vergrößernverkleinern
Nikola Karabatic zog sich gegen Zagreb eine Innenband-Verletzung zu © getty

Vier deutsche Teams haben sich in den europäischen Wettbewerben hervorragende Positionen für die Rückspiele erarbeitet.

München - Die Enthüllungswelle im europäischen Handball rollt ungebremst weiter, doch die deutschen Teams zeigen sich davon auf internationalem Parkett unbeeindruckt.

Neben dem in die Schusslinie geratenen deutschen Rekordmeister THW Kiel (Anklage gegen THW "erheblich entfernt") und den Rhein-Neckar Löwen in der Champions League haben sich auch die insolvente HSG Nordhorn und der VfL Gummersbach teils hervorragende Ausgangspositionen in ihren europäischen Wettbewerben erarbeitet.

Der ungefährdete Bundesliga-Spitzenreiter THW Kiel bestand trotz aller Diskussionen um mögliche Schiedsrichterbestechungen durch Manager Uwe Schwenker die Prüfung im "Hexenkessel von Zagreb" bravourös.

Karabatic im Mittelpunkt

Vor 7500 Fans erarbeiteten sich die Kieler mit einem 28:28 (12:13) eine gute Ausgangsbasis für das Rückspiel am kommenden Samstag (ab 17.00 Uhr LIVESCORES), müssen dort aber voraussichtlich auf den französischen Weltmeister Nikola Karabatic verzichten, der sich nach einem Foul eine Innenbanddehnung zuzog.

"So wie Nikola immer gefoult wird, ist es kein Wunder, dass er wieder verletzt ist", sagte Gislason verärgert: "Mit der Leistung der Schiedsrichter kann ich einfach nicht zufrieden sein."

Besonders gegen Karabatic, der für die Bundesliga-Partie am Mittwoch (ab 20.15 Uhr LIVESCORES ) bei Frisch Auf Göppingen definitiv ausfällt, und seinen Nationalmannschaftskollegen Thierry Omeyer, der mit 17 Paraden der große Rückhalt war, richtete sich der Unmut der Zuschauer - im Februar hatte die kroatische Nationalmannschaft in Zagreb das Finale der Weltmeisterschaft gegen Frankreich verloren.

Debakel abgewendet

Für die Rhein-Neckar Löwen (Löwen atmen nach Kraftakt durch) sah es dagegen beim 31:33 (15:21) bei Medvedi Chechov lange Zeit nach einem Debakel aus.

Mit sieben Toren lagen die Gäste teilweise zurück und erzielten selbst in 6:4-Überzahl kein Tor. Doch nach einer starken zweiten Hälfte regierte bei den Löwen Optimismus.

Löwen haben es "selbst in der Hand"

"Dieses Ergebnis lässt fürs Rückspiel alles offen, nun haben wir es selbst in der Hand", sagte Manager Thorsten Storm: "Wenn wir in beiden Halbzeiten so agiert hätten wie im zweiten Abschnitt, wäre sogar noch mehr drin gewesen. "

Für die Löwen wäre es der erste Einzug in ein Champions-League-Halbfinale in der Vereinsgeschichte. (DATENCENTER: Die Viertelfinals der Champions League)

EHF beschließt neuen Modus

Freuen dürften sich beide Teams auch über den neuen Modus, der am Wochenende durch den Europäischen Handball Verband EHF beschlossen wurde.

So spielen ab der kommenden Saison statt 32 nur noch 24 Mannschaften in der Champions League, wodurch der Termindruck auf die Teams und Spieler reduziert wird.

Nach der ersten Gruppenphase schließt sich in Zukunft direkt das Achtelfinale im K.o.-System an.

Siege für HSG und VfL

Den deutschen Erfolg auf internationaler Bühne perfekt machte die HSG Nordhorn im Europapokal der Pokalsieger und der VfL Gummersbach im EHF-Pokal.

Während die insolventen Nordhorner, die bereits als Zwangsabsteiger aus der Bundesliga feststehen, 34:25 (18:12) gegen Pick Szeged (Ungarn) siegten, gewannen die Gummersbacher beim französischen Vertreter US Ivry 33:27 (19:12).

"Es ist für uns optimal gelaufen. Noch einmal 60 Minuten volle Konzentration, dann sind wir im Halbfinale", sagte der Nordhorner Trainer Ola Lindgren.

Gumersbach hat "Spaß"

Genauso zufrieden war sein Gummersbacher Amtskollege Sead Hasanefendic: "Wenn mir jemand vor dem Spiel das Ergebnis angeboten hätte, hätte ich eingeschlagen."

Allerdings taten sich die Gäste lange mit der unorthodoxen Spielweise der Franzosen schwer und lagen nach 20 Minuten 9:10 zurück.

"Wir hatten mit der Hektik Probleme", sagte Kreisläufer Robert Gunnarsson: "Doch wir haben einen kühlen Kopf behalten und am Ende hat es sogar Spaß gemacht."

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel