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Nina Wörz steht seit 2006 beim dänischen Erstligisten Randers HK unter Vertrag © getty

Die DHB-Damen müssen bei der WM ohne ihre Stars Krause und Jurack auskommen. Einige jüngere Spielerinnen sind nun gefordert.

München/Wuxi - Der Trip ins ferne China wird für die deutschen Handballerinnen zur Reise ins Ungewisse.

Ohne seine Stars Grit Jurack und Nadine Krause, dafür mit vielen jungen Talenten und einer Menge Unbekannten muss Bundestrainer Rainer Osmann seine erste Weltmeisterschaft angehen.

Zwei Jahre nach WM-Bronze in Frankreich scheint diesmal zwischen Vorrundenabsturz und Überraschungscoup alles möglich.

Erstmal bleibt Osmann skeptisch. "Die Hauptrunde wäre in dieser Konstellation schon ein großer Erfolg", sagt der 59-Jährige, seit April als Nachfolger von Armin Emrich im Amt.

Schon in der Vorrunde warten dicke Brocken auf seine Frauen, am 5. Dezember ist Rekord-Olympiasieger Dänemark in der 4,5-Millionen-Stadt Wuxi die Auftakthürde.

Missglückte Generalprobe

Zuversicht schüren konnte auch die Generalprobe nicht. Zwei Tage nach der Ankunft im Reich der Mitte kassierte das deutsche Team am WM-Spielort gegen den Olympia-Vierten Ungarn 19:24 (6:11)-Niederlage.

Dabei ließ der Angriff noch Durchschlagskraft vermissen, doch Osmann nahm seine Spielerinnen in Schutz: "Man hat meiner Mannschaft die Reisestrapazen noch angemerkt."

Routiniers fallen aus

Bei der WM stehen ohne die schwangere Jurack und Krause (Schulteroperation) sowie Ulrike Stange (stressbedingte Schlafstörungen) und die kurzfristig ausgefallene Sara Walzik (Muskelfaserriss) ganz junge Leute wie die Rückraumspielerinnen Franziska Mietzner (Frankfurter HC) oder Susann Müller (Leipzig) in der Verantwortung.

Ob die der Herausforderung gewachsen sind, ist die große Unbekannte. "Die Frage ist, mit welcher Konstanz wir ein so großes Turnier spielen können", sagt Osmann, "ich weiß, dass wir Schwankungen unterliegen werden."

Team fehlt noch die Konstanz

So war es auch in der Vorbereitung, als beispielsweise beim Worldcup in Dänemark bei der Ein-Tor-Niederlage gegen Olympiasieger und Europameister Norwegen eine erstaunlich reife Leistung gelang.

In den letzten Vorbereitungsspielen gegen die zweitklassigen Niederlande war dann aber von WM-Form in Abwehr und Angriff weit und breit nichts zu sehen.

Schwierige Gruppe

In China dürfte in der schweren Gruppe A einzig der Kongo den Deutschen keine Probleme bereiten, die übrigen Gegner Brasilien, Schweden und Frankreich sieht Osmann auf Augenhöhe.

"Ich hoffe, dass wir am Ende die besseren taktischen Möglichkeiten haben", sagt der Bundestrainer. Nur die jeweils besten Drei aus jeder der vier Vorrundendengruppen ziehen in die Hauptrunde ein.

Die WM endet am 20. Dezember mit dem Finale in Nanjing. Titelverteidiger Russland und die Norwegerinnen hält Osmann für die heißesten Goldanwärter.

Schlechte Erinnerungen an China

Der deutsche Tross ist erst vier Tage vor dem ersten Spiel in Wuxi eingetroffen, auch die Angst vor Problemen mit der Zeitverschiebung geht um.

Außerdem haben gerade in China die Etablierten wie Kapitän Nina Wörz oder Torfrau Clara Woltering bei Olympia 2008 in Peking mit dem Vorrundenaus einen ganz schlimmen Absturz erlebt.

Spielmacherin traut dem Team einiges zu

Doch Spielmacherin Wörz, mit 29 Jahren mittlerweile die Älteste im Team, traut ihrer Mannschaft auch ohne die Routiniers einiges zu.

"Es kann ein Vorteil sein, weil sicher auch die anderen Mannschaften denken, ohne eine Grit Jurack oder Nadine Krause sind wir nicht so gut. Möglicherweise werden wir ja unterschätzt, aber wir wissen, was wir können und wie gut wir sind", sagt Wörz.

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