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Der HSV Hamburg verpasst einmal mehr gegen Ciudad Real das Weiterkommen © getty

Nach den Löwen verpasst auch Hamburg den Einzug ins Endspiel der Königsklasse. Die Entscheidung fällt Anfang der zweiten Hälfte.

Aus Köln berichtet Julian Meißner

Köln - Der Höhenflug des Deutschen Meisters hat in der Champions League ein Ende gefunden.

Einmal mehr ist der HSV Hamburg an Angstgegner Ciudad Real gescheitert. (411096Bilder)

Im Halbfinale des Final-Four-Turniers in Köln unterlag Martin Schwalbs Mannschaft am Samstag trotz großen Kampfes letztlich klar mit 23:28 (10:12). (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Die Niederlage war verdient, da gibt es keine zwei Meinungen", sagte Schwalb: "Wir sind ein bisschen traurig, aber das macht unsere Saison nicht kaputt."

Viele technische Fehler

Ciudad Reals Gegner am Sonntag (18 Uhr LIVESCORES) im rein spanischen Finale ist Rekordtitelträger und Vorjahresfinalist FC Barcelona, der sich im ersten Halbfinale am Nachmittag mit 30:28 (12:12) gegen die Rhein-Neckar Löwen durchgesetzt hatte (Bericht).

Die Badener erwarten nun den HSV im Spiel um Platz drei (So., 15.15 Uhr LIVESCORES).

In einer Partie voller technischer Fehler fiel die Entscheidung Anfang der zweiten Halbzeit, als Ciudad Real Hamburger Unzulänglichkeiten konsequent nutzte und sich Tor um Tor absetzte.

"Das war nicht unser Spiel. Mit so einer Leistung hat man es auch nicht verdient", meinte Pascal Hens.

Vierter Sieg gegen HSV in Folge

Ciudad Reals Coach, der zweimalige Welthandballer Talant Duschebajew, sagte: "Wir sind natürlich sehr froh, dass wir den Deutschen Meister geschlagen haben. Wir wussten, dass es hart werden würde."

Bereits in den vergangenen drei Jahren war für Hamburg jeweils gegen den Titelträger von 2006, 2008 und 2009 Endstation in der Königsklasse gewesen.

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Beste Werfer für Ciudad Real waren Alberto Entrerrios und Luc Abalo (je 6) sowie Kiril Lazarov (5/4).

Für Hamburg trafen Stefan Schröder (5), Hans Lindberg (5/3) und Hens (4) am häufigsten.

Hamburg dominiert Anfangsminuten

Vor 19.500 Zuschauern in der ausverkauften Kölner Arena dominierte der HSV die Anfangsminuten und ging nach einem Doppelschlag durch Rechtsaußen Lindberg mit 3:1 in Führung (6.).

Von Beginn an war Feuer in der traditionell schwer umkämpften Begegnung: Hens rutschte nach acht Minuten versehentlich in Isaias Guardiola hinein, die Aktion löste ein kleineres Handgemenge zwischen den Teams aus.

Doch Ciudad Real ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und glich beim 4:4 (10.) durch Mariusz Jurkiewicz erstmals aus. Der treffsichere Linkshänder Lazarov, WM-Torschützenkönig von 2009, besorgte kurz darauf die erste Führung für die Spanier, die nun zunehmend das Ruder übernahmen.

Nach dem 7:5 durch Viran de Morros (18.) bat HSV-Coach Schwalb sein Team, das in der Offensive hastig agierte und oft zu früh den Abschluss suchte, zur Auszeit.

Lazaraov schraubt Ciudad-Vorsprung nach oben

Doch beim 10:7 für Ciudad (23.) durch den sicheren Siebenmeterwerfer Lazarov wuchs der Hamburger Rückstand erstmals auf drei Tore an - vor allem, weil sich der Deutsche Meister zahlreiche technische Fehler leistete.

Auch von der verletzungsbedingen Auswechslung des Star-Keepers Arpad Sterbik konnte der HSV nicht profitieren, Ersatzmann Jose Javier Hombrados hielt glänzend.

Obwohl auch die Spanier in dieser Phase teils grausige Unzulänglichkeiten zeigten, retteten sie immerhin einen Zwei-Tore-Vorsprung in die Halbzeitpause.

"Beste Abwehr der Welt"

Nach dem Seitenwechsel blieb Hamburg im Hintertreffen. Spielmacher Chema Rodriguez erhöhte per Gegenstoß beim 17:12 (35.) auf Fünf Tore für Ciudad. Spätestens als Hombrados kurz darauf Lindbergs Siebenmeter parierte, wurde die Niederlage greifbar.

Immer wieder biss sich der HSV die Zähne an der "besten Abwehr der Welt" (Schwalb) aus.

Doch Hamburg kämpfte nach Kräften, vor allem der eingewechselte Schröder bot eine Klassepartie. Und der Rückstand schmolz: Schröders feiner Heber vom Kreis markierte das 20:22 aus Hamburger Sicht (47.).

"Haben das Ding nicht in die Kiste gekriegt"

"Da hätte die Partie noch einmal kippen können, aber dann haben wir das Ding nicht in die Kiste gekriegt", meinte Schwalb.

Die Aufholjagd hatte Kraft gekostet, Ciudad setzte sich erneut auf 24:20 (54.) ab.

Auch ein weiterer Timeout und die Einwechslung des angeschlagenen Bertrand Gille brachte nicht mehr die erhoffte Wende.

Duschabajew will den Titel

Ciudad Real schaukelte das Spiel am Ende routiniert nach Hause und machte so das spanische Finale gegen den Erzrivalen aus Barcelona perfekt. "Nun wollen wir auch den Titel holen", kündigte Duschebajew an.

Schröder auf der anderen Seite meinte etwas trotzig: "Deutscher Meister sind wir immer noch."

Das Spiel im Stenogramm

Ciudad Real - HSV Hamburg 28:23 (12:10)

Tore: Entrerrios (6), Lazarov (5/4), Abalo (5), Källman (4), Canellas (2), Parrondo (2), Guardiola (1), Rodriguez (1), Morros (1), Jurkiewicz (1) für Ciudad RealLindberg (5/3), Schröder (5), Hens (4), Duvnjak (2), K. Lijewski (2), Vori (2), Lackovic (1), Jansen (1), G. Gille (1) für HamburgZuschauer in Köln: 19.250 (ausverkauft)

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