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Thierry Omeyer (M.) spielt siet 2006 für den THW Kiel © imago

Der THW Kiel empfängt den ewigen Rivalen Atletico Madrid. Beide wollen den Rückstand auf Veszprem nicht anwachsen lassen.

Von Marc-Oliver Robbers

München - Nach dem beeindruckenden Sieg in der DKB Handball-Bundesliga gegen den bisherigen Spitzenreiter Rhein-Neckar Löwen (Nachbericht), steht für den THW Kiel am Sonntag gleich das nächste Topspiel an.

In der Sparkassen-Arena kommt es zur Neuauflage des letztjährigen Champions-League-Finales gegen Atletico Madrid (ab 17.15 Uhr LIVESCORES).

Obwohl es sich nur um ein Gruppenspiel in der Königsklasse handelt, ist reichlich Brisanz im Giganten-Duell.

Denn die Gruppe führt überraschend keines der beiden Teams an. Dort thront ungeschlagen der ungarische Topklub MKB Veszprem (DATENCENTER: Champions League).

Anschluss an Spitze herstellen

Kiel musste sich bei den Ungarn geschlagen geben und verlor dazu noch überraschend in Celje.

Atletico kassierte sogar bereits drei Niederlagen in der Gruppenphase, darunter das Hinspiel gegen die Kieler.

Beide wollen den Anschluss an Spitzenreiter Veszprem nicht verlieren. Madrids Kiril Lazarov zeigt sich überrascht von der Stärke der Ungarn:

"MKB Veszprem hat das beste Team seit es den Klub gibt. Ich hatte sie schon stark erwartet, aber nicht gedacht, dass sie schon so früh auf so einem Level spielen."

Es ist bereits das vierte Aufeinandertreffen binnen sechs Monaten. Neben dem Champions-League-Finale und dem Hinspiel, trafen beide Mannschaften auch beim IHF Super Globe in Doha aufeinander.

"Kleinigkeiten entscheiden"

Dort gelang den Spaniern auch der einzige Sieg. Große Geheimnisse gibt es da nicht mehr. Das weiß auch Lazarov: "Beide Seiten kennen sich in- und auswendig. Daher werden Kleinigkeiten über den Sieg entscheiden."

Madrid hat nach dem verlorenen Finale im Mai sein Team runderneuert. Gleich acht Neuzugänge musste Trainer Talant Duschebajew, der einst für Nettelstedt und Minden in der HBL auflief, im Sommer integrieren.

Der Königstransfer war dabei sicher die Verpflichtung des zweifachen Welthandballers Ivano Balic. Der 33 Jahre alte Kroate will mit den Hauptstädtern endlich seinen ersten Champions-League-Titel gewinnen.

[kaltura id="0_jg0tte1b" class="full_size" title="Kiel zeigt L wen die Grenzen auf"]

Zusammen mit Balic' holte Madrid Abwehrspieler Jakov Gojun aus Zagreb. Dazu kamen der französische Nationalspieler Xavier Barachet und die Spanier Angel Romero, Josep Masachs und Alvaro Ferrer.

Omeyer warnt

Ein Kader gespickt mit internationalen Top-Leuten. Vor der Breite im Team des Gegners warnt auch Kiels Torwart Thierry Omeyer:

"Madrid hat auf jeder Position Weltklasse-Spieler. Man braucht sich nur ihre Rückraum-Achse anschauen. Aber wenn wir so verteidigen wie gegen die Löwen, bekommt jeder Gegner große Probleme."

Wenn Madrid überhaupt irgendwo Probleme hat, dann im Tor. Kurz vor Saisonstart verabschiedete sich Keeper Arpad Sterbik nicht ganz geräuschlos zum Rivalen FC Barcelona.

Zu allem Überfluss verletzte sich mit Javier Hombrados der zweite Weltklasse-Keeper schwer am Knie.

Die Seele des Teams fehlt

Zwar verfügt Atletico mit dem Norweger Magnus Dahl immer noch über einen starken Keeper, doch die Nummer zwei Antonio Diez ist erst 18 Jahre alt.

Der nachverpflichtete Routinier Adnan Sabanovic ist erst im Februar in der Königsklasse spielberechtigt.

"Hombrados war und ist noch immer die Seele in unserem Spiel. Natürlich merken wir sein Fehlen, aber wir müssen nach vorne schauen und das Beste aus der Situation machen", berichtet Lazarov.

Omeyer fordert einen Sieg

Beide Teams haben zwar nicht den Druck gewinnen zu müssen, da die Qualifikation für das Achtelfinale beiden kaum mehr zu nehmen ist, aber ein Sieg gegen einen Branchenriesen ist, genau wie der Gruppensieg, prestigeträchtig.

"Wir wollen Atletico schlagen und auch alle anderen Spiele gewinnen, um dann im Februar die Chance zu haben, Veszprem in unserem Heimspiel unter Druck zu setzen. Aber selbst wenn wir alle Spiele gewinnen, müssen wir auf einen Patzer von Veszprem hoffen", weiß auch Omeyer.

Flensburg reist nach Montpellier

Ein ähnlich prestigeträchtiges Duell erwartet die SG Flensburg-Handewitt in Montpellier.

Die verletzungsgebeutelten Norddeutschen reisen ohne fünf Stammkräfte nach Frankreich. Zuletzt meldete sich Maik Muchalla mit einem Zehenbruch ab. Mit einem Sieg kann Flensburg das Achtelfinale buchen.

"Wenn wir es packen, ist es gut", sagt SG-Geschäftsführer Dierk Schmäschke dem "NDR". "Aber einen Sieg darf man nicht so einfach erwarten."

Der französische Topklub wird noch immer von den Nachbeben des Wettskandals um Nikola Karabatic erschüttert. Der auch unter Verdacht stehende Bruder Luka wechselte inzwischen Aix-en-Provence.

Mit nur fünf Punkten steht Montpellier gegen Flensburg schon unter Druck. Ademar Leon und Partizan Belgrad befinden sich in Lauerstellung.

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