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Die Rhein Neckar Löwen und Bjarte Myrhol (M.) bleiben in dieser Saison ohne Titel © getty

Die Hanseaten bezwingen die Löwen und holen sich zumindest den dritten Platz bei den Final Four. Zwei Kreisläufer überragen.

Aus Köln berichtet Julian Meißner

Köln - Immerhin für das Trostpflaster hat es gereicht.

Meister Hamburg hat das deutsche Duell um Platz drei beim Final Four der Champions League gegen die Rhein-Neckar Löwen gewonnen und verlässt Köln erhobenen Hauptes. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Mit 33:31 (15:13) behielt der HSV am Sonntag dank einer über weite Strecken souveränen Vorstellung im kleinen Finale die Oberhand über die Badener.

Hamburg war am Samstag an Ciudad Real (Bericht), die Löwen am FC Barcelona gescheitert. (411096Bilder)

Die beiden spanischen Spitzenklubs bestreiten das Endspiel um die europäische Krone (18 Uhr LIVESCORES).

HSV hat den besseren Punch

Schon zu Beginn der Partie setzte sich der HSV ab und geriet über die gesamte Spielzeit nicht mehr in Rückstand. Die Löwen kämpften sich zehn Minuten vor Schluss zum Ausgleich, doch in der entscheidenden Phase hatte der Meister den besseren Punch.

Beste Werfer auf Seiten der Hamburger vor 19.250 Zuschauern in der ausverkauften Kölner Arena waren Bertrand Gille (6) sowie Igor Vori und Stefan Schröder (je 5).

Für die Löwen trafen Olafur Stefansson (7/3 ), Bjarte Myrhol und Zarko Sesum (je 5) sowie Champions-League-Torschützenkönig Uwe Gensheimer (3/2) am häufigsten.

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"Haben teuer bezahlt"

"Ich bin sehr, sehr stolz auf meine Mannschaft. Alle haben von der ersten Minute an gezeigt, dass sie gewinnen wollen und sind an die Leistungsgrenze gegangen, das ist keine Selbstverständlichkeit", sagte HSV-Trainer Martin Schwalb nach der Partie.

Dagegen gab Löwen-Trainer Gudmundur Gudmundsson zu: "Wir haben alles gegeben, aber der Gegner war zu stark. Ich bin zufrieden damit, wie meine Mannschaft gekämpft und Charakter gezeigt hat. Ähnlich wie gestern haben wir schlecht begonnen, das haben wir teuer bezahlt."

Hamburg ohne Lackovic

Die Hamburger, die auf Blazenko Lackovic (Rückenprobleme) verzichten mussten, begannen konzentriert und setzten die Prämisse von Trainer Martin Schwalb um, der vor dem Spiel trotz dessen zweifelhaftem Wert angekündigt hatte: "Wir haben nichts zu verschenken."

Wie schon im Halbfinale kam der Toyota-HBL-Vierte aus Mannheim, bei dem Henning Fritz den am Oberschenkel verletzten Slawomir Szmal zwischen den Pfosten vertrat, dagegen zunächst überhaupt nicht in die Partie und lag nach fünf Minuten 0:4 zurück.

Auch wenn die Löwen sich langsam in die Partie bissen, dominierte der HSV das Geschehen. Über 9:5 (15.) und 12:8 (22.) verteidigte Hamburg seinen Vorsprung. Selbst eine doppelte Überzahl konnten die Löwen nicht nutzen, um entscheidend aufzuholen.

Myrhol bringt die Löwen ran

Erst Ende des ersten Durchgangs fand das Team von Gudmundur Gudmundsson offensiv bessere Lösungen und setzte zunehmend Kreisläufer Myrhol in Szene.

Beim 13:14 (26.) durch Linksaußen Gudjon Valur Sigurdsson waren die Löwen plötzlich wieder dran, mit einer Zwei-Tore-Führung für Hamburg ging es in die Pause.

Auch nach dem Wechsel dominierte der HSV und kam vor allem durch die überragenden Kreisläufer Gille und Vori immer wieder zum Torerfolg.

Dass die Löwen im Spiel blieben, hatten sie ihrer Rückraumachse mit Stefansson, Sesum und Grzegorz Tkaczyk zu verdanken.

Sandström und Bitter stark

Auf der Gegenseite knüpfte der eingewechselte HSV-Keeper Per Sandström nahtlos an die gute Leistung von Johannes Bitter an, dennoch schmolz der Vorsprung beim 25:24 (46.) auf ein Tor.

Stefansson markierte zehn Minuten vor Schluss von der Siebenmeterlinie erstmals wieder den Ausgleich.

Doch Hamburg setzte sich mit einem Zwischenspurt innerhalb von zwei Minuten wieder auf drei Tore ab, brachte den Vorsprung am Ende sicher über die Zeit und unterstrich so seine Stellung als Nummer eins im deutschen Handball.

Löwen kämpfen um Champions-League-Qualifikation

Schon am Mittwoch geht es für die beiden Teams in der Toyota HBL weiter.

Der HSV wird im Rahmen der Partie gegen den TBV Lemgo (19 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) die Meisterschale in Empfang nehmen, die Löwen dürfen sich gegen Absteiger Friesenheim im Kampf um die Champions-League-Qualifikation keinen Patzer erlauben.

Das Spiel im Stenogramm:

Rhein-Neckar Löwen - HSV Hamburg 31:33 (13:15)

Tore: Stefansson (6/3), Myrhol (5), Sesum (5), Tkaczyk (3), Gensheimer (3/1), Sigurdsson (3), Bielecki (2), Cupic (2), Groetzki (1), Müller (1) für die LöwenB. Gille (6), Schröder (5), Vori (5), K. Lijewski (4), Jansen (3), Hens (3), Kraus (2/2), Duvnjak (2), G. Gille (2), M. Lijewski (1) für HamburgZuschauer in Köln: 19.250 (ausverkauft)

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