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Der THW könnte nach 2007, 2010 und 2012 zum vierten Mal in der Königsklasse feiern © imago

Der THW verlängert den Ungarn-Trip nach dem Triumph in Veszprem in der Hauptstadt. HSV-Keeper wünscht sich Kielce im Halbfinale.

Budapest/Hamburg - Die Helden des THW Kiel bejubelten ausgelassen das Ende des Champions-League-Fluchs.

Im Hexenkessel der Veszprem-Arena hatte der deutsche Meister als erstes Team im laufenden Wettbewerb triumphiert und mit dem 29:28 (12:14) beim ungarischen Topklub MKB Veszprem als erster Titelverteidiger erneut das Final Four der Königsklasse erreicht (BERICHT: Kiel kämpft sich ins Final Four).

"Hier gewinnt nicht jeder", sagte THW-Keeper Andreas Palicka nach dem Schlusspfiff vor 5019 Zuschauern in Veszprem stolz (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Showdown Anfang Juni in Köln

Damit hatte der Schwede untertrieben. Denn bei den Ungarn hatte in dieser Saison noch keine Mannschaft gesiegt, bis auf Kiel verloren sogar alle mit mindestens sieben Toren Unterschied.

Am 1./2. Juni greifen die Kieler in Köln dann nach ihrem vierten Triumph nach 2007, 2010 und 2012.

Der HSV Hamburg will sich dagegen zum ersten Mal die europäische Krone aufsetzen.

Final Four trotz Pleite

Nach dem 32:26-Erfolg im Hinspiel konnten sich die Hamburger im Bundesliga-Duell gegen die SG Flensburg-Handewitt sogar eine 23:25 (10:13)-Pleite erlauben, um sich zum zweiten Mal nach 2011 für das Finalturnier in der Domstadt zu qualifizieren.

Johannes Bitter humpelte am späten Sonntagabend durch den Kabinentrakt der Hamburger Arena und strahlte trotz Schmerzen über das ganze Gesicht.

Mit seinen Paraden hatte der Nationalkeeper a.D. seinem Team soeben die zweite Teilnahme am Final Four der Champions League nach 2011 gesichert.

Die Schmerzen am rechten operierten Knie? Egal. Die Niederlage gegen Flensburg? Vergessen.

"Mir ist es scheißegal, wie das Spiel ausgegangen ist. Wir haben ein großes Ziel erreicht. Der Traum lebt", sagte Bitter nach der Zitterpartie seiner Mannschaft gegen den Bundesliga-Rivalen.

HSV-Keeper wünscht sich Kielce im Halbfinale

Vielmehr war Bitter in Gedanken schon bei der Halbfinal-Auslosung am Donnerstag (BERICHT: HSV wendet Flensburger Wunder ab).

Geht es nach Hamburgs Held, käme es erst im Finale zum Bundesliga-Duell zwischen Kiel und dem HSV.

"Wenn ich könnte, dann würde ich mir im Halbfinale Kielce wünschen. Das ist der vermeintlich leichteste Gegner", sagte Bitter.

Neben dem polnischen Meister und den Zebras könnte als dritter möglicher Kontrahent der achtmalige Champions-League-Sieger FC Barcelona gezogen werden.

Trainer Schwalb lobt Bitter

"Was Jogi in der entscheidenden Phase gehalten hat, war ganz stark. Vorher war es nicht unbedingt sein Spiel, aber als es drauf ankam, war er da", lobte HSV-Trainer Martin Schwalb.

Mit seinen Paraden hatte der 30 Jahre alte Torhüter maßgeblichen Anteil an der vierten Halbfinal-Teilnahme der Hamburger nach 2008, 2009 und 2011.

Bei den Hanseaten, die vor heimischen Publikum zehn Minuten vor dem Ende noch mit 16:23 zurückgelegen hatte, war Hans Lindberg mit sechs Toren bester Werfer, bei Flensburg traf Anders Eggert am häufigsten (6).

Kiel kämpft sich in Ungarn zurück

Auch in Ungarn sah es für die Kieler gegen Veszprem lange nicht gut aus.

Die Gäste lagen schnell 1:5 zurück und gingen mit einem 12:14 in die Pause. Erst nach einem 16:19-Rückstand (39.) zogen die Norddeutschen an, drehten das Spiel und verteidigten die Führung bis zum Schluss.

"Wir hatten aber nie das Gefühl, dass sie uns weggelaufen sind", sagte Ahlm. Erfolgreichste Werfer des THW waren Filip Jicha und Marko Vujin mit je sieben Toren.

THW-Coach Alfred Gislason war dennoch erleichtert, war das 32:31 im Hinspiel angesichts der Heimstärke des ungarischen Serienmeisters doch nur ein hauchdünnes Polster.

"Ich bin stolz auf meine Mannschaft. Sie hat die Taktik gut umgesetzt und nur wenige Fehler gemacht", sagte der Isländer und gab den Startschuss zu einer "richtige" Sause: "Ein Bier ist erlaubt."

Party in Budapest

Nach dem Abendessen vor Ort machte sich die Mannschaft im Bus auf nach Budapest. Der Rest ist nicht überliefert, doch einige Bierchen mehr dürften es in der Hauptstadt wohl geworden sein.

Allerdings wissen die Kieler, dass sie angesichts der anstehenden Aufgaben nicht über die Stränge schlagen dürfen. Bereits am Mittwoch steht für den Tabellenführer das Heimspiel gegen HBW Balingen-Weilstetten (ab 16.40 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) auf dem Programm.

Der HSV Hamburg kämpft am Dienstag im Heimspiel gegen TuS N-Lübbecke um einen Champions-League-Platz.

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