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Rechtsaußen Sabrina Richter erzielte fünf Treffer gegen Ungarn © imago

Die DHB-Frauen gewinnen das WM-Playoff-Hinspiel gegen Ungarn knapp. Am Samstag erwartet das Jensen-Team die "Hölle von Györ".

Balingen - Nach einem Kraftakt dürfen die deutschen Handballerinnen von der Teilnahme an der Weltmeisterschaft in Brasilien und den Olympischen Spielen 2012 in London träumen.

Die Mannschaft des neuen Bundestrainers Heine Jensen gewann das Playoff-Hinspiel in Balingen gegen Ungarn nach einer Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit mit 26:24 (11: 12).

Allerdings steht die Mannschaft mit dem kleinen Polster im Rückspiel am Samstag in der "Hölle von Györ" noch vor einer schwierigen Aufgabe.

WM-Platz sieben ist Pflicht

Das weiß auch Jensen. Der Däne meinte: "Zwei Tore Vorsprung sind im Handball nichts. Aber wir sind froh, einen Vorsprung zu haben. In der ersten Halbzeit waren wir nicht so präsent, nach dem Wechsel haben wir mutiger gespielt und mehr Druck gemacht."

Nur der Sieger nimmt an der WM-Runde vom 3. bis 18. Dezember in Südamerika teil. In Brasilien werden die Tickets für die olympischen Qualifikationsturniere vergeben.

Bei der WM muss mindestens Platz sieben belegt werden, um die Chance auf Olympia zu wahren.

Die DHB-Auswahl war im vergangenen Jahr erstmals bei einer EM in der Vorrunde gescheitert und hatte sich damit in die missliche Situation gebracht, Play-offs bestreiten zu müssen.

Englert sicherer Rückhalt

Deutschland war mit Bestbesetzung gut ins Spiel gekommen. Das Team um Rekordnationalspielerin Grit Jurack lag zunächst stets vorn und führte nach 15 Minuten 6:4.

Die Abwehr stand gut, dahinter war Torhüterin Sabine Englert ein sicherer Rückhalt. Doch als Heine Jensen begann, munter durchzuwechseln, riss der Faden.

Die Ungarinnen kamen immer besser in die Partie und gingen in der 25. Minute beim 9:8 erstmals in Führung.

Wende in 2. Hälfte

Diesem Rückstand lief die deutsche Mannschaft bis zur Halbzeit immer hinterher.

Als es nach dem Wechsel sogar 11:13 hieß, nahmen die Sorgen im deutschen Lager zu. Doch das Team ließ sich nicht beirren und kämpfte beherzt um den Anschluss.

In dieser Phase war es vor allem Rückkehrerin Nadine Krause, die mit ihren Treffern die Wende einleitete.

DHB-Trio spielt stark auf

Die künftige Leverkusenerin Krause, die 2006 als bislang einzige Deutsche zur Welthandballerin gekürt worden war, war mit vier Treffern drittbeste Schützin hinter Sabrina Richter (Blomberg-Lippe/5) und Nadja Nadgornaja (Thüringer HC/5/4).

Neben Krause hatte Heine Jensen auch Rückraumspielerin Stefanie Melbeck (Buxtehude) nach rund zweijähriger Abstinenz in den Kader zurückgeholt.

Malheur vermeiden

Mit insgesamt 20 Spielerinnen hatte sich Jensen in der Sportschule Ruit (Bericht) auf die Partie vorbereitet.

Nur einmal hat die deutsche Equipe bislang eine Weltmeisterschaft verpasst. 2001 waren Grit Jurack und Co. in der Qualifikation an Schweden gescheitert.

Zehn Jahre später soll dieses Malheur nicht noch einmal passieren.

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