:26-Sieg des deutschen Handball-Meisters THW Kiel gegen Spaniens Vorzeige-Klub FC Barcelona im Kampf um den Vorrunden-Gruppensieg zur Kenntnis.

Die Zufriedenheit mit seinem Team, das er als Trainer erst vor fünf Monaten von Noka Serdarusic übernahm, war dem 49-Jährigen bestenfalls an seinen entspannten Gesichtszügen abzulesen.

"Ich bin sehr erleichtert, dass wir so gut gespielt haben, und freue mich insgesamt über die Leistungen der letzten Zeit", erklärte Gislason gewohnt zurückhaltend.

Kieler Erfolgsmarsch

Dabei wäre etwas mehr Euphorie durchaus angemessen gewesen.

Parallel zum bisherigen Durchmarsch in der Bundesliga, die der Rekordmeister wieder einmal souverän anführt, ragt der THW bislang auch in der europäischen Königsklasse heraus.

Der sechsmalige Titelträger Barcelona wurde in der ersten Gruppenphase gleich zweimal an die Wand gespielt und am Sonntag geradezu gedemütigt. (Kiel demütigt Barcelona)

"Das war ein wichtiger Sieg gegen eine der besten Mannschaften der Welt. Aber wir hatten auch etwas Glück, dass in Laszlo Nagy ihr bester Werfer fehlte", sagte Gislason. Trotz ständiger Kieler Führung - teilweise mit zehn Toren Vorsprung - ließ der Coach die Zügel trotzdem zu keinem Zeitpunkt schleifen.

"Alfred war schon vor dem Spiel richtig ernst, hat uns top auf den Gegner eingestellt und auch zwischendurch immer wieder vor Leichtsinn gewarnt", berichtete Rückraumspieler Filip Jicha, mit sieben Treffern bester Torschütze des THW.

Makellose Bilanz

Die Zwischenbilanz unter dem neuen Coach könnte derzeit kaum besser aussehen:

Von 21 Pflichtspielen in Meisterschaft, Pokal, Champions League und Supercup gewannen die "Zebras" 20 bei nur einem Unentschieden. (Datencenter: Alle CL-Ergebnisse)

"Es ist lange her, dass wir so einen starken Start in die Saison hatten", sagt THW-Routinier Stefan Lövgren, der zuvor neun Jahre unter Serdarusic erlebte.

Auch Manager Uwe Schwenker stellte bereits vor einigen Tagen fest, das die Chemie zwischen Gislason und den Spielern stimmt:

"Die Mannschaft hat ihn zu hundert Prozent angenommen und arbeitet exzellent mit ihm zusammen."

"Wunschgegner gibt es nicht"

Schwenker ist mehr denn je überzeugt, mit Gislason "genau die richtige Entscheidung" getroffen zu haben.

Nicht zuletzt die Leistung gegen Barcelona hätte selbst der Manager dem Team kaum zugetraut: "Wir haben eine Weltklasse-Mannschaft 60 Minuten lang souverän beherrscht - da wird einem fast schon ein wenig bange." (Datencenter: CL-Spielplan)

Angesichts der 4:0 Punkte, die Kiel durch die beiden Siege gegen die Spanier mit in die Hauptrunde nimmt, scheint der Weg ins Viertelfinale fast schon programmiert.

"Ich bin gespannt, welche Gegner wir bekommen, aber einen Wunschgegner gibt es nicht", sagt Gislason vor der Auslosung am Dienstag in Wien.

Zumindest ein deutsches Duell wird es in der zweiten Gruppenphase nicht geben, nachdem wie Kiel auch der HSV Hamburg, die SG Flensburg-Handewitt und die Rhein-Neckar Löwen die Vorrunde jeweils als Gruppen-Erster abschlossen.

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