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Rückraumspieler Kim Andersson vertrat Alfred Gislason beim Hinspiel als Trainer © imago

Nach der holprigen Vorbereitung steht für den THW Kiel das erste Spiel an. In der Champions-League-Vorrunde wartet Szeged.

Von Sarah Kallien

München - Den ersten Handball-Knaller nach der EM verfolgte der deutsche Branchenprimus THW Kiel gestern von der Couch aus.

Der HSV Hamburg und die Füchse Berlin lieferten sich in der Toyota HBL ein spannendes Verfolgerduell, mit dem besseren Ende für den Meister (Bericht).

Der ungeschlagene THW steigt heute wieder ins Geschehen ein: In der Champions-League-Vorrunde treffen die "Zebras" in der heimischen Sparkassen-Arena auf Pick Szeged (ab 19 Uhr LIVESCORES).

Schwierige Vorbereitung

Wie fast immer gehen die Kieler auch in dieser Partie als Favorit auf die Platte. Nach sieben Spieltagen sind sie mit 11:3 Punkten Tabellenführer der Gruppe D, der ungarische Vizemeister ist Fünfter (4:10) (DATENCENTER: Champions League).

Doch Trainer Alfred Gislason nimmt das erste Spiel nach der EM-Pause keinesfalls auf die leichte Schulter: "Der Auftakt am Donnerstag wird ein schwieriges Spiel."

Das liegt vor allem daran, dass elf der 15 Kieler den Januar bei ihren Nationalmannschaften verlebten. Zeitweise standen Gislason lediglich vier Akteure in den Trainingseinheiten zur Verfügung.

Als der Isländer wieder alle Spieler begrüßen durfte, musste er erst einmal Aufbauarbeit leisten. Bis auf Momir Ilic, der mit Serbien Silber gewann, kehrten seine Profis zumeist geknickt zurück.

"Seit Montag habe ich das Gefühl, wieder eine Mannschaft zu haben", sagt Gislason: "Der Spaß am Handball ist zurück."

Neuverpflichtung Sigurdsson

Die spielfreie Zeit nutzten die Kieler unterdessen, um die Planungen für die kommende Saison weiter voranzutreiben.

Der THW verpflichtete am Mittwoch den isländischen Nationalspieler Gudjon Valur Sigurdsson vom dänischen Meister AG Kopenhagen für zwei Jahre.

Der 32-jährige Linksaußen war zuvor unter anderem beim Ligakonkurrenten Rhein-Neckar Löwen aktiv und soll beim THW Henrik Lundström ersetzen.

Letzte Chance für Szeged

Ganz anders verlief die Vorbereitung für Szeged. Die Ungarn stellten lediglich fünf Spieler für die europäischen Titelkämpfe ab und konnten sich bereits früh auf den THW Kiel konzentrieren.

Aufgrund der Ausgangslage war dies auch nötig: Während das Team von Gislason bereits für das Achtelfinale qualifiziert ist und es lediglich darum geht, Platz eins zu verteidigen, haben die Ungarn nur noch theoretische Chancen aufs Weiterkommen.

Trotzdem hat Trainer Laszlo Skaliczki große Erwartungen für dieses Spiel: "Wir wollen beweisen, dass unsere Teilnahme kein Zufall gewesen ist. Ich hoffe, dieses Spiel wird uns aufwecken und uns nach der Winterpause wieder zu einem Team zusammenschweißen."

Auch Kreisläufer Szabolcs Zubai kündigt einen großen Kampf an: "Wir werden alles geben, bis rechnerisch nichts mehr möglich ist."

Hinspiel ohne Gislason

Im Hinspiel (26:38) war Szeged gegen die Kieler nach starkem Start letztlich chancenlos gewesen, und das, obwohl Gislason nach seiner Sperre nur auf der Tribüne Platz genommen hatte.

Allerdings haben die Ungarn zuletzt bewiesen, dass sie zu beachtlichen Leistungen fähig sind. So besiegten sie in eigener Halle Montpellier HB (38:35) und unterlagen in Südfrankreich nur knapp (26:29).

Nach der holprigen Vorbereitung sind die Kieler also gewarnt. Aber immerhin haben sie diesmal einen echten Trainer auf der Bank.

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