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Steffen Weinhold (r.) wechselte 2012 vom TV Großwallstadt nach FlensburgZUM DURCHKLICKEN: Das Final Four 2014 in Köln © imago

Steffen Weinhold spricht bei SPORT1 über die Gefühle nach Flensburgs Coup, den Anteil des Trainers und seinen Abschied gen Kiel.

Vom Final Four berichten Julian Meißner und Ann-Kristin Wottge

Köln ? Mit glänzenden Augen, den schweren Champions-League -Pokal im Arm, bahnte sich Steffen Weinhold seinen Weg Richtung Kabine.

Wie seine Teamkollegen konnte der Nationalspieler kaum fassen, was seine Flensburger erreicht hatten. Im Endspiel des Final Four von Köln schlug die SG Flensburg-Handewitt den Erzrivalen THW Kiel in der Neuauflage des Finals von 2007 mit 30:28 (14:16) und holte sich überraschend Europas Krone (Bericht).

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Im Interview mit SPORT1 spricht Weinhold über den größten Erfolg der Flensburger Vereinsgeschichte, seinen Abschied im Sommer Richtung Kiel und die Arbeit von Ljubomir Vranjes. (SHOP: Jetzt Handball-Artikel kaufen).

Der Erfolgstrainer wird angeblich von Frankreichs Krösus Paris umworben und ließ in der Stunde des Triumphs ein klares Bekenntnis zur SG vermissen. Der kleine Schwede verwies nur auf seinen bis 2017 laufenden Vertrag.

SPORT1: Herr Weinhold, die SG Flensburg ist in diesem Moment die beste Mannschaft Europas. Wie fühlt sich das an?

Steffen Weinhold: Wir können es alle noch nicht richtig glauben. Aber es ist schön, ein Gefühl irgendwo zwischen Stolz und Ungläubigkeit. Wir haben wirklich etwas Besonderes mit dieser Mannschaft geleistet. Natürlich hatten wir auch viel Glück in den K.o.-Runden, wir waren im Viertel- und im Halbfinale schon fast draußen. Und auch im Finale lagen wir zurück. Wir haben uns diesen Erfolg wirklich hart erkämpft.

SPORT1: Welche Rolle hat der Sieg nach deutlichem Rückstand im Halbfinale gegen den FC Barcelona gespielt?

Weinhold: Wir wussten jedenfalls im Finale, als wir hinten lagen, dass wir noch viel Zeit haben und das nicht in fünf Minuten umbiegen müssen. Fünf, sechs Tore - das ist im Handball schon aufzuholen. Wir haben uns gesagt: Einfach immer weiterlaufen, immer weiterkämpfen.

SPORT1: Was hat dann den Ausschlag für den Erfolg gegeben?

Weinhold: Vor allem natürlich Matze (Torhüter Mattias Andersson, Anm. d. Red.), der einfach super gehalten hat in der zweiten Halbzeit.

SPORT1: Inwiefern ist das taktische Konzept aufgegangen?

Weinhold: Wir hatten uns natürlich Mittel überlegt gegen die offensive Kieler Abwehr. Das hat aber am Anfang nicht so gut geklappt, weil wir in den ersten paar Minuten viele technische Fehler gemacht haben und so in Rückstand geraten sind. Über das ganze Spiel haben wir eigentlich nicht ganz den Plan durchgezogen, den uns Ljubo (Trainer Ljubomir Vranjes, Anm. d. Red.) vorgegeben hat, aber: Whatever!

SPORT1: War es am Ende auch eine Kraftfrage? Kiel wirkte platt.

Weinhold: Natürlich hat der THW einige Spieler, die in den letzten Wochen immer 60 Minuten gehen mussten. Wir hatten uns schon vorgenommen, über das ganze Spiel noch einmal unsere Kräfte zu bündeln und zu laufen, was das Zeug hält. Aber ob das dann entscheidend war, kann ich nicht sagen. (DATENCENTER: Die Champions League)

SPORT1: Welchen Anteil hat der Trainer am größten Erfolg der Vereinsgeschichte?

Weinhold: Ohne ihn wäre das unmöglich gewesen. Er gibt uns das Selbstvertrauen und bereitet uns so vor, dass wir in Abwehr und Angriff wissen, was wir zu tun haben. Geht man mit einem klaren Plan ins Spiel, tut man sich viel leichter. Seinen Anteil an diesem Erfolg kann man gar nicht messen.

SPORT1: Für Sie persönlich geht es im Sommer nach Kiel. War es auch unter diesem Aspekt ein besonderes Spiel für Sie?

Weinhold (schmunzelt): Es war ein Champions-League-Finale, für die meisten von uns das erste. Insofern ist das sowieso etwas Besonderes. Dass es gegen Kiel ging, war für mich zweitrangig. Ich freue mich einfach, dass wir es mit Flensburg geschafft haben und jetzt noch ein paar Stunden zusammen genießen dürfen. Nur das ist im Moment in meinem Kopf. Die neue Aufgabe kommt ab dem Sommer und wird natürlich spannend.

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