vergrößernverkleinern
Im Ligaspiel bezwang der HSV die SG Flensburg-Handewitt mit 33:31 © getty

Als Konsequenz des Bestechungsskandals gibt die Europäische Handball-Föderation die Schiedsrichter erst kurz vor den Partien bekannt.

Wien - Vor den Hinspielen der Viertelfinals in der Champions League, bei denen die Partie der SG Flensburg-Handewitt gegen den HSV den Auftakt macht (Mi., 20 Uhr LIVE), hat der Europäische Handball-Verband EHF auf die aktuellen Manipulationsvorwürfe reagiert.

Die Schiedsrichteransetzung für die Partien werden erst zwei Stunden vor Spielbeginn bekanntgegeben. (Alle Handball-News)

Damit werde es bis unmittelbar vor der Partie keinen Kontakt zwischen den Unparteiischen und den Vereinen geben. Bislang hatten im Handball die Heimteams die komplette Betreuung der Schiedsrichter übernommen.

Kiel reist nach Zagreb

Neben der Begegnung SG Flensburg-Handewitt gegen HSV Hamburg (Mi., 20 Uhr LIVE) treten am Wochenende dann die Rhein-Neckar Löwen bei Medwedi Tschechow (Sa., 17 Uhr LIVESCORES) und der THW Kiel bei Croatia Zagreb (So., 17.30 Uhr LIVESCORES) zu ihren Hinspielen an. Die Rückspiele finden zwischen dem 3. bis 5. April statt.

Frühere Hinweise an die EHF

Vorwürfe, der THW Kiel habe bei seinem Champions-League-Sieg 2007 vor dem Finale gegen die SG Flensburg-Handewitt die Schiedsrichter mit 96.000 Euro bestochen, hatten die aktuelle Manipulationsdiskussion eröffnet.

Die EHF räumte zudem ein, bereits 2006 und 2008 von Schiedsrichtern auf mögliche Bestechungen hingewiesen worden zu sein. "In beiden Fällen führten die damals vorliegenden Informationen aber nicht zu weiteren Verfahren", heißt es in einer EHF-Mitteilung.

Allerdings habe man damals eine Strukturveränderung vorgenommen und das Amt eines so genannten "Initiator of Proceedings" geschaffen. Zudem wurde ein Rechtssystem unabhängig von der politischen Führung des Verbandes auf den Weg gebracht.(EHF erwartet "einige Hardliner-Fälle")

Untersuchungen laufen

Von diesem neuen System profitiere man nun bei der Behandlung der aktuellen Fälle. Dabei handelt es sich um nähere Untersuchungen zum Finale zwischen dem THW Kiel und Flensburg. Zudem wird das Pokalsieger-Finale zwischen Medwedi Moskau und BM Valladolid 2006 untersucht.

Nach dem Spiel waren im Koffer des deutschen Schiedsrichters Bernd Ullrich am Moskauer Flughafen 50.000 Dollar gefunden worden.

Modell auch für Bundesliga

Auch in der Bundesliga sollen die Schiris künftig bis kurz vor den Spielen geheim bleiben (Abschottung für die Unparteiischen).

Bis zum 16. Mai sind die Auftritte der Unparteiischen in der laufenden Saison noch fest zugeteilt und daher für die Klubs einsehbar. Danach solle keine Mannschaft mehr vor den Spielen erfahren, wer die Partie leitet.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel