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Heine Jensen (r.) ist seit dem 25. März 2011 neuer Nationaltrainer der DHB-Damen © imago

Das starke Turnier in Völklingen unterstreicht die neue Einstellung der DHB-Damen. Mit Heine Jensen ist der Spaß zurückgekehrt.

Völklingen - Aufbruchsstimmung und ein neuer Teamgeist: Vier Monate nach der EM-Schmach von Norwegen haben sich die deutschen Handballerinnen mit einem Achtungserfolg beim Turnier im saarländischen Völklingen zurückgemeldet.

Zum Abschluss gewann die DHB-Auswahl 27:23 (15:13) gegen Olympiasieger und Europameister Norwegen und musste den Gesamtsieg mit 5:1 Punkten nur wegen der schlechteren Tordifferenz Frankreich überlassen.

Damit bescherte das Team um Jubilarin Grit Jurack (300 Länderspiele) seinem neuen Trainer Heine Jensen einen Einstand nach Maß.

"Wir haben das Potenzial, unsere Ziele zu erreichen. Die Mannschaft hat mit Herz, Leidenschaft und Kampf bewiesen, dass sie mit der Weltspitze mithalten kann", sagte der Däne, der bis Juni in Doppelfunktion auch den deutschen Meister HC Leipzig betreuen wird.

Krause: "Es macht allen wieder Spaß"

Die frühere Welthandballerin Nadine Krause war nach dem Neuanfang ebenfalls begeistert.

"Es macht allen wieder Spaß. Wir stehen als Mannschaft zusammen, jede kämpft für jede", erklärte die Rückraumspielerin der HSG Blomberg-Lippe, die nach 18-monatiger Abstinenz wegen einer Schulterverletzung ein erfolgreiches Comeback im Nationaldress feierte.

Verkorkste EM scheint vergessen

Schon in den Partien gegen den WM-Vierten Spanien (25:24) und Vizeweltmeister Frankreich (25:25) zeigte die DHB-Auswahl die bei der EM im Dezember 2010 vermissten Qualitäten.

In Norwegen war sie bereits in der Vorrunde gescheitert. Danach war Bundestrainer Rainer Osmann wegen Herzproblemen zurückgetreten.

Neuer Zusammenhalt durch Jensen

Nicht zuletzt Rekordnationalspielerin Grit Jurack (Viborg HK) genießt den frischen Wind unter dem 34-jährigen Jensen: "Jede Spielerin will wieder Verantwortung übernehmen. Jede hat ihre Aufgabe, auf dem Feld und darüber hinaus. Diesen Zusammenhalt kannten wir vorher nicht", sagte die Linkshänderin (Bericht: Melbeck gibt grandioses Comeback).

Hauptziel ist die Qualifikation für die Weltmeisterschaft Ende 2011 in Brasilien, die gegen Ungarn (5./11. Juni) gesichert werden muss. Nur durch eine WM-Teilnahme kann die Chance auf die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2012 in London gewahrt werden.

Trainer-Quartett schlägt ein

Das neue Wir-Gefühl setzt sich auf der Trainerbank fort: Die Übergangslösung bis zur WM-Qualifikation mit Jensen als Chefcoach sowie den Ligatrainern Renate Wolf (Leverkusen), Dietmar Schmidt (Frankfurt/Oder) und Dirk Leun (Buxtehude) als Assistenten machte sich bezahlt.

"Dieses Quartett harmonierte perfekt, jeder hat seinen Beitrag geleistet", lobte Jurack, die als erste Frau in den erlauchten Klub der "300er" aufstieg. Nur Frank Michael Wahl (344), Klaus-Dieter Petersen (340) und Christian Schwarzer (319) hatte das bislang geschafft.

Nadgornaja zeigt sich begeistert

Besonders die dänische Siegermentalität Jensens wird von den Spielerinnen geschätzt. "Er setzt auf Emotionen und positives Denken", meinte Nadja Nadgornaja. Die Erfurterin traf gegen Spanien achtmal. Wie Nadgornaja spielte sich auch ihre im Nationalteam debütierende Mannschaftskollegin Kerstin Wohlbold in den Vordergrund.

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