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Robert Gunnarsson erzielte im Hinspiel drei Treffer für die Löwen © imago

Trotz Verletzungspech und Hinspiel-Pleite geben sich die Löwen vor dem Spiel in Montpellier nicht geschlagen. Auch Karabatic warnt.

Von Christoph Gschoßmann

München - Mittlerweile sprechen vor dem Viertelfinal-Rückspiel in Montpellier (ab 17 Uhr LIVESCORES) fast alle Anzeichen gegen die Löwen.

Gegner Montpellier hat ein Heimspiel, einen Zwei-Tore-Vorsprung, einen Superstar und dessen torgefährlichen Bruder in der Hinterhand.

Die Löwen haben dazu noch Verletzungspech.

Rückraumspieler Michael Müller und Kreisläufer Bjarte Myrhol fallen im Rückspiel definitiv aus. Müller wird am linken Außenmeniskus operiert, Myrhol klagt über Oberschenkelprobleme.

"Bitter, dass beide ausfallen"

Thorsten Storm hadert mit dem Verletzungspech zur Unzeit. "Das ist sehr schade, dass uns auf der Zielgeraden der Saison wichtige Spieler nicht zur Verfügung stehen", sagte der Löwen-Manager.

Trainer Gudmundur Gudmundsson gibt sich dagegen kämpferisch: "Es ist bitter, dass beide ausfallen. Aber die anderen müssen und können das kompensieren." (DATENCENTER: Champions League)

Gefährlicher Bruder

Für die verbleibenden Löwen gilt es im Rückspiel nicht nur, Superstar Nikola Karabatic zu stoppen, sondern auch seinen jüngeren Bruder Luka, der im Hinspiel sechs Mal traf und damit vier Mal öfter als der Superstar.(STENOGRAMME: Viertelfinale).

[kaltura id="0_vsi1q09h" class="full_size" title="Löwen schlagen Favoritenschreck"]

Es spricht also eigentlich so ziemlich alles gegen die Löwen - bis auf Montpellier selbst. Denn die Franzosen reden ihren Gegner vor der Partie stark, schieben ihm sogar die Favoritenrolle zu.

Warnendes Beispiel von 2008

"Die Löwen sind unwahrscheinlich auswärtsstark, da ist noch überhaupt nichts entschieden", behauptet Nikola Karabatic in der "Handball-Woche".

Und er weiß, wovon er spricht: "Wir hatten das Final-Hinspiel in Ciudad Real gewonnen, und die Party in Kiel war vorbereitet. Dann haben wir das Heimspiel verloren und Ciudad Real hat den Titel gewonnen, das kann alles sehr schnell gehen", erinnert sich der ehemalige Kieler an das Königsklassen-Endspiel 2008 .

Kavticnik sieht Löwen im Vorteil

Teamkollege Vid Kavticnik, der ebenfalls einst das THW-Leibchen trug, geht sogar noch weiter als der Welthandballer: "Die Löwen haben weiterhin eine Chance aufs Weiterkommen von 60:40".

Diese defensive Haltung ist vielleicht nicht ganz unbegründet, denn auch die Franzosen plagen weiterhin Personalsorgen: Vier Spieler fehlen, darunter der Tunesier Issem Tej.

Mit Luka Karabatic hat Trainer Patrice Canayer also erneut nur einen Kreisläufer zur Verfügung.

"Warum nicht auch in Montpellier?"

Und die Löwen glauben weiterhin an ihre Chance und stoßen ins selbe Horn wie Karabatic: "Zwei Tore sind nichts im Handball, es kann nach 30 Sekunden schon wieder bei null anfangen", meint Spielmacher Zarko Sesum gegenüber der "Handball-Woche".

Keeper Slawomir Szmal macht sich ebenfalls noch Hoffnungen: "Wir sind nicht mehr der Favorit, aber auch Montpellier ist nicht so konstant."

Auch aus Gudmundsson spricht trotz der Schlappe Selbstbewusstsein: "Wir haben in Barcelona und Kiel gewonnen, warum sollen wir das nicht auch in Montpellier schaffen?"

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