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Marcin Lijewski hat sich von seiner Verletzung erholt und ist wieder voll einsatzfähig © dpa Picture Alliance

Der THW Kiel und der HSV gehen in den fünften Spieltag der Champions League. Allerdings mit unterschiedlichen Vorzeichen.

Von Annette Bachert

München - Das Hamburger Lazarett lichtet sich, bei den Kielern wird die Verletztenliste derzeit dagegen länger.

Mit Michael Kraus (Innenbandriss und Meniskusquetschung) und Marcin Lijewski (Adduktorenzerrung) kann HSV-Coach Per Carlen nun nach langer Zeit, mit Ausnahme des Langzeitverletzten Oscar Carlen, wieder auf den kompletten Rückraum zurückgreifen.

Nach seinem ersten Kurzeinsatz beim 31:22-Sieg gegen den TV Großwallstadt zeigte sich der 28-jährige Kraus überglücklich: "Ein tolles Gefühl. Aber ich hätte gerne ein paar Minuten mehr gespielt."

Darauf wird der deutsche Nationalspieler laut Coach Carlen wohl nicht mehr lange warten müssen.

Kraus bekommt mehr Spielzeit

Für das Spiel in Polen kündigte der Schwede an: "Vor allem Michael Kraus und Marcin Lijewski haben genug Energie für mehr Spielzeit und sollen diese nach Möglichkeit auch bekommen, um sich weiter mit der Mannschaft einzuspielen."

Und auch Kreisläufer Igor Vori findet nach einer schwierigen Zeit ("Ich hatte eine Bremse im Kopf") wieder in die Spur.

"Langsam komme ich aber wieder. Die Fans können den alten Igor zu 100 Prozent erwarten", verspricht Vori. Und das muss er auch, denn mit Bertrand Gille fällt die Nummer eins auf der Position wegen eines Muskelfaserisses einige Wochen aus.

So müssen die Hamburger in der Champions-League-Partie bei Wisla Plock S.A. (Sa. ab 15 Uhr LIVESCORES) auf den französischen Nationalspieler und voraussichtlich noch ein paar weitere Wochen verzichten.

Kretzschmar: Vori vor Mammut-Aufgabe

"Das ist nicht einfach zu kompensieren für Hamburg. Mit Vori hat der HSV aber noch einen Weltklasse-Kreisläufer. Dann muss er eben 60 Minuten spielen. Das ist natürlich eine Mammut-Aufgabe", sagt SPORT1-Experte Stefan Kretzschmar.

Gegen den TVG gelang es dem Deutschen Meister den Franzosen halbwegs zu ersetzen und zumindest in Hälfte zwei seiner Favoritenrolle gerecht zu werden.

Diese schreibt Kretzschmar dem HSV auch gegen polnischen Champion zu - auch wenn Plock für ihn "die große Unbekannte" ist: "Das ist ein Gegner, den die Hamburger kontrollieren müssen, wenn sie nach Köln ins Final Four wollen. Da darf nichts anbrennen."

Kiel mit zwei unangenehmen Gegner vor der Brust

In der Königsklasse stehen die Polen mit zwei Siegen und zwei Niederlagen auf Platz vier der Gruppe C, der HSV führt diese souverän mit acht Punkten aus vier Partien an.

Nicht ganz so überzeugend waren dagegen die Auftritte des THW Kiel in dieser Champions-League-Saison. Drei Punkte ließ der Rekordmeister gegen Montpellier HB und Ademar Leon bereits liegen. Und nun haben die Kieler mit dem Doppelschlag gegen RK Partizan Belgrad zwei unangenehme Partien vor der Brust.

Am Sonntag (ab 17 Uhr LIVESCORES) empfängt der THW den serbischen Meister in der heimischen Sparkassen-Arena, am Mittwoch tritt das Team von Alfred Gislason dann den Weg nach Belgrad an.

Anderson mit Hodenprellung

Und zu allem Überfluss muss der Rekordmeister in den kommenden Wochen auf Kapitän Marcus Ahlm verzichten. Ein Innenbandriss im linken Knie setzt den Schweden vorerst außer Gefecht. Fraglich ist zudem der Einsatz von Rückraum-Shooter Kim Andersson.

Wegen einer Hodenprellung, die er sich beim 35:26-Sieg gegen Lemgo zuzog, wurde der Schwede eine Woche krankgeschrieben.

Doch bereits in der ersten Partie ohne Ahlm bewies Daniel Kubes mit fünf Treffern, dass er nicht nur in der Abwehr eine echte Verstärkung ist. "Er kann das am Kreis und hat auch schon Akzente gesetzt", lobt Kretzschmar den Abwehr-Spezialisten: "Diese Qualität wird jetzt gefragt sein. Obwohl ein Ahlm natürlich nie ganz zu ersetzen ist."

Dennoch sind vier Punkte aus den beiden Partien laut Kretzschmar "fest eingeplant. Da gibt es keine Diskussion: Die Qualität der Kieler gegenüber Belgrad ist um ein vielfaches höher. Alles andere als zwei Siege wäre eine große Überraschung."

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