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Jesper Noeddesbo (M.) war mit acht Treffern bester Werfer im Champions-League-Finale © getty

Die Katalanen schlagen ihren Erzrivalen und feiern nach der spanischen Meisterschaft nun auch den Gewinn der Königsklasse.

Aus Köln berichtet Julian Meißner

Köln - Schon wieder Riesenjubel beim FC Barcelona: Keine 24 Stunden nach den Fußballern haben auch die Handballer des katalanischen Top-Klubs die Champions League überlegen für sich entschieden.

Im rein spanischen Finale von Köln behielt Barca mit 27:24 (14:10) klar die Oberhand über Erzrivale Ciudad Real. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Damit holte sich der Rekordtitelträger zum siebten Mal die Krone in der Königsklasse.

Zuvor hatte der Deutsche Meister Hamburg die Rhein-Neckar Löwen im deutschen Duell der Halbfinal-Verlierer um Platz drei mit 33:31 (15:13) bezwungen (Bericht).

Barca-Zwischenspurt Ende der ersten Halbzeit

Barca setzte sich mit einem Zwischenspurt Ende der ersten Halbzeit auf vier Treffer ab und verteidigte den Vorsprung in der temporeichen und hochklassigen Partie souverän.

Bester Werfer auf Seiten des Siegers waren bei einer geschlossenen Mannschaftsleistung Kreisläufer Jesper Nöddesbo (8) sowie Siarhei Rutenka, Victor Tomas und Juanin Garcia (je 3).

Matchwinner Saric

Matchwinner jedoch war der serbische Torhüter Danijel Saric, der mit 21 Paraden eine Weltklasseleistung zeigte und zahlreiche freie Würfe entschärfte.

Für Ciudad Real trafen Mariusz Jurkiewicz (5), Kiril Lazarov (5/2) und Alberto Entrerrios (4) am häufigsten.

"Ich bin sehr stolz auf mein Team. Saric war heute der entscheidende Faktor. Er verdient diesen Titel, als Spieler und als Person", sagte Barcelonas Trainer Pascual stolz.

Auch Ciudad Reals Trainer Duschebajew sah in dem Keeper den Matchwinner: "Ich bin wirklich traurig, wir hatten einen schlechten Tag. Aber Barcelona ist ein großer Champion. Saric in dieser exzellenten Verfassung hat uns nervös gemacht."

Der so hoch gelobte bezog die ganze Mannschaft mit ein: "Das ist ein großer Tag für den Klub. Wir haben hart für diesen Titel gearbeitet und verdienen ihn."

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Vorherrschaft durchbrochen

Die Vorherrschaft Ciudad Reals im ewigen spanischen Duell ist damit zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit durchbrochen worden. Schon die nationale Meisterschaft war dieses Jahr nach vier Titeln für Ciudad Real in Folge an Barcelona gegangen.

Vor 19.250 Zuschauern in der ausverkauften Kölner Arena entwickelte sich nach standesgemäßem Showprogramm das erwartet rasante Finale auf allerhöchstem Niveau.

Barcelona erarbeitete sich früh ein leichtes Übergewicht und ging beim 9:7 (18.) durch eine feine Einzelleistung von Spielmacher Daniel Sarmiento erstmals nach dem 2:0 zum Auftakt der Partie wieder mit zwei Treffern in Führung.

Nöddesbo glänzt

Vor allem Barcas dänischer Kreisläufer Nöddesbo glänzte in der Anfangsphase mit Übersicht und Treffsicherheit.

Doch Ciudad Real, das auf den verletzten Ausnahmekeeper Arpad Sterbik verzichten musste, ließ sich gestützt auf seine variable Deckung um Weltmeister Didier Dinart zunächst nicht abschütteln.

In den Schlussminuten des ersten Durchgangs gelangen dem leichten Favoriten Barca dann aber vier Treffer in Folge. Beim 12:10, als der überragende Saric aus dem eigenen Sechs-Meter-Raum ins gegnerische Tor traf, wurde es erstmals richtig laut in der Halle.

Barcelonas russischer Linkshänder Konstantin Igropulo besorgte mit dem 13:10 (27.) die erste Drei-Tore-Führung, Cristian Ugalde legte per Gegenstoß das 14:10 nach.

Duschebajew versucht alles

Der Timeout von Ciudad Reals Coach Talant Duschebajews änderte nichts daran, dass es mit vier Toren Vorsprung für die Katalanen in die Pause ging.

Barca-Coach Xavi Pascual setzte auch im zweiten Durchgang auf eine massive 6:0-Deckung um den schwedischen Deckungsspezialisten Magnus Jernemyr und Hüne Laszlo Nagy (2,09 m), die den Star-Rückraum Ciudad Reals immer wieder vor unlösbare Probleme stellte. Vor allem aber trieb Saric die gegnerischen Werfer mit teils unfassbaren Paraden zur Verzweiflung.

Barca: Angriffskunst vom Feinsten

Auch Angriffskunst zeigte Barca vom Feinsten: Kreisläufer Cedric Sorhaindo netzte im Stile eines Volleyballers zum 17:12 (37.), Raul Entrerrios erhöhte kurz darauf aus dem Rückraum erstmals auf sechs Tore.

Der Rest war Formsache für den Vorjahresfinalisten, der 2010 bei der Premiere des Final Four in Köln trotz klarer Führung noch dem THW Kiel unterlegen war.

Zug um Zug baute Barca mit Weltklasseaktionen am Fließband seinen Vorsprung aus. Über 22:15 (45.) durch einen feinen Heber Albert Rocas? und 26:19 (53.) durch Juanin Garcia steuerte Barca dem sicheren Triumph entgegen und brachte den umjubelten Sieg am Ende sicher nach Hause.

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