Nach dem Wirbel um ein nicht gegebenes Tor in der Schlusssekunde in der Champions League sind beim FC Barcelona und den spanischen Medien die Emotionen hochgeschlagen und die Rhein-Neckar Löwen müssen möglicherweise um den Punktgewinn und damit um den vorzeitigen Einzug ins Achtelfinale bangen.

Die Spanier kündigten am Montag an, bei der Europäischen Handball-Federation Einspruch gegen die Wertung des 38:38 ausgegangenes Gruppenspiels vom Sonntag einzulegen.

Am Montagvormittag war allerdings noch kein Protestschreiben in der EHF-Zentrale in Wien eingegangen. Das sagte Markus Glaser, Leiter der EHF-Spielbetriebsabteilung. Die Frist lief am Montagnachmittag um 17.00 Uhr ab. "Wenn bis dahin etwas vorliegt, wird sich unser Schiedsgericht in erster Instanz damit auseinandersetzen", sagte Glaser.

Streitpunkt ist ein vermeintlich nicht gegebener Treffer durch Barca-Spieler Victor Tomas in der Schlusssekunde. Nach Meinung der Verantwortlichen des FC Barcelona habe der Ball noch vor dem Ablauf der Spielzeit die Torlinie des Löwen-Gehäuses überquert. TV-Aufnahmen eines spanischen Senders hätten dies bewiesen. Die Schiedsrichter erkannten das Tor mit dem Hinweis, die Zeit sei bereits abgelaufen, nicht an.

Durch den Punktgewinn hatten sich die Rhein-Neckar Löwen vorzeitig einen Platz im Achtelfinale der Champions League gesichert. "Wir werden Protest einlegen, damit dieser eindeutige Treffer Gültigkeit bekommt", teilten die Katalanen am Montag auf ihrer Internetseite mit.

Barca-Trainer Xavier Pascual meinte: "Wir haben ein Tor mehr erzielt als unser Gegner. Es muss ein Wiederholungsspiel geben." Auch die spanischen Medien waren empört. "Barca wird der Sieg geraubt", titelte Sport. "Das war ein episches, polemisches und fast steriles Unentschieden", schrieb "El Mundo Deportivo".

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