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Dominik Klein wurde 2007 mit dem THW Kiel Champions-League-Sieger © getty

Der THW Kiel kämpft trotz Verletzungssorgen um den CL-Gruppensieg. Im angeblichen Skandal kündigt Jesper Nielsen Aufklärung an.

Von Jennifer Fischer

München - Das Aufeinandertreffen der beiden wohl weltbesten Vereinsmannschaften rückt am Samstagabend (20 Uhr LIVESCORES) den Sport wieder in den Vordergrund.

Wenn der THW Kiel im Champions-League-Gipfel in der Quijote-Arena den Titelverteidiger Ciudad Real fordert, geht es um den Gruppensieg und die günstigere Ausgangsposition fürs Viertelfinale.

Das Hinspiel in Kiel, wo der Bestechungsverdacht weiterhin schwelt, entschieden die "Zebras" 33:26 (Ergebnisse der Gruppe 4) klar für sich.

Beide Mannschaften sind vorzeitig fürs Viertelfinale qualifiziert, der Gruppensieger hat jedoch dann Heimrecht im Rückspiel sowie einen Gruppenzweiten als Gegner.

THW will den Sieg

Dem THW Kiel würde dafür sogar eine Niederlage reichen - wenn die Differenz nicht mehr als sieben Tore betragen würde.

Für die Norddeutschen spricht ebenfalls, dass sie seit 37 Pflichtspielen keine Niederlage mehr hinnehmen mussten.

Diese sensationelle Serie soll aus Kieler Sicht natürlich nicht abreißen.

Dinart wieder dabei

Ciudad Real steht diesem Lauf jedoch kaum nach. Die Spanier haben 16 Liga-Spiele in Folge ohne Punkteverlust bestritten.

Zudem kann der Vorjahressieger wieder aus dem Vollen schöpfen.

Defensiv-Spezialist Didier Dinart ist nach seiner muskulären Verletzung, die er sich bei der WM zugezogen hatte, wieder einsatzbereit.

Trainer Talant Duschebajew muss "nur" auf den Linksaußen David Davis (Einriss am Außenmeniskus) sowie auf Kreisläufer Rolando Urios verzichten.

Verletzungssorgen bei Kiel

Die Kieler Personalsituation sieht dagegen bedenklicher aus. Alfred Gislason muss improvisieren.

Neben den beiden verletzten Rückraum-Mitte-Spielern Börge Lund und Stefan Lövgren kämpfen einige Spieler mit den Folgen einer Grippe.

Besonders schmerzlich für den Isländer dürfte sein, dass Nikola Karabatic schwer angeschlagen ist.

Klein lässt sich nicht ablenken

Der THW kämpft aber nicht nur mit Verletzten, sondern vor allem mit dem bitteren Beigeschmack der Manipulationsunterstellungen aus den letzten Tagen. (Kiel kommt nicht zur Ruhe).

Dominik Klein sieht seine Leistung durch den Rummel allerdings nicht beeinträchtigt: "Ich lasse die Dinge nicht an mich heran. Die Vorwürfe belasten mich in keinster Weise", sagte der Linksaußen den "Kieler Nachrichten".

Nielsen verspricht vollständige Aufklärung

Die Liga hat zwar die unliebsame Affäre zu den Akten gelegt (Affäre um Kiel beendet), doch die Frage, wer diese in die Welt gesetzt hat, ist noch offen.

Doch die Kieler Staatsanwaltschaft hat den Brief, mit dem der Löwen-Beiratsvorsitzende Dieter Matheis THW-Manager Uwe Schwenker um Aufklärung gebeten hatte, angefordert.

Oberstaatsanwalt Uwe Wick gab aber Entwarnung: "Die Staatsanwaltschaft führt kein Ermittlungsverfahren gegen Verantwortliche des THW."

Jesper Nielsen, der Hauptgesellschafter der Rhein-Neckar Löwen, kündigte aber unterdessen für kommende Woche die große Abrechnung an: "Wir werden mit einer offiziellen Erklärung kommen, in der alles vollständig aufgeklärt wird", sagte er dem "Mannheimer Morgen".

EHF mit erstem Statement

Der Europäische Handball-Verband (EHF) sieht keinen Grund, Ermittlungen durchzuführen. Es gebe keine Dokumente, Fakten oder Belege für eine Manipulation. Daher sehe die EHF keine Grundlage, um rechtliche Schritte einzuleiten, teilte der Verband in einer Erklärung am Freitagabend mit und äußerte sich damit erstmals offiziell zu der Affäre.

Die Berichte über eine mögliche Manipulation würden aber dem Handball und der positiven Entwicklung der Champions League schaden, heißt es weiter. Die EHF räumte allerdins ein, dass bei einem dynamischen Spiel wie Handball Schiedsrichterentscheidungen immer zu Diskussionen anregen würden.

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