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Im Zweikampf ohne Rücksicht auf Verluste: Nikola Karabatic © getty

Kiels Spieler appellieren vor dem CL-Showdown gegen Zagreb an die Fans. Im Verein gibt es Zwist. Der Gegner kündigt Großes an.

München - Die sportliche Ausgangslage für den Deutschen Meister ist erstklassig: Nach dem Unentschieden (28:28) im Hinspiel darf sich der THW Kiel berechtigte Hoffnungen auf den Einzug ins Halbfinale der Champions League machen.

"Das Unentschieden war ein sehr gutes Ergebnis, die Tür zum Halbfinale steht weit offen", sagt Torhüter Thierry Omeyer, der in Zagreb eine Weltklasseleistung zeigte.

Dennoch ist der Respekt vor dem Rückspiel in der heimischen Sparkassen-Arena (17 Uhr LIVESCORES) groß an der Förde.

THW-Trainer Alfred Gislason fürchtet: "In allen Spielen von Zagreb, die ich gesehen habe, waren die auswärts besser als zu Hause."

"Wundertüte" Lazarov

Zumal sich ein Leistungsträger der Kroaten am vergangenen Wochenende als Totalausfall präsentierte: WM-Torschützenkönig Kiril Lazarov glückte im Dom Sportova rein gar nichts (DATENCENTER: Die Viertelfinals der Champions League).

"So schlecht wie nie", urteilte Zagrebs Trainer Senjanin Maglajlija über die Leistung des Mazedoniers, der kaum ein zweites Mal derart gut in den Griff zu bekommen sein dürfte.

Comeback von Lund

Positiv für den skandalumwitterten Sieger von 2007 Kiel: Börge Lund feierte unter der Woche in der Bundesliga bei Frisch Auf Göppingen (38:30) sein Comeback und kann der Mannschaft vor allem im Deckung weiterhelfen.

Außerdem gönnte Gislason Nikola Karabatic eine dringend benötigte Auszeit (Alle Handball-News).

THW-Beirat droht mit Rücktritt

Die Aufarbeitung der Manipulationsvorwürfe gegen den THW hat unterdessen offenbar interne Streitigkeiten ausgelöst (Die Spur führt nach Zagreb) .

Wie die "Kieler Nachrichten" am Samstag berichten, droht der Beirat des Klubs mit Rücktritt. Die acht Mitglieder kritisieren die Informationspolitik der Gesellschafter der THW GmbH und fordern diese auf, wegen des Verdachts der "Unregelmäßigkeiten in der Buchführung" neue Strukturen zu schaffen.

Rückendeckung für Schwenker

Dabei gehe es nicht um eine Ablösung von Geschäftsführer Uwe Schwenker, gegen den die Kieler Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Untreue ermittelt. Vielmehr solle Schwenker ein kaufmännischer Leiter zur Seite gestellt werden.

Gesellschafter-Sprecher Georg Wegner bestätigte laut "Kieler Nachrichten" die Forderungen des aus Sponsoren bestehenden Beirates und sagte: "Die möglichen Strukturänderungen betreffen sämtliche Gremien."

Zudem sollen bis Sonntag Ergebnisse der THW-Rechtsanwälte aus der Prüfung der rund 1000 Seiten Ermittlungsakten der Staatsanwaltschaft zum THW vorliegen.

Ahlm: "Wir brauchen die Fans"

Ab 17 Uhr soll in Kiel jedoch das Sportliche im Mittelpunkt stehen. Das Team jedenfalls weiß um die Schwere der Aufgabe und appelliert an die Zuschauer.

"Wir brauchen die Hilfe der Fans", sagt Kreisläufer Marcus Ahlm, der in der kommenden Saison Stefan Lövgren als Kapitän ablösen wird. Sein Landsmann und Vorgänger erwartet "Kampf ohne Ende".

Und Zagrebs Shootingstar Domagoj Duvnjak warnt: "Natürlich können wir in Kiel viel besser spielen. Wir haben noch nicht all unsere Trümpfe ausgespielt."

Sein Versprechen an die Fans: "Wir sehen uns im Halbfinale."

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