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Nach den Verdächtigungen der Löwen steht der THW vor einer Zerreißprobe © getty

Die Ermittlungen des Kieler Oberstaatsanwalts kommen nur schleppend voran. Kroatien habe es bei der Amtshilfe nicht allzu eilig.

Kiel - In den Ermittlungen gegen Handball-Manager Uwe Schwenker vom THW Kiel steht derzeit keine Anklage auf dem Plan.

"Wir sind erheblich davon entfernt", sagte der Kieler Oberstaatsanwalt Uwe Wick und dementierte damit entsprechende Medienberichte. ("Es will doch keiner Ehrlichkeit")

Bei den Ermittlungen befinde man sich genau zwischen einem Anfangsverdacht und hinreichendem Tatverdacht. Erst wenn dieser vorliege, entscheide man über eine Anklage. (DATENCENTER: Die Viertelfinals der Champions League)

Ermittlungen könnten sich hinziehen

"Aber in den kommenden Woche werden wir wahrscheinlich eine Zäsur machen und dem THW Akteneinsicht gewähren, umd dann aus deren Sicht eine Stellungnahme zu bekommen", sagte Wick.

Wie lange die Ermittlungen insgesamt noch dauern werden, kann Wick derzeit nicht sagen.

Auch die erstellten Amtshilfegesuche ans Ausland könnten die Arbeiten verzögern. "Das hängt vom Staat ab. Und bei einem so jungen Staat wie Kroatien kann das etwas dauern", so Wick.

Serdarusic unter Beihilfe-Verdacht

Auf die Spur Kroatien waren die Fahnder nach Hinweisen auf Nenad Volarevic, einen Freund von Kiels Ex-Trainer Noka Serdarusic gekommen. Gegen Serdarusic wird wegen des Verdachts zur Beihilfe zur Untreue ermittelt. (Alle Handball-News)

Der THW Kiel hat alle Vorwürfe zurückgewiesen. Am Mittwochabend hatte THW-Anwalt Stefan Purrucker mitgeteilt der Klub werde in den nächsten zehn Tagen Akteneinsicht erhalten.

Erst danach könnten von Vereinsseite aus "mögliche und notwendige Entscheidungen getroffen werden", so Purrucker.

Zehn THW-Spiele über Manipulationsverdacht

Alle bisherigen internen Aufklärungsbemühungen hätten die verbreiteten Gerüchte und Verdächtigungen über mögliche Schiedsrichterbestechungen seitens des THW nicht bestätigt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Kieler Manager Uwe Schwenker wegen des Verdachts der Untreue.

Der Spiegel hatte berichtet, dass rund um das Champions-League-Finale 2007 78599(DIASHOW: Endspiel im Zwielicht) zwischen Kiel und der SG Flensburg-Handewitt (29:27) insgesamt 92.000 Euro auf das Konto des Serdarusic-Freundes Nenad Volarevic zum Zwecke der Schiedsrichter-Bestechung nach Kroatien überwiesen worden seien.

Insgesamt soll der deutsche Rekordmeister laut Spiegel zehn Spiele in der Königsklasse manipuliert haben. (Jensen: "Nur die Spitze des Eisbergs")

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