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Die DHB-Auswahl beim 32:30-Sieg bei der WM gegen Brasilien © imago

Deutschlands Nationalspielerinnen zeigen sich begeistert von Neucoach Rainer Osmann. Der hat vorm nächsten WM-Gegner Respekt.

Wuxi - Er ist kommunikativ, kompromissbereit und ein scharfer Analytiker - den deutschen Handballerinnen gefällt der neue Mann an ihrer Seite.

Seit April ist Rainer Osmann Bundestrainer der deutschen Frauen, und bei seiner ersten WM in China mit zwei Siegen aus drei Spielen liegen alle zusammen bisher voll im Soll.

"Nach wie vor haben wir eine perfekte Zusammenarbeit. Die Konzentrationsphase nach drei Spielen im WM-Turnier ist voll da, Sachen, die wir besprechen, werden umgesetzt", sagt Osmann über sein Team. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Den nächsten Gegner Schweden im möglicherweise schon entscheidenden Gruppenspiel am Mittwoch (ab 14 Uhr LIVESCORES) hat er sich bereits genau angeschaut.

"Jede von uns weiß, woran sie ist"

"Ich habe großen Respekt vor deren Abwehrstärke. Im Angriff sind sie homogen und ausgewogen. Mit Sicherheit wird es eine ganz schwere Partie für uns mit hoffentlich einem knappen Sieg", sagte der Trainer.

Damit alles wie erhofft eintrifft, gibt Osmann seinen Spielerinnen genaue Anweisungen mit auf den Weg und stellt jede Einzelne akribisch auf den Gegner ein.

"Rainer redet viel mit den Leuten, jede von uns weiß, woran sie ist, er arbeitet sehr gut mit uns zusammen. Er will, dass jede Spielerin weiß, was Sache ist, und tut sehr viel für das Mannschaftsgefühl", sagt Kreisläuferin Anja Althaus.

Osmann bringt Neuerungen

Schon unter Osmanns Vorgänger Armin Emrich war Althaus eine feste Größe, sie hat mittlerweile einige Neuerungen ausgemacht: "Die Mannschaft hat sich verändert, unser Spiel hat sich verändert, neue Personen sind dazugekommen, aber auch die Personen, die schon länger dabei sind, haben neue Aufgaben bekommen, und auch deren Rolle hat sich verändert."

Osmann hat in Christoph Dreckmann eigens einen Videomann mit nach China genommen, Emrich hatte die langwierigen Gegneranalysen stets komplett selbst gemacht.

Nächte hätten sich Emrich und Co-Trainerin Heike Schmidt damit um die Ohren geschlagen, erzählt Althaus: "Die waren zum Teil echt fertig und sind an ihre Grenzen gekommen. So ist das für alle viel besser." Überhaupt weiß Osmann anscheinend gut, wann und wo er sich Rat holen muss. Die Spielerinnen loben seine Fähigkeit, Vorschläge aus dem Mannschaftskreis anzunehmen.

"Ich lasse mich gerne beraten"

Er selbst sagt, er könne sich "recht gut in die Spielerinnen hineinversetzen", weiß aber auch, dass es da natürlich Grenzen gibt.

So setzt er viel Vertrauen in seine Co-Trainerin, die frühere Nationalspielern Kathrin Blacha: "Sie ist als Frau recht dicht dran an den Spielerinnen, auch vom Alter her, und ihre Erfahrung als ehemalige Spielerin ist groß, da lasse ich mich gerne beraten."

Gerade mal ein paar Monate war er als Juniorinnen-Bundestrainer im DHB im Amt, als er sich für den frei werdenden Posten beim A-Team bewarb.

Frauen sind leidensfähiger als Männer

Es habe zwar eine lange Bedenkphase gegeben, aber auch sein Vorgänger habe ihm schließlich gut zugeredet, nach Jahren als Bundesliga-Trainer oder Coach der österreichischen Nationalmannschaft (2001 bis 2008) im Männerbereich erstmals bei den Frauen einzusteigen.

Die Frauen hält Osmann für leidensfähiger und wesentlich belastbarer als die Männer.

Ein paar Kleinigkeiten im Umfeld müsse man nun einfach beachten, aber der Handball, der gespielt wird, sei doch letztlich der gleiche, sagt Rainer Osmann.

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