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Armin Emrich trainiert die Frauen-Nationalmannschaft seit Februar 2005 © getty

Die DHB-Damen starten Dienstag gegen Gastgeber Mazedonien in die EM. Bei Sport1.de spricht Coach Armin Emrich über den Hexentanz.

Von Tobias Schröter

München - Generalprobe geglückt, jetzt wird's ernst: Nach zwei Testspiel-Siegen gegen den Olympia-Fünften Frankreich reisen die deutschen Handball-Frauen am Montag zur Europameisterschaft nach Mazedonien.

Dort können die DHB-Damen die Olympia-Scharte wieder auswetzen und nach dem kümmerlichen Vorrunden-Aus in Peking das Jahr 2008 doch noch zu einem erfolgreichen machen.

Offen von einer vorderen Platzierung wie noch im Sommer träumt aber keiner, stattdessen gibt Nationaltrainer Armin Emrich gegenüber Sport1.de die bodenständige Zielsetzungs-Variante aus: "Wir schauen von Spiel zu Spiel."

Im Interview vor dem ersten Spiel gegen den Gastgeber (Di., 20.45 live im DSF) spricht er außerdem über die schwierige Atmosphäre in der "Balkan-Gruppe", das Auf und Ab in den Tests und die optimistische Stimmung im deutschen Team.

Sport1.de: Am Dienstagabend steigt das erste Spiel, wie verbringt die Mannschaft die letzten Tage vorher?

Armin Emrich: Freitag und Samstag sind frei, die kleine Pause haben sich die Mädels verdient. Am Sonntag ist Treffpunkt in Frankfurt am Main. Von da aus reisen wir dann am nächsten Tag nach Skopje, absolvieren dort abends noch ein letztes Training zur Hallengewöhnung und Orientierung. Das ist unser übliches Ritual, mit dem wir gute Erfahrung gemacht haben.

Sport1.de: Gegner im ersten Spiel ist sofort Gastgeber Mazedonien. Was erwartet Sie da?

Emrich: Mazedonien ist sehr stark einzuschätzen, die Mannschaft ist unverändert gegenüber der Weltmeisterschaft 2007 in Frankreich. Außerdem haben sie diesen riesigen Bonus namens Heimvorteil. Wir werden es dort mit 8000 Zuschauern zu tun haben, ein bekannt fanatisches Publikum. Von daher wird es eine ganz schwierige Aufgabe.

Sport1.de: Ihre weiteren Gruppengegner Serbien (4. Dezember) und Kroatien (6. Dezember) stammen ja ebenfalls aus der Region.

Emrich: Wir sind in der berühmten Balkan-Gruppe, ja. Alle drei Spiele werden von der Atmosphäre natürlich problematisch, die Teams sind jeweils eingespielt ? das sind schwierige Umstände.

Sport1.de: Was ist zum jetzigen Zeitpunkt Ihr Gesamtziel für das Turnier?

Emrich: Wir wollen uns von Spiel zu Spiel durchkämpfen in dieser schweren Vorrunde. Weitere Zielsetzungen und Prognosen gebe ich vorher nicht raus, das sind alles nur mathematische Kalkulationen. Wir möchten in jedem Spiel das Bestmögliche erreichen.

Sport1.de: Olympia lief in diesem Jahr mit dem Vorrunden-Aus ja eher enttäuschend. Was macht Sie optimistisch, dass es diesmal besser laufen wird?

Emrich: Die Mannschaft ist guter Dinge, die Stimmung ist toll. Die Mädels haben sich in der spärlichen Vorbereitungszeit auf das Wichtigste konzentriert. Zum Abschluss konnten wir zwei Testspiele gegen Frankreich erfolgreich bestreiten. Hier und da gibt es natürlich Höhen und Tiefen, die wir auswerten und am Dienstag besser machen müssen.

Sport1.de: Was lief schon gut, was muss noch verbessert werden?

Emrich: Das Angriffsspiel zum Beispiel war im ersten Test gut, im zweiten lief es nicht so rund. Die Abwehr hingegen war stabiler als vorher und auch technische Fehler konnten reduziert werden. Die Wurfausbeute war ebenfalls besser ? insgesamt also eine deutlich steigende Formkurve. Jetzt hoffe ich, dass das reicht, um einen guten Einstieg in das Turnier zu finden.

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