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Die Linkshänderin Grit Jurack begann ihre Karriere beim BSV Schönau Leipzig © getty

Vor dem Rückspiel haben die deutschen Frauen beste Aussichten auf das WM-Ticket. Grit Jurack spricht im Interview über Gegner Serbien.

München - Die deutschen Frauen haben das große Ziel WM-Qualifikation ganz dicht vor Augen.

Nach dem 29:24 (16:10)-Erfolg im Hinspiel in Serbien liegt das WM-Ticket für das DHB-Team vor dem Rückspiel in Hamburg auf dem Silbertablett.

In Serbien stieg Kapitänin Grit Jurack mit nunmehr 286 Länderspielen endgültig zur alleinigen Rekordnationalspielerin auf und hat löste Michaela Erler ab.

Mit sieben Toren war sie auch die beste Schützin.

Im Interview spricht sie über das Rückspiel, die Arbeit unter dem neuen Bundestrainer Rainer Osmann und die Perspektiven des Nationalteams.

Frage: Das Hinspiel ging mit 29:24 an Ihre Mannschaft. Wie schätzen Sie die Lage vor dem zweiten Vergleich mit Serbien ein?

Grit Jurack: Noch ist alles offen. Wir haben nur die erste Halbzeit mit fünf Toren gewonnen. Ins Rückspiel müssen wir genauso konzentriert gehen und wieder gut starten. Ich glaube nicht, dass Serbien erneut so schwach auftreten wird ? aber auch wir haben noch Potenzial.

Frage: Was muss besser werden?

Jurack: Unsere Chancenauswertung. Gerade in der zweiten Halbzeit haben wir uns im Angriff zu viele einfache und vermeidbare Fehler geleistet. Das war weniger ein Problem der Abwehr. Die Leistung, die wir da gezeigt haben, müssen wir so wieder abrufen können. Das wäre eine gute Grundlage.

Frage: Wie gelingt es, in der sechstägigen Wartezeit zwischen den beiden Partien die Spannung aufrechtzuerhalten?

Jurack: Ich selbst habe das in dieser Saison schon zweimal gemacht - und das war in der Champions League mit einem schönen Erfolg verbunden. Es ist wichtig, dass wir am Samstag von Anfang an voll da sind. Serbien hat bei uns nichts mehr zu verlieren und kann nur überraschen. Das wollen wir unbedingt vermeiden. Deshalb haben wir in Damp eine sehr konzentrierte Woche mit guten Trainingseinheiten und Regeneration und werden uns alle zusammenreißen, damit wir das letzte Spiel der Saison positiv abschließen.

Frage: Was erwarten Sie vom Rahmen her in der Color Line Arena in Hamburg?

Jurack: Das ist eine sehr schöne und große Halle. Die Stimmung des Hinspiels in Zajecar können wir aber nur mit einem großen Publikum toppen. Dass wir genauso gut spielen wie die Männer, haben wir bei den vergangenen Welt- und Europameisterschaften gezeigt. Die Zuschauer müssen nur rechtzeitig zu unserem Spiel kommen, damit wir sie davon überzeugen können.

Frage: Lässt sich schon sagen, welche Entwicklung die Mannschaft unter dem neuen Bundestrainer Rainer Osmann genommen hat?

Jurack: Nein, das ist noch zu früh. Wir haben viele junge Spielerinnen, die noch zu integrieren sind. Das kann man in knapp zwei Wochen unter dem Druck der WM-Playoffs nicht schaffen. Allerdings kennen wir das Potenzial jeder einzelnen Spielerin ? die haben sich alle bereits in der Bundesliga bewiesen. Wir haben die Ausfälle von Sabine Englert, Stefanie Melbeck und Nadine Krause kompensiert. Christine Beier hat ihren Job in der Abwehr richtig gut gemacht, und Susann Müller hat ebenfalls ihren Beitrag geleistet. Und ich bin sicher, dass dies im nächsten Spiel auch Franziska Mietzner gelingen wird.

Frage: Wie sehen Sie die weiteren Perspektiven?

Jurack: Nur positiv. Die Mannschaft ist ? wenn man mich mal rausnimmt ? im Durchschnitt jung und kann so bis zu den Olympischen Spielen 2012 in London zusammenbleiben. Es ist gut, dass jetzt ein Umbruch eingeleitet worden ist. So bleibt Zeit, bis zum nächsten Superhöhepunkt ein starkes Team aufzubauen. Wenn wir das mit der entsprechenden Kontinuität schaffen, müssen sich viele Nationen sehr warm anziehen.

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