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Nikola Karabatic gab dem THW einen Schub. Der Vorsprung wuchs von zwei auf zwölf Tore © getty

Nach dem Debakel in Kiel appelliert Löwen-Manager Storm an die Ehre der Spieler. Sein Name motiviert jedoch den THW.

Kiel - Erst flogen den Rhein-Neckar Löwen 60 Minuten die Bälle nur so um die Ohren, dann legte Trainer Alfred Gislason vom THW Kiel auch noch verbal nach.

"Es war nicht schwierig, meine Mannschaft zu motivieren. Man muss nur die Namen Thorsten Storm und Jesper Nielsen erwähnen, dann kocht in der Kabine alles", meinte der Isländer.

Sein Team hatte die Gäste aus Mannheim im Hinspiel des Champions-League-Halbfinals (DATENCENTER: Die Champions League) förmlich zerlegt und steht nach dem 37:23-Sieg schon so gut wie sicher zum dritten Mal in Folge im Endspiel.

Storm und Nielsen vorn dabei

Kiel gegen die Löwen - das Duell der beiden Top-Mannschaften der Bundesliga birgt derzeit nicht nur sportlich jede Menge Zündstoff in sich.

Durch Aussagen des Löwen-Beiratsmitglieds Dieter Matheis war die vermeintliche Manipulationsaffäre rund um den THW ins Rollen gekommen. Seitdem legten die Kurpfälzer in Person von Manager Storm und vor allem Gesellschafter Nielsen immer wieder mit Vorwürfen in Richtung des neuen deutschen Meisters nach.

Zuletzt warfen sie den Kielern mangelnde Aufklärungsarbeit vor.

"Kein Feindbild zwischen den Spielern"

Auf dem Parkett und in der mit 10.250 Zuschauern ausverkauften Kieler Arena trat der Disput am Sonntagabend allerdings in den Hintergrund. Wohl auch, weil die Überlegenheit des THW schon früh zu groß war.

Mit zwölf Toren Vorsprung war der Rekordmeister, der am vergangenen Dienstag vorzeitig den 15. Titel der Vereinsgeschichte perfekt gemacht hatte, bereits in die Halbzeit gegangen.

Die Profis der Kieler scheinen die Manipualtionsvorwürfe, die unter anderem das gewonnen Champions-League-Finale 2007 gegen die SG Flensburg-Handewitt betreffen, weiter ausblenden zu können.

"Wir befassen uns damit nicht. Sonst könnten wir solche Leistungen gar nicht bringen", meinte Nationalspieler Dominik Klein und versuchte auch die Brisanz des Prestigeduells gegen die Löwen herunterzuspielen: "Zwischen uns Spielern gibt es kein Feindbild."

Appell an die Ehre

Auch sein ehemaliger Nationalmannschafts-Kollege Christian Schwarzer wollte von der Unruhe außerhalb des Feldes nichts wissen.

"Uns geht es um den Sport. Um den anderen Scheiß sollen sich andere Leute kümmern", sagte der Löwen-Kreisläufer. Von den Kielern war seine Mannschaft regelrecht überrannt worden.

Das musste auch Storm eingestehen: "Der THW hat nun einmal die beste Mannschaft Europas." Das Rückspiel am kommenden Donnerstag dürfte allerdings nur noch statistischen Wert haben.

"Wir können es besser. Das wollen wir beweisen", meinte Löwen-Interimstrainer Wolfgang Schwenke, der in seiner aktiven Laufbahn selbst 13 Jahre lang das THW-Trikot getragen hatte.

"Wir sind an unserer Ehre gepackt. Wir schulden uns selbst und unseren Fans eine bessere Leistung."

Das war erst Spiel Nr. Eins

Dreimal haben die Mannheimer bis zum Saisonende noch die Möglichkeit, gegen die Kieler Wiedergutmachung zu betreiben.

Neben dem Rückspiel stehen auch noch das DHB-Pokal-Halbfinale (9. Mai), in dem man dem Rivalen die Triple-Chance entreißen will, und das Bundesliga-Duell (16. Mai) gegen den THW auf dem Programm.

Die Kieler können derweil schon fast mit den Planungen für das Champions-League-Endspiel beginnen. Dort wird wohl Titelverteidiger Ciudad Real, der im Halbfinal-Hinspiel am Samstag mit 30:29 beim HSV Hamburg gewann (HSV gibt sich nur noch Außenseiterchance), warten.

Nordhorn und Gummersbach siegen

Auch in den anderen Europapokalwettbewerben können sich deutsche Mannschaften Hoffnungen auf den Titel machen.

Bei den Pokalsiegern liegt die HSG Nordhorn nach einem 30:28 bei den Kadetten Schaffhausen auf Endspielkurs, im EHF-Cup gewann der VfL Gummersbach das Halbfinal-Hinspiel gegen BM Aragon 39:25.

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