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Nationalspielerin Anja Althaus spielt in Dänemark bei Viborg HK © imago

Die Nationalspielerin formuliert kurz vor der EM forsche Ziele. Trainer Osmann wäre mit weniger zufrieden und benennt den Kader.

Hildesheim/München - Eigentlich sollte das Geheimnis erst nach einem aufwendigen Procedere und der Ankunft im hohen Norden am Sonntag offiziell gelüftet werden, doch Handball-Nationalspielerin Anja Althaus wollte nicht länger warten.

Selbstbewusst und etwas voreilig verkündete die Kreisläuferin die Zielsetzung der deutschen Mannschaft bei der am Dienstag beginnenden Europameisterschaft in Norwegen und Dänemark (7. bis 19. Dezember / LIVE im TV auf SPORT1).

"Jede von uns fährt dahin und will eine Medaille gewinnen. Wenn es geht, die goldene", sagte Dänemark-Legionärin Althaus, die bei der verlorenen EM-Generalprobe gegen Rumänien (30:31) am Mittwochabend in Hildesheim wegen eines Infekts pausieren musste.

Im Heimaturlaub zwischen Donnerstagnachmittag und Sonntagfrüh will die Leistungsträgerin ihre Grippe auskurieren.

Zielsetzung per Abstimmung

Ursprünglich wollte Bundestrainer Rainer Osmann das EM-Ziel nach zwei vierten Plätzen in Folge erst nach der Ankunft in Larvik am Sonntag formulieren.

Jede Spielerin musste zuletzt ihre Erwartungen auf einen Zettel schreiben und den beim Trainerteam abgeben.

"Sie sind durchaus optimistisch", meinte Osmann nach der Auswertung, sagte aber auch: "Zur Zieletzung gehört es außerdem, sich über den Weg zu einigen."

Osman sieht Leistungssteigerung

Nach drei Siegen in vier EM-Tests gegen Rumänien und Österreich binnen fünf Tagen dürfte aber auch bei dem 60-Jährigen die Zuversicht weiter gewachsen sein.

Ende September hatte die DHB-Auswahl beim World Cup in Dänemark noch enttäuscht.

Osmann: "Damals waren wir noch weit von unserem Leistungsvermögen entfernt. Nun sehe ich eine Leistungssteigerung, mit der ich zufrieden bin. Wir schauen optimistisch in Richtung EM."

Die vorerst letzte Personalentscheidung vor dem Abflug am Sonntag von Frankfurt nach Oslo traf Osmann nach der knapp verlorenen Generalprobe gegen World-Cup-Sieger und EM-Mitfavorit Rumänien.

Hering und Zapf bleiben zu Hause

Er strich die beiden Außenspielerinnen Mandy Hering (Frankfurter HC) und Marlene Zapf (Bayer Leverkusen) aus dem Aufgebot und benannte seinen 16-köpfigen EM-Kader.

"Ich habe mich für die Variante mit mehr Rückraumspielerinnen entschieden. Mir war es wichtig, dort mehr Alternativen zu haben", erklärte Osmann. Allerdings können nach der Vor- und Hauptrunde noch Wechsel vorgenommen werden.

Trotz der Geheimniskrämerei über das exakte EM-Ziel hat auch Osmann den Einzug ins Halbfinale im Sinn.

Für den Versicherungskaufmann ist das Auftaktspiel gegen Schweden am kommenden Dienstag (7. Dezember, ab 17.30 Uhr LIVE m TV auf SPORT1) die Schlüsselpartie.

Weitere Gruppengegner sind am 8. Dezember die Niederlande und am 10. Dezember die Ukraine (beide Spiel ab 19.40 LIVE m TV auf SPORT1).

Brocken warten in der Hauptrunde

In der Hauptrunde würden dann wohl Titelverteidiger Norwegen sowie die Mitfavoriten Frankreich und Ungarn warten.

"Wir müssen möglichst schadlos durch die Vorrunde kommen, denn danach warten schwere Gegner. Aber da hoffe ich auf Steigerungsmöglichkeiten", sagte Osmann - und formulierte ganz vorsichtig seine eigene Zielsetzung:

"Wenn wir uns steigern können, dann wäre auch das Halbfinale nicht ausgeschlossen."

Das DHB-Aufgebot für die EM in Norwegen und Dänemark:

Tor:Sabine Englert (FC Midtjylland)Katja Schülke (HC Leipzig)Clara Woltering (Bayer Leverkusen)

Feld:Nadine Härdter (VfL Sindelfingen)Isabell Klein (Buxtehuder SV)Grit Jurack (Viborg HK)Natalie Augsburg (HC Leipzig)Nina Wörz (Randers HK)Anna Loerper (Bayer Leverkusen)Susann Müller (SK Aarhus)Sabrina Richter (HSG Blomberg-Lippe)Franziska Mietzner (Frankfurter HC)Laura Steinbach (Bayer Leverkusen)Anja Althaus (Viborg HK)Randy Bülau (Buxtehuder SV)Saskia Lang (HSG Blomberg-Lippe)

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