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Sven-Sören Christophersen trägt seit der Saison 2010/11 das Berliner Trikot © getty

Im letzten CL-Gruppenspiel geht es für die Füchse neben dem Einzug ins Achtelfinale auch um die Ehre der Hauptstadt.

Von Katharina Blum

München - Von Atletico Madrid über die HSG Wetzlar und weiter gegen Bjerringbro-Silkeborg: Die Füchse Berlin wandeln momentan von einer Handball-Welt in die nächste.

Am Sonntag in der Champions League nach einem engagierten Auftritt noch beim Titelfavoriten von Star-Trainer Talant Duschebajew mit 27:32 unterlegen, folgte am Mittwoch für die Berliner in der der Toyota HBL gegen den Tabellen-Dreizehnten ein einigermaßen lockerer 29:26-Erfolg, ehe es nun am Samstag (ab 14.30 Uhr LIVESCORES) in der Max-Schmeling-Halle um den größten Erfolg der Vereinsgeschichte geht.

Mit einem Sieg im letzten Gruppenspiel gegen Schlusslicht Bjerringbro-Silkeborg können die Füchse trotz der Niederlage in Madrid noch den Einzug ins Achtelfinale in der Königsklasse schaffen (BERICHT: Kämpfende Füchse nicht belohnt).

"Wollen in allen Wettbewerben bestehen"

"Wir sind alle sicher ein wenig angeschlagen nach den vielen Spielen der letzten Zeit. Aber wir sind auch alle heiß und wollen in allen Wettbewerben bestehen", sagte Rückraumspieler Sven-Sören Christophersen im Interview mit SPORT1.

Der deutsche Nationalspieler war mit acht Treffern bester Schütze seiner Mannschaft und einer der Garanten für den Erfolg beim "Charaktertest" in Wetzlar (ROUNDUP: THW-Express überrollt Löwen).

Hoffen aufs Publikum

Um die Belastung so gering wie möglich zu halten, waren die Füchse nach ihrem Spiel in Spanien schon extra ohne den Umweg über Berlin nach Mittelhessen angereist

Von dort ging es dann wieder zurück in die Hauptstadt: "Jetzt haben wir am Samstag ein Endspiel und müssen dafür alle Kräfte mobilisieren. Wir hoffen natürlich, dass Berlin uns wie im Spiel gegen Tschechow trägt", erklärte Berlins Manager Bob Hanning der Nachrichtenagentur "dpa".

Gegen den russischen Meister hatte seine Mannschaft im Fuchsbau mit 31:28 gewonnen.

Sieg ist Pflicht

Aktuell liegen die Berliner hinter Chekhovskie Medvedi auf dem fünften Platz. Mit einem einem Sieg im letzten Gruppenspiel gegen Bjerringbro-Silkeborg ist der Sprung ins Achtelfinale noch drin.

Und die Statistik macht Mut: Die Dänen haben bisher alle ihre neun Partien der Gruppenphase verloren und gingen zuletzt auch gegen den Zweiten KS Vive Targi Kielce mit 26:37 unter.

"Dieses Spiel hat eine große Bedeutung. Es zeigt, was wir in fünf Jahren alles geschafft haben. Bei einem Sieg gehören wir zu den 16 besten Teams der Welt. Wir sind der einzige Verein, der wahrnehmbaren Klubs, in dieser Stadt, der noch in der höchsten Euro-Spielklasse vertreten ist", so Hanning gegenüber der "B.Z.".

Begeistert vom ganzen Drumherum

Ähnlich sieht das auch Berlins Kapitän Torsten Laen, der bereits in Madrid und in Gudme Champions League gespielt hat:

"Berlin braucht mindestens eine europäische Handballbühne. Dass die Füchse jetzt in so kurzer Zeit in der Champions League spielen, ist überragend. Das Publikum hat uns immer super unterstützt und die Erfolge gegen Chekhov und Kielce möglich gemacht. Das ganze Drumherum, ob Boden, Hymne oder die vielen Details rund um die Partien sind etwas Besonderes. Ich hoffe ja, dass es nicht das einzige Mal in den kommenden drei Jahren bleiben wird, wo wir international spielen."

Wieder ohne Petersson

Gegen den dänischen Verein müssen die Berliner allerdings weiter ohne ihren rechten Rückraumspieler Alexander Petersson auskommen, den eine Schulterverletzung plagt.

Zudem ist der Einsatz des zweiten Torhüters fraglich. Gegen Wetzlar musste Petr Stochl wegen einer Wadenzerrung passen.

Schwarze Null in der Kasse

Ein Weiterkommen lohnt sich freilich auch für die Vereinskasse. Für das Erreichen des Achtelfinals gibt es 25.000 Euro, als Gruppenzweiter warten 20.000 Euro zusätzlich. Im Viertelfinale winken 40.000 Euro.

Hanning: "Das Weiterkommen rechnet sich auch wirtschaftlich. Wir könnten dann mit einer schwarzen Null die Saison abschließen."

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