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Der Kieler Filip Jicha erzielte gegen die Rhein-Neckar Löwen zwölf Tore © imago

Im Prestigeduell lässt der THW den Löwen keine Chance und verbucht einen Kantersieg. Filip Jicha erzielt 12 Tore.

Kiel - Dank einer Galavorstellung im Halbfinal-Hinspiel gegen den Bundesliga-Rivalen Rhein-Neckar Löwen steht der THW Kiel fast schon sicher im Endspiel der Champions League und kann weiter vom Triple träumen.

Fünf Tage nach dem vorzeitigen Gewinn der Deutschen Meisterschaft (Flensburg macht Kiel zum Meister) siegte die Mannschaft von Trainer Alfred Gislason in dem brisanten Prestigeduell mit 37:23 (20:8) und kann den dritten Finaleinzug in Folge im Rückspiel am kommenden Donnerstag in Mannheim perfekt machen.

In der anderen Begegnung der Vorschlussrunde hatte der HSV Hamburg bereits am Samstag mit 29:30 gegen Titelverteidiger Ciudad Real verloren (HSV gibt sich nur noch Außenseiterchance).

Bereits im Vorjahr waren die Hamburger in der Gesamtrechnung mit einem Tor an den Spaniern gescheitert (DATENCENTER: Die Champions League).

Jicha mit zwölf Treffern

In der mit 10.250 Zuschauern ausverkauften Sparkassen-Arena hatten die Kieler ihren stärksten Werfer in Filip Jicha, der 12-mal ins Schwarz traf.

Für die Löwen, die den THW im Vorfeld des Spiels wegen vermeintlich mangelhafter Aufklärungsarbeit in der Manipulationsaffäre kristisiert und die Partie damit weiter angeheizt hatten, war Mariusz Jurasik mit acht Toren der erfolgreichste Schütze.

"War erst die erste Halbzeit"

Kiels Torhüter Thierry Omeyer gab sich trotz des Kantersieges vorsichtig. "Wir haben überragend gespielt. Aber das war erst die erste Halbzeit", sagte der Olympiasieger und Weltmeister.

Löwen-Keeper Henning Fritz war sich dagegen sicher: "Wir haben die Grenzen aufgezeigt bekommen. Der Sieg geht auch in dieser Höhe in Ordnung. Es geht nicht mehr darum zu träumen, noch eine Runde weiterzukommen."

Kiel unbeeindruckt

Die Kieler Mannschaft scheint den Turbulenzen im Umfeld aber ohnehin weiter zu trotzen.

Besonders im ersten Durchgang ließ der Rekordmeister dem derzeitigen Bundesliga-Zweiten nicht den Hauch einer Chance und überrannte den Champions-League-Neuling über weite Strecken.

Die Löwen verbuchten ihre einzige Führung der gesamten Begegnung beim Stand von 1:0 und verloren schon früh den Faden.

Mit Karabatic kommt die Sicherheit

Der THW gewann derweil vor allem nach der Hereinnahme des zuletzt immer wieder angeschlagenen Welthandballers Nikola Karabatic zunehmend an Sicherheit.

Als der Franzose in der 13. Minute erstmals das Parkett betrat, lagen die Kieler mit nur zwei Treffern in Front. Danach bauten sie ihre Führung bis zur Pause auf zwölf Tore aus.

Löwen-Schlussmann Fritz, der bis 2007 selbst sechs Jahre das THW-Trikot getragen hatte, verhinderte in dieser Phase sogar noch Schlimmeres für sein Team.

Ungefährdeter Erfolg

Nach dem Seitenwechsel konnten sich die Löwen dann ein wenig fangen und ließen den Rückstand nicht weiter anwachsen.

Wirklich gefährlich wurde die Mannschaft von Trainer Wolfgang Schwenke, der in seiner aktiven Zeit insgesamt 13 Jahre für die Kieler aufgelaufen war, den Gastgebern in der zeitweise hart geführten Begegnung aber nicht mehr.

Zumal man aufgrund von Zeitstrafen streckenweise nur noch mit drei Feldspielern auf dem Parkett stand.

Noch drei Duelle stehen an

Bis zum Saisonende kommt es nun noch dreimal zum Kräftemessen zwischen den beiden Rivalen.

Neben dem Champions-League-Rückspiel steht am 9. Mai in Hamburg das Halbfinale um den DHB-Pokal auf dem Programm, eine Woche später kommt es dann in der Bundesliga zum direkten Aufeinandertreffen.

HSV Hamburg - Ciudad Real 29:30 (13:12). - Tore für Hamburg: Lindberg (6/3), B. Gille (5), Lackovic (4), G. Gille (4), Hens (2), K. Lijewski (2), Schröder (2), Jansen (2), M. Lijewski (1), Grimm (1) - Beste Werfer für Ciudad: Källmann (6), Rutenka (6), Entrerrios (6) - Zuschauer in Hamburg: 10.000 (SID)

Stenogramm:

THW Kiel - Rhein-Neckar Löwen 37:23 (20:8)

Tore: Jicha (12/3), Karabatic (6), Kavticnik (6/1), Klein (4), Zeitz (3), Lundström (3), Ahlm (2), Lövgren (1) für Kiel - Jurasik (8/1), Sigurdsson (6), Filip (3), Gensheimer (2), Fäth (2), Schwarzer (1), Klimovets (1) für die Löwen

Zuschauerl: 10.250

HSV Hamburg - Ciudad Real 29:30 (13:12)

Tore: Lindberg (6/3), B. Gille (5), Lackovic (4), G. Gille (4), Hens (2), K. Lijewski (2), Schröder (2), Jansen (2), M. Lijewski (1), Grimm (1) - Beste Werfer für Ciudad: Källmann (6), Rutenka (6), Entrerrios (6)

Zuschauer: 10.000

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