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Isabell Klein ist mit Kiels Nationalspieler Dominik Klein verheiratet © getty

In Ungarn erwartet die DHB-Frauen nach dem Sieg mit zwei Toren eine hitzige Atmosphäre. Der Bundestrainer verbreitet Optimismus.

Balingen - Der Preis ist heiß für die deutschen Handballerinnen, aber der "Hitzeschutz" besteht nur aus einem Vorsprung von ganzen zwei Törchen.

"In Ungarn erwartet uns die Hölle", sagte Routinier Stefanie Melbeck nach dem knappen 26:24 (11:12)-Sieg im WM-Qualifikationsspiel gegen die Magyarinnen (Bericht).

Es wird am Samstag in Györ eine schwere Aufgabe sein, diese dünne Führung zu behaupten, sich für die WM-Endrunde im Dezember in Brasilien zu qualifizieren und damit die Olympia-Chance am Leben zu halten.

"Mit Ausscheiden beschäftige ich mich nicht"

Auch dem neuen Bundestrainer Heine Jensen war nach dem harterkämpften Erfolg in Balingen klar, dass noch nichts klar ist für den vorweihnachtlichen WM-Trip nach Südamerika.

"Zwei Tore Vorsprung sind im Handball nichts. Aber wir sind froh, dass wir diesen kleinen Vorteil haben", sagte der Däne, der seine Mannschaft ab Dienstag in der Sportschule Hennef auf die entscheidende Partie vorbereitet und Optimismus verbreitet:

"Mit einem möglichen Ausscheiden beschäftige ich mich gar nicht."

Freier Tag zum Entspannen

Es wäre die größte Enttäuschung im deutschen Frauenhandball seit zehn Jahren. Seinerzeit war die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) an Schweden gescheitert und hatte die WM verpasst.

Um die Wiederholung eines solchen Debakels zu vermeiden, nutzten Jensens Schützlinge den freien Montag, um den Kopf wieder klar zu bekommen.

"Ganze Halle gegen uns"

Mental fühlen sich die Spielerinnen durchaus in der Lage, dem Druck des ungarischen Publikums standzuhalten. "Die ganze Halle wird gegen uns sein, und für uns Torleute ist es noch heftiger, da die Ultras direkt hinter dem Tor stehen. Aber genau das macht es auch aus, wenn man Handball spielt", sagte Torfrau Katja Schülke.

Teamkollegin Isabell Klein versprach einen Griff in die psychische Trickkiste: "Wir wollen diese Atmosphäre umdrehen und für uns nutzen."

"Haben es selbst in der Hand"

Sollte dies aber nicht gelingen und der knappe Vorsprung in der "Hölle von Györ" dahin schmelzen, wären auch die Olympiaträume der DHB-Frauen schon mehr als ein Jahr vor den Spielen von London 2012 frühzeitig beendet.

Bei der WM ist ein siebter Platz die Minimalanforderung, um überhaupt an einem Qualifikationsturnier für Olympia teilnehmen zu dürfen.

Doch so weit nach vorn will und darf Coach Jensen noch gar nicht blicken: "Die Konzentration gilt nur dem Spiel in Ungarn. Ich sehe es als sehr positiv an, dass die Moral im Team so gut ist. Und das Wichtigste: Wir haben es selbst in der Hand."

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