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Susann Müller war gegen Österreich mit sieben Toren beste DHB-Schützin © imago

Die ausgeschiedenen DHB-Frauen gewinnen bei der WM gegen Austria mit Ach und Krach. Bestenfalls liegt noch Rang sieben drin.

Yangzhou - Die deutschen Handballerinnen haben bei der WM in China nach einer Niederlage gegen Russland und einem mühevollen Sieg gegen Österreich ihre ohnehin vagen Halbfinal-Chancen vertan und können maximal noch Platz sieben erreichen.

Nachdem die Mannschaft von Bundestrainer Rainer Osmann trotz des 22:34 (13:16) gegen Titelverteidiger Russland am Samstag zumindest phasenweise ordentlich gespielt hatte, schien sie beim 29:26 (12:14) tags darauf gegen Österreich weitgehend von allen guten Geistern verlassen.

Erst mit einem Kraftakt Mitte der zweiten Halbzeit konnte das deutsche Team die lange Zeit drohende Niederlage gegen das Nachbarland abwenden.

Zu statisch war das Spiel der Osmann-Truppe, wenn die Standard-Spielzüge nicht funktionierten, hatte niemand eine Alternative parat.

Müller als Leader

Am Ende war es Susann Müller vom deutschen Meister HC Leipzig, die ihre Nebenleute mitriss und sieben Tore zum Erfolg beisteuerte. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Wir setzen unsere taktischen Absprachen weitestgehend um, aber dann brechen wir plötzlich total von unserer Linie weg", sagte Osmann.

Der Substanzverlust seiner ersatzgeschwächten Mannschaft sei vor allem im Spiel gegen Österreich deutlich zutage getreten: "Wir haben in der Vorrunde schon zu viel Kraft gelassen."

Kräfte sammeln für Angola

Den Ruhetag am Montag will Osmann nutzen, "um alle Kräfte für das Spiel gegen Angola zu sammeln". Das soll am Dienstag (ab 10 Uhr LIVESCORES) unbedingt gewonnen werden, bevor dann das Platzierungsspiel ansteht.

Gegen Österreich war Deutschland ohne die Leverkusener Torfrau Clara Woltering und Linksaußen Ania Rösler angetreten. Woltering verzichtete wegen einer im Spiel gegen Russland erlittenen leichten Knieverletzung vorsichtshalber auf den Einsatz.

Für Ania Rösler ist die WM dagegen beendet. Die 27 Jahre alte Rückraumspielerin des HC Leipzig hat den Mittelfinger der linken Hand angebrochen.

WM für Rösler gelaufen

"Ein weiterer Einsatz wäre ein unverhältnismäßig hohes Risiko", sagte Mannschaftsarzt Dr. Marcus Laufenberg.

Eine andere "Art unseres Auftretens" hatte Bundestrainer Osmann nach dem 15:29-Debakel im letzten Vorrundenspiel gegen Frankreich für das Duell mit Titelverteidiger Russland gefordert.

Doch beim Stand von 1:6 in der achten Minute fühlte er sich schon wieder an das Frankreich-Spiel erinnert.

Osmann sauer

"Was verwerft ihr die Bälle, das gibt's doch gar nicht. Ich erwarte mehr Konsequenz", rief Osmann seinen Spielerinnen zu.

Mit dem Wechsel von Franziska Mietzner und Nina Wörz auf Laura Steinbach und Ania Rösler kam dann tatsächlich etwas mehr Struktur in den deutschen Angriff. Auf Rechtsaußen fand Sabrina Neukamp immer besser ins Spiel und überwand die starke russische Torfrau Inna Suslina allein bis zum Pausenpfiff noch fünfmal.

So war der Rückstand zwischenzeitlich auf zwei Tore geschrumpft (13:15). Dennoch hatten die körperlich starken und konsequenten Russinnen das Spiel jederzeit im Griff.

Viele Gegenstoßtore gegen Russland

Die deutschen Frauen waren dagegen in ihren schwarzen Trikots wieder zu schwach im Abschluss und verloren gegen die robuste russische Deckung viel zu häufig den Ball und fingen sich Gegenstoßtore.

Im Stenogramm:

Deutschland - Österreich 29:26 (12:14)

Tore für Deutschland: Müller (7/HC Leipzig), Loerper (5/4/Bayer Leverkusen), Althaus (3/Viborg HK/Dänemark), Wörz (3/Randers HK/Dänemark), Mietzner (3/Frankfurter HC), Steinbach (2/Bayer Leverkusen), Hering (2/Frankfurter HC), Härdter (2/Thüringer HC), Klein (2/Buxtehuder SV) Zuschauer: 2000

Deutschland - Russland 22:34 (13:16)

Tore für Deutschland: Neukamp (8/Blomberg-Lippe), Loerper (3/Bayer Leverkusen), Müller (3/2/HC Leipzig), Althaus (2/Viborg HK/Dänemark), Steinbach (2/Bayer Leverkusen), Rösler (2/HC Leipzig), Wörz (1/Randers HK/Dänemark), Beier (1/Frankfurter HC) für DeutschlandZuschauer: 4000

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