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Kommen Andrej Klimovets und die Löwen diesmal am THW vorbei? © getty

Auch vor dem Halbfinale zwischen Kiel und den Löwen fliegen Giftpfeile - nun vom THW-Coach. Ein Löwen-Teenie genießt Vertrauen.

Von Michael Spandern

München - Von der Termindichte liegen die Fußballer vom Hamburger SV und von Werder Bremen, die sich binnen 19 Tagen viermal duellieren, knapp vorn.

Aber sportlich und bei den Nebenschauplätzen haben der THW Kiel und die Rhein-Neckar Löwen, denen für ihr Viererpack 21 Tage bewilligt wurden, mehr zu bieten.

Im Hinspiel der Champions League empfängt der alte und neue Deutsche Meister am Sonntag (17.30 Uhr LIVESCORES) die Badener, die den Bestechungsverdacht gegen die Kieler lostraten und seither beinahe täglich Giftpfeile in Richtung Förde schicken.

Gislason schießt zurück

Vor allem Löwen-Gesellschafter Jesper Nielsen erhob zuletzt schwere Vorwürfe gegen die langjährigen THW-Erfolgsgaranten Uwe Schwenker und Noka Serdarusic und knöpfte sich jüngst auch den Hauptsponsor des Konkurrenten vor.

Da platzte selbst dem ansonsten bedächtigen Kieler Trainer Alfred Gislason der Kragen: "Es ist lächerlich, was dieser Däne von sich gibt", zitiert die "Süddeutsche Zeitung" den Isländer.

Und weiter: "Er ist ein kleiner Selbstdarsteller. Er ist gerade nach Deutschland gekommen, weil ihm in Dänemark keiner mehr zuhört."

"Erfolg in der Gebrauchsanleitung"

Sportlich gibt es dagegen nicht viele Geheimnisse vor dem Duell, das auch im DHB-Pokal-Halbfinale am 9. Mai sowie eine Woche später in der Bundesliga noch ansteht.

"Der THW ist großer Favorit, der den Erfolg bereits in der Gebrauchsanleitung für die Saison stehen hat", sagte Manager Thorsten Storm. (Storm versteht Nielsens Wut)

Und so gilt für Gislason, der am Dienstag seine erste Meisterschaft mit dem THW auf dem Sofa perfekt machte, auch nur der Erfolg in Hin- und Rückspiel am kommenden Donnerstag: "Wir wollen die Löwen besiegen und ins Finale einziehen." (Halbfinale! Kiel zerlegt Zagreb)

Martini rückt in den Kader

Damit hätten die Kieler auch wieder beste Karten auf ein Triple wie 2007, als erstmals Meisterschaft, DHB-Pokal und Champions League in einem Jahr gewonnen wurden. Allerdings beruhen auch die aktuellen Manipulationsvorwürfe auf dem Finale gegen Flensburg vor zwei Jahren. (DATENCENTER: Die Champions League)

Die Kieler müssen auf die Langzeitverletzten Andreas Palicka, für den Bruno Martini in den Kader rückt, und Kim Andersson verzichten. Beim bedeutungslosen Sieg gegen Wetzlar pausierten zudem Vid Kavticnik und Nikola Karabatic, mit dem die Löwen angeblich schon einen Vorvertrag gehabt hatten.

Richardson näher am Team

"Aber nach all dem was dann leider passiert ist, haben beide Seiten fair und sauber die Vereinbarung wieder aufgelöst", erinnert Storm im "Mannheimer Morgen" an den Skandal um Serdarusic, der eigentlich als Trainer-Ablöse für Wolfgang Schwenke vorgesehen war.

Der Noch-Coach der Badener, die aus den vergangenen 16 Bundesliga-Spielen 30:2 Punkte holten, plant auf Halblinks wieder mit dem gerade 19-jährigen Steffen Fäth, der für den bauchmuskelverletzten Karol Bielecki einspringt.

Zudem sei Neuzugang Jackson Richardson bei seinem dritten Spiel in Stralsund "wieder ein Stück näher an die Mannschaft herangerückt".

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