Eine verrückte Saison findet in Flensburgs Final-4-Triumph den vorläufigen Höhepunkt. Die furiosen Auftritte könnten sich rächen.

Pokalsieger Füchse Berlin, Meister THW Kiel, Champions-League-Sieger SG Flensburg-Handewitt: Mit diesen Titelträgern war von wenigen Wochen wahrlich nicht zu rechnen.

Die Füchse reisten als Außenseiter zum Final Four nach Hamburg, Kiel war im Meisterschaftsrennen mit den Rhein-Neckar Löwen eigentlich schon abgeschrieben und den Flensburgern in Köln (899970Bilder) nur die Statistenrolle zugedacht.

Dass wirklich alles anders kam als erwartet, kann man getrost als Wahnsinn bezeichnen. (SHOP: Jetzt Handball-Artikel kaufen)

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Vor allem das Kieler Wettwerfen mit den Löwen um die Meisterschale und nun die irren Aufholjagden der Flensburger in der Königsklasse werden noch lange im Gedächtnis bleiben.

Der Sport stellte in diesen Tagen eindrucksvoll zur Schau, was ihn so attraktiv macht: die Unberechenbarkeit.

Man sollte jedoch nicht unbedingt erwarten, dass es langfristig so weitergeht. Zu präsent sind noch die Zeiten, in denen Branchenprimus Kiel so gut wie alles gewann und der Konkurrenz nur hier und da ein paar Krümel liegen ließ.

Der THW wird jedenfalls seine Lehren aus den letzten Wochen ziehen. Der Kader dürfte perspektivisch in der Breite noch stärker werden, um dauerhaft in allen Wettbewerben ganz vorne dabei und weniger von Einzelnen abhängig zu sein.

Nicht von ungefähr ist der Transfer von Welthandballer Domagoj Duvnjak schon fix, Joan Canellas vom HSV Hamburg könnte ein weiterer Baustein der neuen Kieler Mannschaft sein. Zudem kehrt Rasmus Lauge nach seinem Kreuzbandriss zurück, und weitere Zukäufe sind keinesfalls ausgeschlossen.

Auch wenn die Konkurrenz natürlich nicht schläft, ist es also gut möglich, dass die Verteilung der Titel in der nächsten Saison wieder etwas einseitiger ausfällt.

Doch bevor der Blick auf die nächste Spielzeit schwenkt, stehen mit den WM-Playoffs der Nationalmannschaft gegen Polen noch die zwei wichtigsten Spiele des Jahres für den deutschen Handball an.

Bleibt zu hoffen, dass die Protagonisten in den Wochen des Wahnsinns nicht zu viel Körner gelassen haben.

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