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Sven-Sören Christophersen ist 2010 von Wetzlar zu den Füchsen Berlin gewechselt © getty

Vor der Revanche in Veszprem beklagen die Füchse Probleme in Defensive wie Offensive - und den Reisestress. Hamburg ist Favorit.

Von Daniel Michel

München - Markus Riechwien befürchtete Schlimmeres.

"An dieser Niederlage haben wir zu knabbern", sagte Berlins Rechtsaußen, nachdem die Füchse vor rund zwei Wochen gegen MKB Veszprem KC 24:29 (13:15) ihr Heimspiel in der Champions League verloren hatten. (BERICHT: Veszprem zu abgezockt für die Füchse).

In der der Toyota HBL haben die Hauptstädter beim Bergischen HC ihr vergangenes Spiel zwar mit 32:29 gewonnen, doch vor der Revanche am Sonntag in Vezprem (ab 17 Uhr LIVESCORES) beklagen die Füchse Probleme in Defensive wie Offensive - und den Reisestress.

Hanning übt Kritik

"Auch in den guten Spielen war die Deckungsarbeit nicht so, wie ich mir das vorstelle", kritiserte Berlins Manager Bob Hanning sein Team gegenüber der "BZ".

Viel Zeit, um an den Schwächen zu feilen, bleibt nicht.

Die Füchse tanzen mit Liga, Pokal und Champions Legaue auf drei Hochzeiten und befinden sich oft unterwegs in Bus und Flieger.

Sigurdsson braucht eine Lösung

"Trainer Dagur Sigurdsson hat durch die vielen Reisen und Spiele gar keine Zeit mehr für gezieltes Abwehrtraining", beklagte Hanning, der betonte: "Er muss das Thema lösen, aber wir wissen noch nicht wie."

"Was ungemein anstrengt, ist der Reisestress", sagte auch Sven-Sören Christophersen, was der Rückraumspieler aber nicht als Ausrede verstanden wissen wollte.

"Akku voll"

"Bis jetzt kommen wir gut klar. Körperlich platt bin ich nicht. Noch ist der Akku voll", versicherte der Nationalspieler, der in der "BZ" verriet, wie das Team dem Stress begegnet.

"Wir reisen alle mit Kuschelkissen. Torsten (Laen, d. Red.) hat sogar eine Iso-Matte mit und schläft im Bus im Gang", sagte Christophersen und ergänzte:

"Der Rest zockt beim Pokern, oder wir schließen eine Playstation an und spielen Golf. Ich bevorzuge das Kartenspielen."

Torquote unter dem Schnitt

Neben dem Reisestress und Schwächen in der Defensive haben die Füchse in der Champions League auch im Angriff ein Problem. (DATENCENTER: Champions League).

Mit im Schnitt 29,6 stellen die Berliner als Vierter den zweitschlechtesten Angriff in der Gruppe - nur Gegner Vezprem ist vorne noch harmloser.

Doch der Gruppenzweite aus Ungarn, der neben vier Siegen eine Niederlage gegen Atletico Madrid einstecken musste, kann sich mit Torwart Mirko Alilovic eines starken Rückhalts sicher sein.

Tabellenführer in Ungarn

Der kroatische Nationalkeeper ließ die Füchse-Offensive bereits im Hinspiel verzweifeln.

In Ungarn führt Veszprem die Liga mit elf Siegen und einer Niederlage an.

Das Team von Trainer Lajos Mocsai zeigte sich zuletzt gut in Form und siegte bei Gyongyos mit 37:31.

Kampf mit Kielce

Während die Ungarn mit dem Achtelfinale in der Champions Legaue wohl bereits planen können, müssen die Berliner um den Einzug in die K.o.-Phase noch bangen.

Siege gegen Kielce und Silkeborg sowie ein Unentschieden gegen Medvedi stehen Niederlagen gegen Madrid und Vezprem gegenüber.

Mit 5:5 Punkten besitzen die Berliner einen Minuspunkt weniger als die fünftplatzierten Polen aus Kielce, die am Sonntag bei Spitzenreiter Atletico Madrid antreten müssen.

HSV kann den Sack zu machen

Der HSV Hamburg kann hingegen zu Hause gegen Wisla Plock den vorzeitigen Einzug ins Achtelfinale perfekt machen (ab 15.30 Uhr LIVESCORES).

Der Deutsche Meister ist als ungeschlagener Tabellenführer klar in der Favoritenrolle. Schon das Hinspiel beim Meister aus Polen in der Vorwoche gewann das Team von Per Carlen mit 30:26.

"Habe ich noch nie erlebt"

Über die Verletztenliste bei den Hanseaten kann Coach Carlen nur staunen: "Ich habe in 17 Jahren noch nie so viele Verletzte in einer Mannschaft erlebt. Aber wir beklagen uns nicht und konnten diese Probleme bisher ganz gut kompensieren."

Gegen Wisla muss er auf Marcin Lijewski, Michael Kraus, Bertrand Gille und den Langzeitverletzten Oscar Carlen verzichten.

Dennoch sieht der Trainer seine Mannschaft nach dem Fehlstart zu Saisonbeginn immer besser werden.

"Die Abwehr und unsere Torhüter sind zur Zeit super drauf und auch im Angriff verbessern wir uns stetig, weil wir gut trainieren und die Inhalte in den Spielen gut umsetzen?", sagte Carlen.

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