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Pascal Hens verletzte sich im WM-Hauptrun- denspiel gegen Norwegen am Oberschenkel © getty

Pascal Hens' Oberschenkel hält beim Hamburger Champions-League-Sieg gegen Pamplona, trotzdem fliegt er zum Spezialisten.

Hamburg - Am Tag nach dem Auftaktspiel des HSV Hamburg im Handball-Jahr 2009 flog Pascal Hens erst einmal zur medizinischen Untersuchung an den Bodensee.

"Eine Vorsichtsmaßnahme", wie der Nationalspieler der Hanseaten erklärte.

Zwar hatte er am Abend zuvor noch mit einer guten Leistung und fünf Toren zum 34:23 (14:13)-Sieg seiner Mannschaft gegen Portland San Antonio (Spanien) im ersten Hauptrundenspiel der Champions League beigetragen (Spielbericht: Geglückter Auftakt für den HSV), doch die hohe Belastung der vergangenen Monate war am WM-Teilnehmer Hens nicht spurlos vorübergegangen.

Beim Spezialisten in Konstanz

Eine Oberschenkel-Verhärtung plagt den 28-Jährigen seit der WM in Kroatien und hatte ihn zum Ende des Turniers sogar zum Zuschauen gezwungen.

"Wir wollen auf Nummer sicher gehen und genau abchecken lassen, was mit dem Oberschenkel ist", sagte Hens bevor er sich zur Untersuchung beim Spezialisten Kurt Mosetter in Konstanz begab.

In der Partie gegen Portland war der Rückraumspieler von Trainer Martin Schwalb erst nach 20 Minuten eingewechselt und sein Pensum auf eine halbe Stunde beschränkt worden. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen)

"Wir werden verheizt"

"Wenn mein Körper erstmal auf Betriebstemperatur ist, gibt es keine Probleme", meinte der Weltmeister von 2007.

Doch nach zahlreichen Verletzungen in den vergangenen Jahren - zuletzt eine Schienbeinkopffraktur bei den Olympischen Spielen in Peking - hat Hens gelernt, noch mehr auf seinen Körper zu hören.

Schließlich war er es, der in der Vergangenheit die Terminhatz im Handball besonders scharf anprangerte. "Wir sind völlig überlastet und werden verheizt", betonte er mehrfach.

"Da kommt noch einiges auf uns zu"

Da waren auch die 15 Tage Pause zwischen seinem letzten WM-Einsatz und dem ersten Pflichtspiel für den HSV in diesem Jahr keineswegs ausreichend.

Zumal der Stress in den kommenden Wochen noch größer wird: Die Titelrennen in Champions League, Bundesliga und DHB-Pokal bedeuten in den kommenden 16 Wochen noch mindestens 20 und bis zu 28 Spieleinsätze.

"Da kommt noch einiges auf uns zu", sagt Hens.

Fast alle HSVer in Kroatien

Umso wichtiger war es, dass HSV-Trainer Schwalb angesichts des deutlichen Erfolgs in der zweiten Halbzeit gegen den zweimaligen spanischen Meister einigen Leistungsträgern Auszeiten gönnen konnte, der große Schritt Richtung Viertelfinale gelang auch so.

Denn in Weltmeister Guillaume Gille (Frankreich), "Vize" Blazenko Lackovic (Kroatien), den Bronzemedaillen-Gewinnern Marcin und Krzysztof Lijewski und weiteren ausländischen und deutschen Nationalspielern war fast die komplette Hamburger Mannschaft in den letzten Wochen durchgehend aktiv.

Ausgeruhter Matchwinner

Da konnte Schwalb schon fast froh sein, dass sein Rechtsaußen Stefan Schröder wegen einer Grippe beinahe die gesamte WM pausieren musste.

Denn der wieder genesene 27-Jährige sprühte gegen den Champions-League-Sieger von 2001 nur so vor Spielfreude und avancierte mit acht Treffern zum Matchwinner.

Hens war von der Top-Leistung seines Teamkollegen keineswegs überrascht: "Er hat ja bei der WM hauptsächlich im Bett gelegen."

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