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Stefanie Melbeck feierte im April 1998 ihr Debüt für Deutschland © getty

Beim Turnier in Völklingen ist die Rückkehrerin gleich deutsche Matchwinnerin. Ihr großes Ziel heißt London.

Von Tim Oliver Kalle

München - Mit einem Titel musste sie schon 2008 leben: Stefanie Melbeck ist die älteste Spielerin der deutschen Nationalmannschaft.

Das war bereits bei der EM 2008 so, als sie im kleinen Finale gegen Russland ihr 200. und für lange Zeit letztes Länderspiel bestritt. Seit einigen Tagen zählt die Linkshänderin 34 Jahre, und sie gehört auch wieder zum A-Team des Deutschen Handballbundes.

"Ich war erfreut, als mich Heine Jensen angerufen und nachgefragt hat. Da habe ich nicht lange überlegt", sagt Steffi Melbeck. "Und nach zwei Jahren und vier Monaten Pause ist das nicht alltäglich, wieder Nationalmannschaft zu spielen. Jetzt bin ich stolz, dass sich noch einmal das Trikot mit der Nummer 19 tragen darf."

Gelungenes Comeback

Das Comeback am Donnerstag beim Vier-Nationen-Turnier in Völklingen war sehr gelungen: Sie begann gegen Spanien im rechten Rückraum, stand in der Abwehr ihre Frau und erzielte auch das Siegtor zum 25:24.

Der neue Bundestrainer Heine Jensen fand am Tag danach viele lobende Worte zu seiner nur zwei Monate jüngeren Spielerin: "Steffi ist ein toller Teamplayer und stellt sich immer in den Dienst der Mannschaft. Nicht nur in der Abwehr ist sie sehr stark - sie gibt in beide Richtungen immer 100 Prozent."

Die Karriere der Buxtehuderin, die 1998 gegen Ungarn ihr erstes Länderspiel bestritt, geriet vor etwas mehr als zwei Jahren ins Stocken.

Rückkehr im Sommer

Im Januar 2009 erlitt sie einen Kreuzbandriss. Ende 2009 stand sie wieder für ihren damaligen Klub KiF Vejen auf dem Parkett, mit der Rückkehr zum Buxtehuder SV im vergangenen Sommer begab sie sich endgültig auf den Weg zu alter Form.

Dabei wirkt sie inzwischen gelassener, ohne Engagement eingebüßt zu haben. "Ich bin insgesamt entspannter geworden", sagt Steffi Melbeck.

"Kopf, Wille und Einsatz für die Mannschaft sind so wie immer. Ich genieße den Augenblick und versuche, das Beste für den Erfolg der Mannschaft zu erreichen. Und wenn das wie gegen Spanien klappt, ist das umso schöner."

Duell gegen den Bundestrainer

Der Herbst ihrer Karriere könnte noch sehr erfolgreich werden. Bereits am kommenden Mittwoch steht sie mit dem Buxtehuder SV im Play-off-Halbfinale der Deutschen Meisterschaft. Ihr Gegner: ausgerechnet der HC Leipzig und damit auch der neue Bundestrainer.

Beide könnten sich mit höchst unterschiedlichen Zielen auch am 21. und 22. Mai in Göppingen beim Final Four um den DHB-Pokal wiedersehen. Ein Problem? Steffi Melbeck schüttelt den Kopf und entgegnet:

"Nein. Ich kann das trennen. Natürlich gibt es da mal einen dummen Spruch, aber da bin ich wie die anderen professionell genug. Wir sind alle Sportlerinnen durch und durch und wollen gewinnen."

WM und Olympia im Blickpunkt

Nach Deutscher Meisterschaft und Final Four geht es dann jedoch wieder um ein gemeinsames Projekt.

Denn gegen Ungarn spielt Deutschland am 5. und 11. Juni um die Teilnahme an der Weltmeisterschaft in Brasilien (3. bis 18. Dezember) - und nur dort kann das DHB-Team die Chance auf den Verbleib in der Qualifikation für die Olympischen Spiele 2012 in London wahren.

Für Stefanie Melbeck sind das große Ziele, die sie gern gemeinsam mit Jensen angehen will. Ihr Vertrag in Buxtehude läuft ohnehin bis 2012.

Jensen sieht kein Limit

Doch zunächst fokussiert sie sich auf die Playoffs gegen Ungarn:

"Angst dürfen wir nicht haben. Wir müssen uns schon jetzt darauf vorbereiten, was in diesen Spielen passieren wird. Das fängt bei uns allen so langsam an."

Heine Jensen sieht für das Engagement der Buxtehuderin in der Nationalmannschaft jedenfalls kein Limit: "Solange Steffi spielt, Leistung bringt und zur Verfügung steht, werden wir sie im Blick behalten."

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