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Ljuobomir Vranjes ist seit vergangenem Jahr Trainer in Flensburg © getty

Die deftige Klatsche gegen Ciudad Real trifft die Flensburger völlig unerwartet. Umso schwerer tun sie sich mit Erklärungen.

München - Nach der historischen Pleite herrschte in der "Hölle Nord" blankes Entsetzen.

"Ich hätte nie gedacht, dass das Ergebnis so deutlich ausfallen würde. So etwas habe ich in der Campushalle noch nie erlebt", stammelte Trainer Ljubomir Vranjes nach dem Desaster seiner SG Flensburg-Handewitt im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League gegen den dreimaligen Gewinner Ciudad Real.

Nach allen Regeln der Handball-Kunst wurde die SG vor 3520 desillusionierten Fans auseinandergenommen. 24:38 (8:19) hieß es am Ende des ersten Duells mit den Spaniern (Bericht), noch nie zuvor in ihrer Vereinsgeschichte hatten die Flensburger eine höhere Heimniederlage kassiert. (DATENCENTER: Champions League)

Sieg gab Hoffnung

Erst im Februar hatte die SG in der Gruppenphase gegen den gleichen Gegner 25:23 gewonnen und damit den Grundstein zum Erreichen der K.o.-Runde gelegt - und daraus auch ihre Hoffnung gezogen.

"In der Vorbereitung hatten wir vieles aufgegriffen vom tollen Spiel in der Gruppenphase. Es war Feuer in der Mannschaft", sagte SG-Geschäftsführer Holger Kaiser, der aber dann resigniert feststellen musste:

"Mit dem Anpfiff war aber alles wie weggeblasen. " Das Rückspiel am 1. Mai hat damit wohl nur noch statistischen Wert, die Träume vom Final Four in Köln sind geplatzt.

Flensburg bangt um Boesen

Zudem ist fraglich, ob Lasse Boesen rechtzeitig zum zweiten Duell mit Ciudad wieder fit ist. Der dänische Nationalspieler sackte Ende der ersten Halbzeit plötzlich zusammen und verzog sein Gesicht schmerzverzerrt. Nach einer ersten Diagnose zog sich Boesen eine Verletzung am Sprunggelenk zu.

Ob aber mit oder ohne Lasse Boesen - der SG gelang an diesem Abend einfach nichts. Gegen die 5:1-Deckung der Spanier wirkten die Angriffe zumeist hilflos. Und als Ciudad schnell klar davonzog, war den Norddeutschen der Zahn gezogen.

Morgensen fassungslos

"So ein Spiel hätte ich nicht erwartet. Mit 14 Toren kann man zu Hause nicht verlieren", sagte Thomas Mogensen von der SG fassungslos.

Die deutschen Hoffnungen in der Königsklasse ruhen nun auf drei anderen Bundesligisten.

Spitzenreiter HSV Hamburg erwartet am Samstag den russischen Serienmeister Medwedi Moskau. Titelverteidiger THW Kiel gastiert am Ostersonntag in der Neuauflage des Vorjahresfinals beim FC Barcelona und die Rhein-Neckar Löwen erwarten am selben Tag den französischen Klub Montpellier HB.

Gummersbach darf träumen

Vom Finale träumen darf dagegen bereits der VfL Gummersbach.

Der Traditionsklub aus dem Oberbergischen, in der vergangenen Saison Gewinner des EHF-Pokals, gewann das Halbfinal-Hinspiel im Europapokal der Pokalsieger gegen den mazedonischen Klub HC Vardar Skopje deutlich mit 33:21 (19:10).

Damit dürfte das Rückspiel am 30. April nur noch statistischen Wert haben. Bester VfL-Werfer war Vedran Zrnic mit zwölf Toren.

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