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Trainer Alfred Gislason war vor seiner Zeit bei Kiel bei Gummersbach tätig © getty

Der THW Kiel sichert sich die Dienste eines isländischen Supertalents, das bereits mit Nikola Karabatic verglichen wird.

Von Maximilian von Harsdorf

München ? Europas Handballelite war hinter Aron Palmarsson her, doch nun steht der THW Kiel unmittelbar davor, den Zuschlag zu bekommen.

Der Isländer, derzeit noch in der Heimat beim FH Hafnarfjördur aktiv, gilt als eines der größten Handballtalente weltweit. Jüngst wurde er auch in die isländische Nationalmannschaft berufen, war auch in den Länderspielen gegen Deutschland am Ball.

Pikant: Der 18-Jährige hatte bereits einen Vorvertrag bei Kiels Bundesliga-Konkurrent TBV Lemgo unterzeichnet.

Rückraum-Spieler Palmarsson sollte phasenweise bei den Westfalen mittrainieren und langsam an die erste Mannschaft herangeführt werden.

Kiel ist Palmarssons "Traumverein"

Doch jetzt zeichnet sich eine Trendwende ab: Palmarsson bezeichnet den THW als "seinen Traumverein" und traf sich bereits mit dem Kieler Trainer Alfred Gislason.

THW-Manager Uwe Schwenkerbestätigte gegenüber der "Kieler Zeitung" zwar die Gespräche mit dem Supertalent, wollte aber noch keine Einigung bestätigen: "Ich bleibe bei meiner Linie. Verkündet wird erst wenn die Tinte trocken ist."

Alles deutet auf einen Wechsel

Wesentlich deutlicher wird da schon das Objekt der Begierde selbst: "Alfred möchte mich so bald wie möglich für Kiel verpflichten. Es war toll, nach Kiel zu kommen. Diese Möglichkeit werde ich mir nicht entgehen lassen", äußerte sich Palmarsson gegenüber der Zeitung "Frettabladid".

Es deutet also alles drauf hin, dass sich die Fans des Rekordmeisters auf ein echtes Juwel freuen können.

Reichlich Vorschusslorbeeren

Bereits im Vorfeld heimst der Linkshänder reichlich Lob ein, nicht nur Gislason sieht Parallelen zum Welthandballer des Jahres 2007.

Auch die isländische Handballlegende Olafur Stefansson, früher in Magdeburg aktiv, äußert sich euphorisch: "Er ist der beste junge Spieler, den ich jemals gesehen habe. Er ist höchstens mit Nikola Karabatic in dieser Altersstufe zu vergleichen", sagte der heute 35-Jährige den "Kieler Nachrichten".

Lemgo enttäuscht

Die Lemgoer hingegen schauen in die Röhre. "Wir haben eine Vereinbarung getroffen, wonach wir ihn in seiner Karriere begleiten wollen", äußerte sich TBV-Geschäftsführer Volker Zerbe in der "Lippischen Landeszeitung" von Palmarssons Sinneswandel enttäuscht.

"Wir wären sehr gerne einen gemeinsamen Weg gegangen, doch Reisende soll man nicht aufhalten. Wer nicht zum TBV will, den kann man nicht zwingen. Das macht wenig Sinn.", erläutert Zerbe, der Lemgo mit Martin Strobel und "Mimi" Kraus trotzdem auf der Mittelposition "optimal aufgestellt" sieht.

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