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Stefan Schröder spielt seit 2005 für den HSV Hamburg © imago

Stefan Schröder spricht im SPORT1-Interview über das erneute Aus gegen Ciudad und die Vermutung, der HSV habe zuviel gefeiert.

Aus Köln berichtet Julian Meißner

Köln - Es hätte Stefan Schröders großer Tag werden können.

Der Hamburger Rechtsaußen kam in der zweiten Halbzeit des Champions-League-Halbfinales in die Partie und war mit vier Treffern maßgeblich an der Aufholjagd beteiligt, die den HSV noch einmal an der Wende gegen Ciudad Real schnuppern ließ (Bericht).

Nach zwischenzeitlichem Sechs-Tore-Rückstand kam der Deutsche Meister 13 Minuten vor Schluss noch einmal bis auf 20:22 heran, verpasste aber gegen starke Spanier letztlich doch klar den Sprung ins Endspiel. (411096Bilder)

Gerade in Halbzeit eins hatten die Hamburger sich das Leben mit zahlreichen überhasteten Abschlüssen und technischen Fehlern selbst schwer gemacht.

Nach dem Ausscheiden der Rhein-Neckar Löwen zuvor gegen den FC Barcelona (Bericht) kommt es nun am Sonntag zu einem rein spanischen Finale (18 Uhr LIVESCORES) .

Der HSV und die Löwen spielen zuvor (15.15 Uhr LIVESCORES) um Platz drei beim Final-Four-Turnier in Köln.

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Im SPORT1-Interview spricht Schröder über die Gründe für das vierte Ausscheiden gegen Ciudad Real in Folge und die Vermutung, der HSV habe sich bei den Meisterfeierlichkeiten zu sehr verausgabt.

SPORT1: Herr Schröder, haben die vielen technischen Fehler Hamburg heute den Sieg gekostet?

Stefan Schröder: Das war ein Punkt von dreien. Wir haben es nicht geschafft, aus der Abwehr heraus mit der Schnellen Mitte und mit Gegenstößen zu agieren. Das hat heute absolut gefehlt. Und wir haben gerade am Anfang unsere Konzeptionen nicht konsequent durchgespielt. Und natürlich haben wir eine Menge technische Fehler produziert, ganz klar.

SPORT1: Zum vierten Mal hintereinander sind Sie an Ciudad Real gescheitert. Was hat es mit diesem Gegner auf sich?

Schröder: Sicherlich ist das makaber und bitter für uns. Aber man muss auch Ciudad Real ein großes Kompliment machen, sie haben wieder sehr gut gespielt. Wir haben es ihnen allerdings auch nicht allzu schwer gemacht.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

SPORT1: Sie persönlich haben nach Ihrer Einwechslung ein Riesenspiel gemacht und stehen nun dennoch mit leeren Händen da. Was ist das für ein Gefühl?

Schröder: Ein beschissenes.

SPORT1: Waren die Feierlichkeiten nach der Meisterschaft zu wild?

Schröder: Wer so etwas behauptet, oder überhaupt darüber nachdenkt, der hat keine Ahnung.

SPORT1: Wenn wir die Meisterschaft ausklammern: Wie fällt Ihr Fazit der Champions-League-Saison aus?

Schröder: Es war mehr drin. Aber beim Final Four kommt es auf Nuancen an. Wir haben unser Potenzial einfach nicht abgerufen und deshalb auch verdient verloren, das muss man ganz klar so sehen. Aber wir haben dennoch eine extrem gute Saison gespielt. Wir sind Deutscher Meister geworden und haben gerade einmal vier Niederlagen in der gesamten Saison kassiert. Deswegen werde ich die Feierlichkeiten, und das was jetzt noch kommt, auch genießen.

SPORT1: Wenn es nicht die Feierlichkeiten waren: War es heute ein Kopfproblem?

Schröder: Nein, wir waren ja am Anfang da. Es war nicht so, dass wir nicht wollten. Wir haben 3:1 geführt und haben uns dann im Angriff den Schneid abkaufen lassen. Wir haben uns zu wenig ohne Ball bewegt und vielleicht auch ein wenig zu viel nachgedacht.

SPORT1: Ist Ciudad Real wirklich der Angstgegner?

Schröder: Möglicherweise ist es ja wie gegen Kiel. Wir hatten zu Hause nie gegen sie gewonnen, und dann hat es irgendwann auf einmal geklappt. Vielleicht gelingt uns das ja auch gegen Ciudad. Nächste Saison ist auch eine Saison.

SPORT1: Wie gehen Sie nun das Spiel um Platz drei an?

Schröder: Wir haben zu Anfang der Saison gesagt, wir wollen jedes Spiel gewinnen. Dazu gehört auch ein Spiel um Platz drei bei Final Four.

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