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Filip Jicha wurde 2010 Torschützenkönig der Champions League © imago

Der THW kämpft gegen Barca um den Einzug ins Final Four. Jicha setzt auf die mentale Stärke. Der Manager kritisiert die EHF.

Von Andreas Kloo

München - Die Ausgangslage für den THW hätte sogar noch schwieriger sein können.

Zwei Minuten vor dem Ende lagen die Kieler im Hinspiel in Barcelona (Bericht) mit 23:27 zurück. Doch Filip Jicha und Dominik Klein erzielten dann noch jeweils einen Treffer in der Schlussphase und stellten den 25:27-Endstand her.

So geht der Titelverteidiger nur mit einem Zwei-Tore-Rückstand ins Rückspiel am Sonntag (ab 18.30 Uhr LIVESCORES) vor heimischer Kulisse.

Einer der beiden Torschützen will den Torabstand aber ohnehin nicht überbewerten: "Ob zwei oder vier Tore - im modernen Handball ist das nichts. Nach zwei Minuten kann das aufgeholt sein und hat man ein komplett neues Spiel", stellt Filip Jicha bei SPORT1 klar.

Dass die Partie gegen Barca auf jeden Fall ein enges Spiel wird, dessen ist sich der Tscheche sicher: Die Chancen aufs Weiterkommen beziffert er auf 50:50.

Nächster Titel futsch?

Ein echtes Tod-oder-Gladiolen-Spiel also, um mit Louis van Gaal zu sprechen. Zumal ein Ausscheiden und das daraus resultierende Verpassen des Final Fours am Selbstverständnis des THW rütteln würde.

Die Meisterschale gehört schon so gut wie sicher dem HSV, so bliebe nur noch der DHB-Pokal als einzig möglicher Titel. Erstmals seit 2006 würde das Team von der Förde dann "nur" einen Titel pro Saison gewinnen.

Warnung vor wackeligen Beinen

Für Jicha ist das aber eher ein Luxusproblem: "Natürlich haben wir in der Vergangenheit viele Erfolge gefeiert hat. Aber diese Erfolge kamen immer eng zustande, und alles kann sich schnell ändern", wappnet er sich für den Fall eines möglichen Misserfolgs. (DATENCENTER: Champions League)

[kaltura id="0_7f1gk436" class="full_size" title="Kiel schl gt HSV im Top Spiel"]

Seinen Mitspielern rät er, sich nicht groß mit einem möglichen Scheitern zu befassen: "Wenn man wackelige Beine vor einem solchen Spiel kriegt, ist man auf dem falschen Weg", weiß der Rückraumspieler.

Derad kritisiert Modus

THW-Manager Uli Derad dagegen befasst sich bereits theoretisch mit dem Ausscheiden. "Es ist schade, dass beim Final Four einer dieser großen Namen des Welthandballs nicht dabei sein wird", unkt er.

Derad plädiert für eine Änderung des Modus: "Wir wollen mit der EHF darüber sprechen, dass künftig ausgeschlossen wird, dass Gruppengegner in der K.o.-Phase erneut aufeinandertreffen."(STENOGRAMME: Viertelfinale)

Gleichzeitig schießt Derad schon einmal gegen den Gegner und wirft Barcelonas Spielern "Fallsucht" vor. Dadurch hätten die Spanier Zeitstrafen für seine Mannschaft provoziert, glaubt Derad.

Probleme im Unterzahlspiel

Doch genau hier sieht Jicha Verbesserungsmöglichkeiten im Vergleich zur Partie, nämlich im Unterzahlspiel.

Zur Pause lag Kiel in Barcelona noch mit 15:14 in Führung, doch durch mehrere Zeitstrafen kurz hintereinander gerieten die Norddeutschen ins Hintertreffem

Jicha fordert deshalb "bisschen schlauer in der Abwehr zu agieren, vor allem wenn man schon Zeitstrafen hat" und außerdem "die Unterzahlsituationen als Mannschaft besser zu lösen".

Fans im Rücken

Ansonsten setzt der 29-Jährige vor allem auf die Unterstützung des Publikums: "Wenn es in der Vergangenheit darauf ankam, haben die Kieler Fans immer unter Beweis gestellt, dass sie die besten Fans Europas sind", lobt Jicha den eigenen Anhang.

Jetzt müssen am Sonntag nur noch die Spieler beweisen, dass sie weiterhin die besten Europas sind.

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