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Uwe Schwenker (l.) und Zvonimir Serdarusic arbeiteten 15 Jahre zusammen in Kiel © getty

Ein Geschäftsmann soll vor dem CL-Finale 2007 Bestechungsgelder des THW Kiel übergeben haben. Der Kroate muss nun vor Gericht.

Kiel - Im Bestechungsskandal um den deutschen Rekordmeister THW Kiel hat das Landgericht Hamburg brisante Vorladungen verschickt:

Im Prozess gegen den früheren Manager Uwe Schwenker und den ehemaligen Trainer Zvonimir Serdarusic muss unter anderem ein kroatischer Geschäftsmann in den Zeugenstand.

Er soll den Schiedsrichtern vor dem Champions-League-Finale 2007 Bestechungsgeld übergeben haben. Dies meldet der "Spiegel".

Das Landgericht Hamburg wird auch die beiden möglicherweise bestochenen Schiedsrichter des Rückspiels vorladen.

Miroslaw Baum und Marek Goralczyk aus Polen, die die zweite Partie zwischen dem siegreichen THW und der SG Flensburg-Handewitt leiteten, müssen Ende Oktober in den Zeugenstand.

Das war zunächst nicht vorgesehen gewesen.

CL-Sieg für 60.000 Euro gekauft?

Nach der Erkrankung des Richters, der die Verhandlung ursprünglich leiten sollte, hat der neue Richter die Zeugenliste erweitert.

Eine Vorladung erhielt auch der kroatische Geschäftsmann Nenad Volarevic, der den polnischen Schiedsrichtern Schmiergeld übergeben haben soll.

Im Zentrum des Prozesses stehen Schwenker und Serdarusic. Beiden wird vorgeworfen, den Finalsieg durch die Bestechung der Schiedsrichter mit knapp 60.000 Euro gekauft zu haben.

Nach dem 28:28 im Hinspiel in Flensburg gewann der THW das Rückspiel zu Hause 29:27.

Prozess beginnt im September

Schwenker und Serdarusic müssen sich wegen des Verdachts der Untreue und der Beihilfe zur Untreue verantworten, außerdem wegen Bestechung im geschäftlichen Verkehr.

Alle Beteiligten bestreiten die Vorwürfe.

Der Prozess vor dem Landgericht Kiel beginnt am 21. September.

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