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Bei der WM in Zagreb beharkten sich Kiril Lazarov (l.) und Dominik Klein heftig © imago

Fanatische Fans und ein zweimaliger Welthandballer: Der THW trifft im CL-Viertelfinale auf das "Dream Team" von RK Croatia.

Von Liane Killmann

München - Der THW Kiel reist zum Hinspiel im Viertelfinale der Champions League zum RK Croatia nach Zagreb (Sonntag, 17.30 Uhr LIVESCORES).

Kiel und Zagreb: Zwei Handball-Hauptstädte, die in den vergangenen Wochen skandalumwitterte Schlagzeilen produzierten. (Die Spur führt nach Zagreb)

Vor 7000 Zuschauern im ausverkauften Dom Sportova will der THW aber sportlich für Aufsehen sorgen. "Das ist das wichtigste Spiel des Jahres", mahnt Rückraum-Ass Filip Jicha.

Fanatisches Publikum

"Die Zuschauer dort werden fanatisch sein", sagt Filip Jicha. "Mit dem Skandal hat das nichts zu tun. Das ist einfach überall auf dem Balkan so." (Anklage gegen THW "erheblich entfernt")

Entsprechend hat Kiels Trainer Alfred Gislason in den vergangenen Tagen "nur noch Zagreb" im Kopf und im DVD-Laufwerk.

Die Bundesliga-Partie gegen Melsungen ("Zebras" mit Mühe zum Pflichtsieg) hatte der der Isländer zuletzt zur taktischen Generalprobe für die Partie in Kroatien erklärt.

Kern der kroatischen Auswahl

Doch Croatia Zagreb ist zweifelsohne ein ganz anderes Kaliber: Das Team bildet seit Jahren den Kern der kroatischen Nationalmannschaft. Im Sommer stieß noch der zweimalige Welthandballer Ivano Balic zum Kader dazu.

"Es wird sehr schwierig werden, aber wenn wir mit dem kompletten Kader antreten können, dann gibt es keinen Grund, in der Schublade zu verschwinden", sagte Kiels Superstar Nikola Karabatic.(EHF-Schiedsrichter: "Es will doch keiner Ehrlichkeit")

An das letzte Zusammentreffen mit Balic hat Karabatic sowieso in guter Erinnerung: Am 1. Februar gewann er mit Frankreich das WM-Finale in Zagreb mit 24:19 gegen die Gastgeber. (DATENCENTER: Die Viertelfinals der Champions League)

Klein hat eine Rechnung offen

Senjanin Maglajlija, seit Februar Trainer des "Dream Teams", hat am Sonntag alle Mann an Bord: "Alle Spieler sind in guter Verfassung und bereit für den Kampf." Die Chancen, das Spiel am Sonntag zu gewinnen, beziffert er auf Fifty-fifty.

Die Kroaten sind bemüht, die Favoritenrolle auf die Norddeutschen abzuwälzen, um den Druck zu erhöhen: "Favoriten auf den Titel sind Kiel, Ciudad Real und Hamburg", sagt Kiril Lazarov.

Der Mazedonier ist Zagrebs Tormaschine im rechten Rückraum. Dominik Klein hat mit dem 28-Jährigen noch eine Rechnung offen: Bei der WM-Vorrunde in Kroatien zu Beginn des Jahres hatte Lazarov dem DHB-Team beim 33:23-Sieg über Mazedonien große Probleme bereitet.

Nur mit Härte ließ sich Lazarov, bester Werfer seines Teams, beeindrucken. In der zweiten Hälfte dann sein Ausraster: Für einen harten Ellenbogencheck in das Gesicht von Klein sah der Mazedonier die rote Karte. (Alle Handball-News)

Rückspiel am 4. April

Die Kieler gehen gewarnt in die "Hölle in Zagreb". Es gilt, eine gute Ausgangslage für das Rückspiel am 4. April zu schaffen, um die Chance auf den erneuten Einzug in die Runde der besten vier Teams in Europa zu wahren.

2007 hatte der THW erstmals den Titel gewonnen, im vergangenen Jahr erreichten die Kieler erneut das Finale. Allerdings steht ausgerechnet das Champions-League-Endspiel von vor zwei Jahren 78599(DIASHOW: Finale im Zwielicht) gegen die SG Flensburg-Handewitt (29:27) unter Verdacht, manipuliert worden zu sein.

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