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Olafur Stefansson traf für die Löwen gegen Barcelona vier mal © getty

Die Rhein Neckar Löwen verlieren im Halbfinale gegen Barcelona und müssen weiter auf den ersten Titel ihrer Geschichte warten.

Aus Köln berichtet Julian Meißner

Köln - Wieder nichts!

Die Rhein-Neckar Löwen haben im Halbfinale der Champions League gegen den FC Barcelona den Kürzeren gezogen und das Endspiel des Final-Four-Turniers in Köln verpasst. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Die Löwen unterlagen den Spaniern am Samstag mit 28:30 (12:12).

Entscheidend setzten sich die stark auftrumpfenden Katalanen Mitte des zweiten Durchgangs ab, und als es noch einmal eng wurde, spielte der Rekordtitelträger seine ganze Cleverness und Erfahrung aus. (411096Bilder)

Löwen müssen weiter warten

Damit warten die Badener, die trotz großen Kampfes am Ende verdient verloren, weiter auf den ersten Titel der Vereinsgeschichte.

"Wir haben gegen ein großes Team verloren", sagte Löwen-Trainer Gudmundur Gudmundsson: "Wir haben unsere Möglichkeiten nicht genutzt, ich bin dennoch stolz auf mein Team."

Dieses habe teilweise "fantastischen Handball" gespielt.

Barcelonas Gegner am Sonntag wird im zweiten Halbfinale zwischen dem Deutschen Meister Hamburg und Ciudad Real (18 Uhr LIVESCORES) ermittelt.

Beste Werfer für den sechsmaligen Champions-League-Sieger Barcelona waren Siarhei Rutenka und Juanin Garcia (je 5).

Gensheimer bester Schütze

Für die Löwen trafen Uwe Gensheimer (7/2) sowie Olafur Stefansson, Karol Bielecki und Ivan Cupic (je 4) am häufigsten.

Vor 19.500 Zuschauern in der ausverkauften Lanxess-Arena erwischten die Löwen einen laut Gensheimer "schrecklichen" Fehlstart.

In der Offensive schien der Mittelblock der Spanier um die Hünen Laszlo Nagy und Magnus Jernemyr unüberwindlich, dahinter parierte Keeper Danijel Saric stark.

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Barca dagegen setzte sich in der Anfangsphase dank seines starken Rückraums und kluger Regie von Raul Entrerrios im Angriff immer wieder locker durch und kam zu freien Würfen.

Der konstant mit Pfiffen aus dem Publikum bedachte Rutenka hämmerte den Ball zum 0:4 aus Löwen-Sicht unter die Latte (8.).

Cupic sorgt für den Anschluss

Doch der Underdog fing sich und kam zurück in die Partie. Gestützt auf einen verbesserten Slawomir Szmal zwischen den Pfosten kämpfte sich das Team von Gudmundur Gudmundsson Treffer um Treffer heran.

Beim 9:10 durch ein Kontertor von Cupic (26.) gelang den Löwen erstmals der Anschluss.

Ein weiterer Gegenstoß des gut aufgelegten Youngsters Zarko Sesum brachte den Ausgleich zum 10:10 (27.) und veranlasste Barca-Coach Xavi Pascual, den Löwen-Lauf mit einer Auszeit zu stoppen.

Die Löwen, bei denen der nach seiner Knie-OP überraschend schnell genesene Michael Müller Routinier Stefansson in der Abwehr entlasten konnte, blieben jedoch in der Endphase des ersten Durchgangs am Drücker.

Löwen vergeben Führung leichtfertig

Getragen vom Publikum hätten sie zur Pause (12:12) sogar fast noch die erste Führung der Partie herausgespielt, scheiterten jedoch aufgrund eines überhasteten Abspiels in der Zweiten Welle.

Nach dem Wechsel gewann die Partie am Klasse. Gensheimer traf mit einem unfassbaren Trickwurf aus schwierigem Winkel von links zum 14:14, Bjarte Myrhol legte vom Kreis nach und besorgte in Spielminute (36.) die erste Löwen-Führung.

Torhüter in Hochform

Es entwickelte sich ein umkämpftes Duell, in dem beide Torhüter zu Hochform aufliefen. Kein Team konnte sich entscheidend absetzen, bis Barca Mitte des zweiten Durchgangs drei Tore in Folge zum 23:20 (48.) markierte.

Rocas sorgt für Vorentscheidung

Nun war es an Gudmundsson, seinen Timeout zu nehmen ? doch auch danach bestimmte der Gegner das Geschehen. Beim 25:20 für die Spanier durch Albert Rocas von der Siebenmeterlinie (50.) war eine Vorentscheidung gefallen.

"Das war der Knackpunkt. Der Vorsprung von Barcelona war zu groß", meinte Gensheimer.

In den letzten zehn Minuten ließ der Top-Favorit auf den Titel nichts mehr anbrennen und brachte seinen Vorsprung sicher über die Zeit, auch wenn die Löwen noch auf zwei Tore herankamen.

Szmal muss verletzt raus

Dabei spielte eine entscheidende Rolle, dass Keeper Szmal mit einer Muskelverletzung ausgewechselt werden musste und der eingewechselte Henning Fritz nicht an die Klasseleistung des Polen anknüpfen konnte.

"Das war ein Schock für uns", meinte Gudmundsson, und Fritz sagte: "Wenn Slawomir 60 Minuten durchgespielt hätte, hätten wir gewonnen.".

Für die Mannheimer hat damit ihre Serie gegen spanische Teams ein Ende. Im achten Europacup-Vergleich mit Teams von der iberischen Halbinsel kassierten die Badener die erste Niederlage.

"Manchmal muss man auch anerkennen, wenn der Gegner besser war?, meinte Abwehrchef Oliver Roggisch: "Das war heute der Fall."

Das Spiel im Stenogramm

Rhein-Neckar Löwen - FC Barcelona 28:30 (12:12)

Tore: Gensheimer (7/2), Cupic (4), Bielecki (4), Stefansson (4), Sesum (3), Myrhol (2), Tkaczyk (1), Schmid (1), Müller (1), Groetzki (1) für die LöwenRutenka (5), Garcia (5), Tomas (4), Entrerrios (3), Oneto (3), Nagy (2), Ugalde (2), Rocas (2/2), Igropulo (1), Nöddesbo (1), Sarmiento (1), Sorhaindo (1) für BarcelonaZuschauer in Köln: 19.500 (ausverkauft)

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