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Hans Lindberg (Mitte) war 2012/2013 in allen drei Wettbewerben bester Werfer © getty

Der HSV startet guter Dinge in die Mission Titelverteidigung, Kiel will zurückschlagen. Favorit sind aber die Spanier.

Hamburg - Hamburg ist "geil" auf die Rolle des Gejagten, Kiel will die Schmach aus dem Vorjahr tilgen, doch als Topfavorit geht der hochgerüstete FC Barcelona ins Rennen:

Die Champions League steht vor einer vielversprechenden 21. Ausgabe.

Und trotz drohender spanischer Übermacht wollen die Vorzeigeklubs aus dem Norden beim lukrativen Finalturnier in Köln wieder für Furore sorgen und die europäische Krone zum dritten Mal in Folge nach Deutschland holen.

"Wenn du solche unfassbaren Gefühle erlebt hast wie wir, als wir in Köln auf dem Podium standen, willst du das immer wieder erleben", sagte Martin Schwalb, Trainer des HSV Hamburg, vor dem Start in die Mission Titelverteidigung bei den Spaniern von Naturhouse La Rioja (Samstag, ab 19.30 Uhr LIVESCORES).

"Am Tag X muss alles klappen"

Doch die Wiederholung des größten Triumphs der Vereinsgeschichte wird für das Schwalb-Team mit Sicherheit nicht zum Selbstläufer, zumal die Hanseaten, die gegen Rioja auf Kapitän Pascal Hens (Adduktoren-Zerrung) und Kreisläufer Andreas Nilsson (Wadenprellung) verzichten müssen, einen schwachen Start in die DKB Handball-Bundesliga hingelegt haben (6:4 Punkte).

"Um die Champions League zu gewinnen, muss am Tag X alles klappen, da musst du einfach an den besten Teams der Welt vorbei", sagte Schwalb, aber: "Ich find's geil, dass wir die Gejagten sind."

Gutes Geld winkt

Drei Sieger in Serie aus der Bundesliga hat es in der 1993 eingeführten Königsklasse bislang noch nicht gegeben, vor dem HSV hatten 2012 die Kieler die Krone geholt.

Erklärtes Ziel des HSV ist erst einmal, sich wieder für Köln zu qualifizieren. Beim Final-Four kommt es dann am 31. Mai/1. Juni 2014 zum großen Showdown von Europas Handball-Schwergewichten.

Zudem wartet dann auch das große Geld auf die Klubs.

Rund drei Millionen Euro werden in der Königsklasse ausgeschüttet, eine Million davon allein in Köln. Der Sieger darf sich über einen 500.000-Euro-Scheck freuen.

Harte Brocken für Kiel

Nach der schmerzhaften Halbfinal-Niederlage in der Vorsaison gegen den HSV brennt der THW Kiel auf Wiedergutmachung.

Die Zebras wollen unbedingt wieder nach dem Titel greifen.

Dafür muss das neu formierte Team von Trainer Gislason mit den beiden starken polnischen Mannschaften aus Kielce (mit dem spanischen Weltmeister Julen Aguinagalde) und Plock (mit dem Ex-Hamburger Marcin Lijewski) sowie den Dänen von KIF Kolding Kopenhagen (mit dem Ex-Kieler Kim Andersson) bereits in der Gruppenphase drei schwere Brocken aus dem Weg räumen.

Zum Start geht es für den Liga-Krösus am Sonntag zum polnischen Vizemeister Wisla Plock (ab 17 Uhr LIVESCORES).

"Plock wird unser erster richtiger Härtetest. Die Polen werden richtig Gas geben", sagte Gislason.

Flensburger wollen nach Köln

Während die Rhein-Neckar Löwen ihren Auftakt gegen den ukrainischen Meister HC Motor Saporoschje (31:31) am Donnerstagabend (Bericht) verpatzten, strotzt der deutsche Vizemeister Flensburg Handewitt vor Selbstbewusstsein.

Nach dem bitteren Aus im letztjährigen Viertelfinale gegen den HSV ist das Finalturnier erklärtes Ziel (DATENCENTER: Alle Spiele, alle Tabellen).

"Diesmal wollen wir die gesamte Distanz bis Köln meistern", sagte Kapitän Tobias Karlsson vor dem Startschuss gegen den dänischen Meister Aalborg am Sonntag (ab 15 Uhr LIVESCORES), "unser erstes Ziel muss daher lauten: Gruppensieger werden".

Darum dürften sich die Flensburger mit dem HSV streiten, der ebenfalls in Gruppe D startet.

Barca holt weitere Stars

Der Titel führt aber nur über Barcelona.

Die aufgemotzten Katalanen jagen der Konkurrenz jetzt schon Angst und Schrecken ein.

"Nachdem sie gegen uns das Finale verloren hatten, hat Barcelona mächtig nachgeladen", sagte Schwalb.

Mit dem französischen Superstar Nikola Karabatic und der mazedonischen Wurfmaschine Kiril Lazaroz hat der spanische Meister seinen ohnehin schon exquisiten Kader im Sommer noch einmal kräftig aufgerüstet.

Doch Hamburg und Kiel sind mindestens genau so geil auf die Handball-Krone.

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