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Spielmacherin und Linksaußen Anna "Lumpi" Loerper trifft mit ihrem Team nun auf Italien © getty

Nach dem holprigen EM-Quali-Auftakt fordert der Bundestrainer mehr Eigeninitiative - Lob erntet nur die Defensive.

München - Nachdem die deutschen Handballerinnen sieben Wochen vor der Weltmeisterschaft weitgehend vergeblich ihre WM-Form gesucht hatten, sah Bundestrainer Rainer Osmann die Zeit für eine klare Ansage gekommen.

"In den ersten 30 Minuten haben wir nicht das umgesetzt, was wir wollten. Darüber müssen wir sprechen. Die Abwehr stand gut, aber der Angriff war mangelhaft", sagte der Coach im Anschluss an das am Ende zwar deutliche, über weite Strecken allerdings äußerst mühsame 27:17 (10:10) gegen Slowenien.

Erst eine deutliche Leistungssteigerung in den letzten 20 Spielminuten hatte dafür gesorgt, dass die Auswahl des DHB vor 1955 Zuschauern in Wetzlar den ersten Schritt in Richtung der EM-Endrunde 2010 in Norwegen und Dänemark machen konnte.

Die Deutschen müssen sich noch gewaltig steigern, wenn sie bei der WM in China (5. bis 20. Dezember) erfolgreich abschneiden wollen. Das weiß auch Osmann.

Fernziel bleibt London

"Wir wissen, woran wir arbeiten müssen. Wir haben zum Teil noch große Abstände zu den Top-Mannschaften, die wir bis zur WM aufarbeiten müssen", sagte der 59-Jährige, der bereits über die anstehenden WM hinaus plant:

"Wir arbeiten schon jetzt für die erfolgreiche Teilnahme an den Olympischen Spielen 2012 in London. Bis zu diesem großen Fernziel bleibt noch viel zu tun. Dabei sind die WM in China und die EM 2010 wichtige Zwischenstationen."

Bevor sich die Deutschen mit den Topteams messen dürfen, steht am kommenden Sonntag zunächst eine weitere Pflichtaufgabe auf dem Programm.

DHB-Frauen Favorit gegen Italien

Dann muss der WM-Dritte von 2007 im nächsten EM-Qualifikationsspiel in Lignano gegen Italien antreten. Gegen die Squadra Azzurra gilt die DHB-Auswahl erneut als klarer Favorit.

In dieser Rolle fühlen sich die Deutschen, die auch in Italien ohne die schwangere Spielführerin Grit Jurack und Nadine Krause (Schulterverletzung) auskommen müssen, allerdings nicht sonderlich wohl.

"Wenn wir als Favorit in ein Spiel gehen, sind wir nicht so gefestigt", meinte Osmann, der seine Schützlinge in die Pflicht nimmt: "Fortschritt ist kein Selbstläufer, sondern nur mit Training erreichbar. Da sind die Nationalspielerinnen auch in Eigeninitiative gefordert."

Gefordert sind die deutschen Frauen in der EM-Qualifikation bis Ende Mai 2010. Dann muss das DHB-Team in der Gruppe 4 zu den beiden besten Mannschaften gehören, um sich die Teilnahme am EM-Turnier vom 9. bis 19. Dezember 2010 in Skandinavien zu sichern.

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