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Nadine Krause wurde 2006 zur Welthandballerin des Jahres ausgezeichnet © imago

Die DHB-Frauen stehen vor den Qualispielen gegen Ungarn unter Druck: Nur über die WM-Teilnahme ist die Olymia-Quali möglich.

Balingen - Über Balingen und Györ nach Brasilien und London: So lautet die Wunschroute für die deutschen Handballerinnen nach dem EM-Desaster von 2010.

Teil eins der Mission Wiedergutmachung steht am Sonntag im Hinspiel der Qualifikation für die WM 2011 in Brasilien gegen Ungarn in Balingen an (18.30 Uhr). Das Rückspiel wird am 11. Juni in Györ ausgetragen.

"Wir haben uns die Suppe eingebrockt, jetzt müssen wir sie auch auslöffeln", meinte Rekordnationalspielerin Grit Jurack vor dem Doppelpack gegen die stark eingeschätzten Magyarinnen.

Der Sieger des Duells darf zur Weltmeisterschaft an den Zuckerhut (3. bis 18. Dezember 2011) reisen.

WM-Platz sieben als Minimalziel

Verpasst die DHB-Auswahl, die im vergangenen Jahr erstmals bei einer EM in der Vorrunde scheiterte, die WM in Südamerika, platzt auch der Traum von Olympia 2012 in London.

Nur in Brasilien werden die Tickets für die olympischen Qualifikationsturniere vergeben. Bei der WM muss mindestens Platz sieben belegt werden, um die Chance auf Olympia zu wahren.

Jensen fordert deutlichen Sieg

Als deutscher Hoffnungsträger gilt der neue Bundestrainer Heine Jensen, der im März den erkrankten Rainer Osmann abgelöst hatte.

Der Däne fordert im Hinspiel einen klaren Sieg. "Dort müssen wir eine erfolgreiche Grundlage legen, bevor wir in der Höhle des Löwen in Györ antreten", sagt Jensen.

Der Coach nimmt die Spielerinnen in die Pflicht: "Es ist unsere Aufgabe, den Brand zu löschen, den wir bei der EM entfacht haben."

Krause kehrt zurück

Um die Aufgabe gegen Ungarn zu lösen, hat der einstige Leipziger Bundesligacoach Jensen zwei Routiniers zurückgeholt.

Die künftige Leverkusenerin Nadine Krause, die 2006 als bislang einzige Deutsche zur Welthandballerin gekürt worden war, sowie Stefanie Melbeck.

Die Rückraumspielerin vom Vizemeister Buxtehuder SV wurde gerade erst zur besten Spielerin der abgelaufenen Bundesliga-Saison gewählt.

Lobende Worte für Jensen

Krause und Melbeck waren nach rund zweijähriger Abstinenz beim Osterturnier in Völklingen ins DHB-Team zurückgekehrt. Beim gelungenen Debüt von Jensen hatte die deutsche Nationalmannschaft unter anderem Olympiasieger Norwegen bezwungen.

Die Spielerinnen halten große Stücke auf den 34-Jährigen. "Heines dänische Siegermentalität hat uns alle angesteckt. Er hat ein neues Wir-Gefühl entfacht", lobt Krause. (Bericht: Jensen entfacht das Wir-Gefühl)

Erinnerungen an 2001

Mit insgesamt 20 Spielerinnen bereitet sich Jensen in der Sportschule Ruit auf die Partie am Sonntag vor. Vier Akteurinnen müssen bis zum Anwurf noch gestrichen werden.

Nur einmal hat die deutsche Equipe bislang eine Weltmeisterschaft verpasst. 2001 waren Grit Jurack und Co. in der Qualifikation an Schweden gescheitert.

Zehn Jahre später soll dieses Malheur nicht noch einmal passieren.

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