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Übergibt nach der Saison an Ola Lindgren: Löwen-Coach Wolfgang Schwenke © imago

Das Rückspiel im deutschen CL-Halbfinale scheint nur noch Formsache. Bei den Löwen bahnt sich angeblich der nächste Coup an.

Von Julian Meißner

München - Die Hypothek ist so hoch, dass das Weiterkommen ausgeschlossen scheint: Für die Rhein-Neckar Löwen geht es im Rückspiel des rein deutschen Champions-League-Halbfinales nicht mehr um den Einzug ins Endspiel.

Nachdem die Badener am Wochenende beim THW Kiel mit 23:37 (8:20) unter die Räder kamen, ist Wiedergutmachung angesagt.

"So eine Leistung wie im Hinspiel werden wir nicht noch einmal abliefern. Wir sind jetzt an der Ehre gepackt, unseren Zuschauern ein gutes Spiel zu zeigen", sagt Wolfgang Schwenke vor der Partie in der Mannheimer SAP-Arena am Donnerstagabend (19 Uhr LIVESCORES) .

Blick auf Pokal und Bundesliga

Der Löwen-Trainer trifft mit seinem Team im Halbfinale des DHB-Pokals am 9. Mai erneut auf den Deutschen Meister, auch in der Liga begegnen sich beide Mannschaften noch einmal - eine erneute Tracht Prügel wäre da natürlich verheerend (DATENCENTER: Die Champions League) .

Schwenke fordert: "Ich will, dass wir aufstehen und den Willen zeigen, den wir in den vergangenen Wochen gezeigt haben. Das wird die erste Priorität sein. Jeder soll sich reinknien und mit Herzblut spielen."

Dieser Aufforderung sollte es bei der brisanten Paarung eigentlich nicht bedürfen ("Bei ihren Namen kocht in der Kabine alles").

Fritz: "Aus Fehlern lernen"

Torhüter Hennig Fritz versucht sich in einer Fehleranalyse des Hinspiels: "Wir haben versucht, das Tempo der Kieler mitzugehen und deshalb oft zu früh den Abschluss gesucht. Wir hätten, gerade wegen der personellen Situation, etwas cleverer spielen müssen. Außerdem hätten wir disziplinierter agieren müssen. Jetzt gilt es, aus den Fehlern zu lernen."

Man wolle sich "vor unseren eigenen Fans rehabilitieren".

Der ehemalige THW-Keeper hat das Finale so gut wie abgeschrieben: "Das Weiterkommen ist sehr weit weg, auch als großer Optimist ist das nicht sehr wahrscheinlich. Wir wollen zeigen, dass wir auch gegen Kiel mithalten können. Die Halle wird voll sein, deshalb ist es für uns ganz wichtig, eine gute Leistung abzuliefern."

Balic nächster Fang?

Zumindest vor dem Fernseher dürfte auch eine Handball-Ikone das Geschehen verfolgen - denn für die neue Saison bahnt sich bei den Löwen angeblich die nächste spektakuläre Verpflichtung nach dem Coup mit Jackson Richardson an.

Einem kroatischen Medienbericht zufolge steht Superstar Ivano Balic in Zagreb vor dem Absprung und soll sich mit den Löwen sogar schon so gut wie handelseinig sein.

Hintergrund: Zagreb steckt in Finanznöten und will wohl das fürstliche Salär von Balic - angeblich über 200.000 Euro im Jahr - einsparen.

Gerüchte schon 2008

Es ist allerdings nicht das erste Mal, dass der zweimalige Welthandballer mit den Löwen in Verbindung gebracht wird.

Schon im Sommer 2008 sollen die Badener angeblich am Ausnahme-Spielmacher, der erst 2008 im Zuge der gescheiterten Mission WM-Gold von San Antonio zurück in die Heimat wechselte, dran gewesen sein (Balic bald ein Löwe?) .

Jicha warnt - Nachfolger für Schwenker?

Die Gäste aus dem hohen Norden dürften sich von diesen Gerüchten kaum beeindrucken lassen.

Auf Seiten der Kieler ist man sich der glänzenden Ausgangslage bewusst, versucht aber, die Konzentration hoch zu halten. "Wir bleiben am Boden, 14.000 werden in Mannheim gegen uns sein", sagte der im Hinspiel überragende Filip Jicha: "Es kann alles passieren."

Hinter den Kulissen steht beim skandalumwitterten Branchenprimus offenbar eine Neuordnung der Geschäfte bevor: Offenbar wollen die "Zebras" in den nächsten Tagen einen Nachfolger für Ex-Manager Uwe Schwenker präsentieren.

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